Beim Sommerturnier lassen die „Dicken“ den Boden beben

Von: ale
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Die Sieger im „Eifelpolo“: Zwei Teams traten gegeneinander an und mussten einen großen roten Ball ins gegnerische Tor befördern, natürlich reitend auf Kaltblutpferden. Für die Zuschauer war das ein spannender Spaß. Foto: A. Lauscher

Mützenich. Wieder einmal war das Rennen der Kaltblutpferde der absolute Höhepunkt des Mützenicher Sommerturniers; ungezählte Zuschauer sahen am Samstagabend ein höchst unterhaltsames Programm und feuerten die „Dicken“ an.

Immer wieder waren in den letzten Tagen die Blicke zum Himmel gegangen: Wann sollte denn endlich der Regen aufhören, der den Vennboden in Morast verwandelte? „Als es am Dienstag und Mittwoch noch so kräftig regnete, haben wir gedacht: Das war’s mit unserem Sommerturnier“, erzählte Ingo Scheffen, der 1. Vorsitzende des Reitervereins St. Georg Mützenich, „wir können den Vennboden nicht trockenlegen, haben aber alles dafür getan, dass hier geritten werden kann.“ Gänzlich überflüssig war dann der Schauer am Freitagnachmittag, als das Turnier bereits auf dem Dressur- und dem Springplatz lief. „Unsere Helfer mit den Traktoren waren dann pausenlos im Einsatz, um die Fahrzeuge von den Parkplätzen zu ziehen“, berichtete Scheffen.

Es gab am Samstag noch einige morastige Stellen, Gummistiefel waren die sinnvollste Bekleidung, aber die Prüfungen konnten ohne weitere Schwierigkeiten abgewickelt werden. Und die Reiter und Reiterinnen kamen in großer Zahl, es gab kaum Ausfälle. Viele Zuschauer hatten sich einen Plastikstuhl mitgebracht und trugen ihn nach Beendigung der Springprüfungen rüber zur großen Wiese, um das Kaltblutprogramm zu beobachten. Die meisten sind wohl Stammgäste und verfolgen das einzigartige Geschehen seit Jahren.

Das bunte Showprogramm, in dem die Kaltblüter ihr Können und ihre Vielseitigkeit eindrucksvoll demonstrierten, wurde von Frank Schreiber und Fabian Pagenhardt kommentiert.

Zunächst erlebten die Pferdefreunde eine weitere Auflage des „Eifelpolo“, da bugsierten zwei Teams, die gegeneinander antraten, einen dicken roten Ball ins gegnerische Tor, natürlich reitend auf Kaltblutpferden. Geschickt und mutig agierten die Reiter, für die Zuschauer wurde es ein spannender Spaß.

„Das Leben ist kein Ponyhof“, kommentierte Frank Schreiber die anschließende Vorführung der Dicken als Rückepferde. Wie sie auf die Anweisungen ihrer Führer eingehen und lange Holzstämme ziehen, das beeindruckte das Publikum sehr. Zur Arbeit mit den Kaltblütern im Wald gab es Erläuterungen, und Stefan Schmitz wusste um die Bedeutung der Glöckchen am Geschirr: „Die hüten wir ganz besonders, weil sie kaum noch hergestellt werden. Mein Opa hat mir erklärt, dass man früher am Klang der Glocken erkannt hat, welches Gespann durchs Dorf fährt.“ Eine wunderschöne Quadrille von Einspännern, ein Pas de Deux im Trab, das Katharina Steffens und Sonja Wiechert ritten, waren weitere sehenswerte Einlagen.

Dann musste Coco ihre Kraft unter Beweis stellen, die schwere Kaltblutdame machte mit fünf angeblich starken Männern kurzen Prozess und zog sie unter dem Jubel der Zuschauer durch den Vennmatsch. Verstärkung musste her, Springreiter und Jagdhornbläser machten mit. Die zogen das schwere Mädchen zunächst rückwärts, doch dann ging ein entschlossener Ruck durch Coco, und erneut gewann sie den Kräftetest.

Quadrille von zwölf Kaltblütern

Eine „Ausnahmepräsentation“, so Frank Schreiber, wurde die Quadrille von zwölf Kaltblütern; man durfte den gleichmäßigen Trab bewundern und die Anlehnung der Dicken an die Einwirkung der Reiter. Exakt gerittene Hufschlagfiguren ergaben wunderschöne Bilder.

Dann sollte es losgehen mit dem spektakulären Rennen. Als Frank Schreiber verkündete, dass es bisher nur sechs Startplätze gebe, forderte Fabian Pagenhardt die Reiter zu mehr Entschlossenheit auf. „Ich werde mitreiten, wenn noch ein Pferd übrig sein sollte“, verkündete er. Und schon wurde er beim Wort genommen: Horst Steffens stellte ihm seinen ET zur Verfügung, da musste der gewitzte Moderator aufs Pferd! Die Starterliste hatte sich dann auf 14 Teilnehmer verlängert, unter ihnen auch ein Springreiter aus Grevenbroich: Frederic Tillmann, der am Sonntag noch in M- und S-Springen angreifen wollte, machte den Spaß mit.

In höchst aufregenden Runden stampften die Dicken im Galopp über den weichen Boden; jeweils zwei Teilnehmer bestritten ihre Rennen im K.O.-System. Mit Schneid und ein wenig Glück raste Katharina Steffens vom gastgebenden Verein im Finale ihrem Konkurrenten Andreas Bouters davon. Das Mützenicher Publikum steigerte sich in seiner Begeisterung zur fünffachen La Ola!

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