Simmerath - Bei Schlecker ist am Mittwoch Ultimo

Bei Schlecker ist am Mittwoch Ultimo

Von: Ernst Schneiders
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Etwas Wehmut ist  bei Filialle
Etwas Wehmut ist bei Filialleiterin Silvia Mertins schon dabei, wenn der Schlecker-Drogeriemarkt an der Hauptstraße in Simmerath heute schließt. Foto: Ernst Schneiders

Simmerath. Am Mittwoch ist Ultimo im Simmerather Drogeriemarkt Schlecker in unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Doch auch diese Nähe zu höheren Mächten hat nicht verhindern können, dass Filialleiterin Silvia Mertins am Mittwochabend zum letzten Mal zusperrt.

Bereits seit Tagen leeren sich die Regale. Etliche Artikel sind ausverkauft. Nachgefüllt wurde nicht mehr. Für Mertins und ihre beiden Kolleginnen ist gesorgt. Man hat ihnen angeboten, in der Schlecker-Filiale in Birkesdorf zu arbeiten. Silvia Mertins hat sich entschieden, dieses Angebot anzunehmen: „So viele Arbeitsplätze gibt es heutzutage nicht mehr.”

Zurück bleiben eine Reihe von Ladenhütern in den Regalen und viele traurige Kunden, zumeist reifere Semester. Einige von ihnen verabschiedeten sich persönlich von Silvia Mertins. Wer künftig partout bei Schlecker und nicht in einem anderen Markt im Ort seine Drogerieartikel kaufen möchte, der muss sich auf den Weg nach Monschau machen, oder nach Roetgen. Für Menschen, die in die Jahre gekommen und nicht mehr allzu mobil sind, kann das zu einer Erschwernis werden. Aus Simmerath jedenfalls zieht sich Schlecker zurück, gibt den Standort nach 20 Jahren auf.

Dagegen gab es Proteste aus der Bevölkerung, initiiert hauptsächlich von Karlheinz Lotze, Vorsitzender des Bürgerbündnisses Kanal und Entsorgung (BBKE), das sich augenscheinlich nicht nur in seinem originären Bereich um die Sorgen und Nöte der Menschen kümmert. Mehr als 200 Unterschriften sind gesammelt worden. Sie sollen an die Schlecker-Zentrale in Ehingen an der Donau geschickt werden. Dorthin hatte sich Lotze auch schon per E-Mail gewandt, mit der „eindringlichen Bitte”, in der „schönen, aber in der Eifel südlich von Aachen abseits gelegenen Gemeinde diese gute Einkaufsquelle” zu erhalten.

Für die Laufkundschaft in der Mitte des Zentralortes des Gemeinde wäre es ein „großer Verlust, wenn es diesen Laden in Simmerath nicht mehr gäbe”, die Flächengemeinde mit den Orten im Rurtal und für die Höhendörfer, immerhin 18 an der Zahl, ist in einer Pressemitteilung des BBKE zu lesen. Fahrten zwischen 20 und 30 Kilometern zum nächsten Schlecker-Markt seien auf Dauer unzumutbar. Das gelte auch für die Feriengäste.

Inzwischen hat sich die Gemeinde Simmerath eingeschaltet. Beigeordneter Roger Nießen hat in einem Brief an die Zentrale der Drogeriekette darum gebeten, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Daran glaubt Silvia Mertins indes nicht mehr. Zu den Gründen wollte oder durfte Mertins sich nicht äußern. Dass bei den Schließungsplänen auch Umsatzzahlen eine Rolle gespielt haben dürften, sei kein Geheimnis. Der Standort Hauptstraße blute ohnehin allmählich aus. „Alles verschiebt sich dorthin”, erklärte Mertins mit einer deutlichen Armbewegung Richtung Kraremann-Karree und Gewerbegebiet.

Die wenigen Parkplätze in Nähe des Schlecker-Marktes seien ebenfalls ein Minuspunkt. Da sei einiges an Argumenten zusammengekommen, so die Filialleiterin. Diese Argumente erbat die Lokalredaktion von der Schlecker-Pressestelle in Ehingen. Die Antwort steht noch aus.
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