Beim Forstwirtschaftsplan „genauer hinschauen“

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
11497858.jpg
Über die Waldbewirtschaftung im Roetgener Gemeindewald soll demnächst grundsätzlich diskutiert werden. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Roetgen. Auf den ersten Blick gibt der Forstwirtschaftsplan 2016 der Gemeinde Roetgen ein richtig gutes Bild ab. Vor allem dank anhaltend guter Preise auf dem Holzmarkt ist auch für das Jahr 2016 wieder ein Plus in Höhe von rund 70.000 Euro zu erwarten. Das sind noch einmal 10.000 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Insgesamt sind im Etat 370.000 Euro an Holzerlösen kalkuliert. Der Gesamtertrag (hinzu kommen noch Jagdpachteinnahmen und die Vermarktung von Ökopunkten) ist mit 435.000 Euro angegeben. Dem stehen Aufwendungen in Höhe von 365.000 Euro entgegen.

Aber dicke schwarze Zahlen allein können die Roetgener Grünen nicht überzeugen. Sie versagten dem Forstwirtschaftsplan bei dessen Verabschiedung im Gemeinderat kürzlich ihre Zustimmung. Bernhard Müller machte im Unterschied zum Zahlenwerk des Gemeindeförsters eine völlig gegensätzliche Rechnung auf und sprach sogar von einem „Forstunwirtschaftsplan“, der überdies auch noch „unökologisch“ sei. Seiner Auffassung nach gewähre der Forstwirtschaftsplan dem Förster „zu viel Handlungsfreiheit“.

Silvia Bourceau (UWG) hatte die völlig entgegengesetzte Rechnung Müllers mit Interesse vernommen: „Es ist dringend erforderlich, dass diese beiden Darstellungen einmal abgeglichen werden.“

Günther Severain (parteilos) entwickelte ebenfalls Sympathie für die „Denkansätze“ der Grünen. Bislang jedenfalls sei der Forstwirtschaftsplan noch nie kontrolliert worden.

Michael Seidel (CDU) hingegen betrachtete es als wichtig, dass der Gemeindeförster über einen gewissen Handlungsspielraum verfüge. Außerdem mache es nicht viel Sinn, sich der Verabschiedung des Forstwirtschaftsplans jetzt zu widersetzen. Wenn man bis zur Haushaltsberatung im März warte, „dann liegt der Forstbetrieb bis dahin lahm“.

Helmut Mulorz (SPD) wollte sich einer Diskussion in der nächsten Sitzung des Forstausschusses nicht verweigern, allerdings müsse man wissen, dass der Förster den langfristigen Vorgaben des Forsteinrichtungswerkes zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und nicht der Gewinnmaximierung folge.

Für Bürgermeister Jorma Klauss (SPD) war abschließend die Feststellung wichtig, dass die Wirtschaftlichkeit des Roetgener Forstwirtschaftsplanes in jedem Fall gegeben sei. „Das sollte uns aber nicht daran hindern, genauer hinzuschauen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert