Nordeifel - Bengalo im Auto: Mann entkommt dem Feuer knapp

Bengalo im Auto: Mann entkommt dem Feuer knapp

Von: Ines Kubat
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Immer noch fassungslos: Christian Geulen aus Monschau. Foto: Ines Kubat

Nordeifel. Bengalisches Feuer oder kurz Bengalos kennt man eigentlich aus dem Fußball-Stadion, wenn Feuer und Rauchschwaden meterhoch aus den Fanreihen aufsteigen. Gefährlich sind sie schon, wenn sie im Freien entzündet werden. Kaum auszudenken, was die pyrotechnischen Stäbe anrichten können, wenn man sie in geschlossenen Räumen entfacht.

Kaum auszudenken, was hätte passieren können, wenn Zeugen das brennende Auto nicht gesehen hätten, in dem Christian Geulen schlief. Entfacht von einem solchen Bengalo.

Aber alles der Reihe nach. Der Monschauer Christian Geulen parkte sein Auto am Fettdonnerstag, 12. Februar, um die Mittagszeit auf dem Parkplatz hinter der Sparkassenfiliale in Roetgen. Der liegt in unmittelbarer Nähe der Festwiese mit dem Karnevalszelt.

Dort feierte der 31-Jährige bis kurz vor 23 Uhr, verabschiedete sich dann von seinen Freunden, die noch weiterfeiern und ihn später abholen wollten, um sich gemeinsam abholen zu lassen. „Wir hatten alle seit mittags gefeiert und auch getrunken“, erklärt Geulen. Er machte es sich auf dem Vordersitz seines Autos gemütlich und schlief ein.

Was dann geschah, weiß der 31-Jährige nur aus Erzählungen. „Ich habe einen riesen Riss in meinen Erinnerungen“. Die Polizei erklärte ihm, jemand hätte die Beifahrertür geöffnet, das bengalische Feuer in den Wagen geworfen und sei dann abgehauen.

Das Auto brannte lichterloh, als Christian Geulen durch lautes Klopfen von Bekannten geweckt wurde. Gerade noch rechtzeitig konnte er sich vor dem Feuer retten. Mehr als ein rußiges Metall-Gerippe ist von seinem Wagen nicht übriggeblieben. Die Polizei beziffert den Schaden auf rund 3000 Euro. Für Christian Geulen ist er deutlich höher.

Er hat Verbrennungen dritten Grades erlitten. Noch jetzt humpelt er, weil ihm gesunde Haut vom Oberschenkel aufwendig an die Unterschenkel transplantiert wurde. Mehr ist ihm glücklicherweise nicht passiert. Auch weil der oder die Täter die Beifahrertür nicht wieder geschlossen hatten – ansonsten hätten die giftigen Brandgase innerhalb von kürzester Zeit viel Schlimmeres anrichten können.

Das verbrannte Auto und die Wunden an den Beinen sind eine Sache. Die psychischen Folgen des vermeintlichen Brandanschlags stehen auf einem ganz anderen Blatt: Selbst einen Monat nach dem Abend berichtet er noch voller Fassungslosigkeit. „Der Vorfall hat mich einige Zeit beschäftigt. Als die Polizei mir erzählt hat, dass mein Auto durch einen Bengalo in Flammen aufgegangen ist, habe ich einen halben Tag ein inneres Zittern gespürt.“ Dass es sich um eine Brandattacke handelt, die ihm persönlich galt, glaubt er nicht. „Ich führe ein friedliches Leben und habe keinem Menschen etwas Böses angetan.“

Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung. Um eine Körperverletzung ahnden zu können, müsse aber erst „bewiesen werden, dass der oder die Täter wussten, dass sich noch eine Person im Auto befand“, erklärt Polizeisprecher Paul Kemen. Konkrete Hinweise lägen nicht vor, da sich bislang keine Zeugen gemeldet hätten, die etwas beobachtet haben.

Geulen hofft nun, dass mögliche Zeugen noch bei der Polizei aussagen, damit die Ermittlungen nicht ins Leere laufen – auch, damit er mit diesem Karnevalsdonnerstag abschließen kann: „Ich frage mich, ob der oder die Täter überhaupt wissen, was sie mir hätten antun können, und auch angetan haben“, sagt er nachdenklich.

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