Bei Mobbing nicht wegschauen

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Auch an der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula übergab Vorsitzender Dr. Ulrich Albert (li.) für den Lions-Club Monschau die lehrreiche DVD zum Thema Mobbing an Schulleiter Franz-Peter Müsch sowie Johanna Kreitz (2. v. li.) und Megan Riley von der Schülervertretung.

Nordeifel. Wenn in den Medien Berichte über Mobbing erscheinen, sind es meist spektakuläre Einzelfälle, oft mit dramatischem Ausgang. Dabei ist Mobbing gar kein seltenes Phänomen, auch wenn an vielen Schulen die Meinung vorherrscht, hier gebe es kein Mobbing, oder wenn, dann in harmloser Form. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 500.000 mal pro Woche wird an deutschen Schulen gemobbt, so die Statistik.

Dabei funktioniert Mobbing an den Schulen oft besonders gut, da es neben dem Mobbenden und dem Opfer noch viele Beteiligte gibt - die Mitläufer des Mobbenden und die Zuschauer und Dulder. Sie alle wissen über das Mobbing Bescheid, doch niemand greift ein.

Hohe Sensibilität gefordert

Da die Mobbing-Methoden sehr vielfältig sind, ist das Erkennen oft sehr schwierig. Es erfordert vonseiten der Lehrerschaft eine hohe Sensibilität in der Wahrnehmung früher Warnsignale, die besonders das gemobbte Kind in Form von Verhaltensstörungen wie erhöhter Reizbarkeit, Aggressivität und depressiven Verstimmungen zeigt.

Dem Lions Club Monschau wurden vor kurzem vom Media Future Team, einer Gruppe von Filmschaffenden des Bayerischen Fernsehen, eine Doppel-DVD angeboten, die das Problem des Mobbings in Schulen zum Thema hat. „Mobbers End“ so der Titel des didaktischen Anti-Mobbing-Krimis, ist ein spannender Film von 105 Minuten, der die Lerninhalte in eine Rahmenhandlung packt und so die Schüler emotional mit ins Boot nehmen und Interventionsimpulse schaffen soll, so die Autoren, Dr. Birgit Rätsch und Kameramann Tibor Blasy. Ausgewählte Situationen werden mit unterschiedlichem Ausgang gespielt. Dabei sollen Schüler und Lehrer herausfinden, welche Reaktionen angemessen sind.

Ziel des Filmes ist es, bei den Schülern Empathie zu wecken und Zivilcourage zu fördern. Der Film ist professionell gemacht und kostet dementsprechend seinen Preis. Da die Schulen finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, hat sich der Lions Club Monschau entschlossen, den Gymnasien und weiterführenden Schulen in Monschau, Simmerath und Vossenack jeweils eine DVD zur Verfügung zu stellen, ein kleines Dankeschön auch für den langjährigen Verkauf der Weihnachtslose.

Bei der Übergabe der DVDs an die Rektoren der Schulen erfuhr Dr. Ulrich Albert, Präsident des Lions Club Monschau, vom Leiter der Bischöflichen Mädchenrealschule Monschau, Franz-Peter Müsch, das Mobbing an seiner Schule ein wichtiges Thema sei. Bei Schuleintritt muss jede Schülerin eine Anti-Mobbing-Übereinkunft unterschreiben, die im Schultagebuch fixiert ist und jährlich erneuert werden muss. „Eine sicherlich sinnvolle Einrichtung“, sagt Dr. Albert, der darüber hinaus festgestellt hat: „In den übrigen Schulen wird das Thema als nicht ganz so gravierend empfunden.“

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