Nordeifel - Bei miesem Wetter bleiben die Rursee-Touristen aus

Bei miesem Wetter bleiben die Rursee-Touristen aus

Von: Carmen Krämer
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Der Rursee steht zwar tief in
Am Rursee hatte das durchwachsene Wetter Einbußen zur Folge. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Gefühlt hat er bereits im Juni seine Reise in unsere Region angetreten und wurde seitdem immer nur kurzzeitig verdrängt. Von Menschen, die den Sommer lieben, ist er gefürchtet. Denn wenn er einmal eingetroffen ist, können die Aussichten für eine lange Zeit alles andere als sonnig sein.

Nun ist er auch auf dem Kalender angekommen und wird uns nun wohl schleichend den Winter bringen: Der 1. September bedeutet „meteorologischer Herbstanfang”. Und es gab auch schon die ersten Nachtfröste. Die Tage werden jetzt wieder kürzer und auf die kühleren Temperaturen hat sich der Eifeler bereits kurze Zeit nach dem außergewöhnlich heißen Frühjahr einstellen müssen. Zeit, einmal auf die Phase, die man „Sommer” nennt, zurückzublicken.

Schließlich gilt die Region als beliebtes Ausflugsziel. Doch wie ist das bei einem nassen und kalten Sommer wie in diesem Jahr?

Bei der Rursee-Touristik hat sich das miese Wetter jedenfalls bemerkbar gemacht. „Am Rursee spielt das Wetter im Sommer eine sehr große Rolle”, weiß Sebastian Lindt, Geschäftsführer der Rursee-Touristik. „Damit das Naturerlebnisbad besucht wird und auch die Wassersportler kommen, sollte es schon warm und schön sein. In diesem Jahr kann man zum Beispiel beim Familientourismus ein leichtes Minus feststellen”, sagt er.

Auch die Übernachtungen und die Zahlen des Tagestourismus seien leicht rückläufig. Bei schlechtem Wetter gebe es schließlich auch weniger spontane Ausflügler. Die Wanderer jedoch ließen sich nicht vom Regen abhalten, „die sind mittlerweile gut ausgerüstet und haben Kleidung für jedes Wetter.”

Besonders nachgefragt waren Lindt zufolge in diesem Jahr die Elektrofahrräder, die sogenannten „Pedelecs”. „Oftmals war hier die Nachfrage größer als das Angebot, worauf wir aber im nächsten Jahr reagieren werden”, erklärt er. Auch die Schlemmertouren und die Wanderwege - vor allem der Wildnistrail und der Eifelsteig - seien sehr gefragt. Hier gab es nach Aussage des Geschäftsführers sogar mehr Gäste als im vergangenen Jahr. „Wir hoffen jetzt einfach auf ein paar schöne Herbsttage”, blickt Lindt nun in die Zukunft.

Auch die Rurseeschifffahrt Schwammenauel hat das schlechte Wetter zu spüren bekommen. „Man gibt halt nur einmal sein Geld aus und das am liebsten bei schönem Wetter. Im Vergleich zu den Vorjahren hatten wir viel weniger Einzelfahrgäste. Die Gruppen sind aber fast immer trotzdem gekommen”, so Waltraud Heuken, Geschäftsführerin der Rurseeschifffahrt. „In einem guten Jahr haben wir rund 220.000 Fahrgäste, da sind wir bisher aber nicht rangekommen”, sagt sie und hofft nun noch auf ein paar sonnige Tage im September.

Günter Wollgarten, Besitzer des „Hotel Seemöwe” in Einruhr am Obersee hat keinen Grund zur Klage, denn „das Hotel war immer voll. Einige Gruppen haben abgesagt, aber die Lücken haben wir mit einzelnen Gästen wieder aufgefüllt.” Auch die Gäste seien wie gewohnt gekommen, um Ruhe in der Natur zu suchen, zu wandern oder mit dem Schiff zu fahren. „Der Sommer war für uns eine runde Sache. Wir sind zufrieden”, resümiert Günter Wollgarten und hofft, dass es weiter so gut läuft wie bisher.

Was den Rurseeorten schwere Einbußen bescherte, war das schlechte Wetter beim Rurseefest; auch der seit 2006 tiefste Wasserstand des Rursees (die Ursache liegt im ausgebliebenen Winterhochwasser) wurde von vielen Gästen enttäuscht zur Kenntnis genommen.

Bianca Lanio, Leiterin der Monschau Touristik, ist zufrieden mit der Saison: „Die Leute sind trotz des Wetters gekommen und trotzdem aktiv gewesen.” Zwar seien die Zahlen des Übernachtungstourismus leicht zurückgegangen, dafür würden die des Tagestourismus jedoch steigen. „Das Verhältnis hat sich etwas geändert, aber das ist in ganz Deutschland so”, weiß Bianca Lanio.

Das Besondere an Monschau und Umgebung sei die Kombination aus Städteerlebnis mit den gemütlichen Plätzen auf den Terrassen in Verbindung mit der Möglichkeit, einfach in die Natur gehen und dort nach Herzenslust wandern zu können. Und wer in diesem Jahr zur Klassikzeit sonntags auf besagten Terrassen saß, wurde live mit der Musik, die auf der Burg zu hören war, beschallt. „Das ist sehr gut angekommen bei den Gästen”, blickt Bianca Lanio zurück. „Und auch die Nachfrage an Wanderflyern hat stark zugenommen.”

Dies deckt sich mit den Erfahrungen von Günter Eichstädt, Eigentümer des „Hotel Hirsch” in Kalterherberg: „Die Übernachtungszahlen und auch das spontane Geschäft sind gesunken. Bei schönem Wetter macht man schließlich schon mal eher einen Ausflug in die Eifel. Aber da dieser Sommer sehr verregnet war, waren auch weniger Besucher da.” Manche Gäste wollen jedoch auch Regen haben, beobachtet er. „Für die Wanderer und Radfahrer ist kühleres Wetter einfach angenehmer.”

Durch den Schwerpunkt Wandern (Eifelsteig, Wildnis-Trail) ist aber die touristische Saison in der Eifel nicht mehr auf die Sommermonate reduziert, da die Wanderer die Herbstmonate bevorzugen. Nachteilig auf einen wirklich effektiven Nachschlag könnte sich hier allenfalls auswirken, dass die Herbstferien in diesem Jahr sehr spät beginnen, und Anfang November die Nordeifel bei vielen Gäste nicht mehr auf dem Zettel steht.
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