Bei Kerzenschein im Whirlpool entspannt Bilanz ziehen

Von: Robert Flader
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Lichtblick Euregio: Viele Händler ziehen eine erfreuliche Bilanz nach zehn Tagen Wirtschaftsschau auf dem Bendplatz. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es ist zwar noch längst nicht (aller Tage) Abend, trotzdem machen Bozena und Andrzej Madryzk schonmal das Licht an. Die 15 Quadratmeter um sie herum sind durchweg in helles Licht getaucht.

Nicht, dass die beiden Aussteller bei der Euregio ohne den Schein ihrer Kerzen nichts mehr sehen würden. Nein, das Licht ist - vereinfacht ausgedrückt - ihr Geschäft. Die diesjährige Wirtschaftsschau bezeichnen die beiden Hamburger als „Experiment”. „Um zu sehen, wie unsere Produkte hier ankommen”, sagt Andrzej Madrzyk.

Auch wenn sie jährlich auf rund 15 Messen in ganz Europa ausstellen und auf diesem Gebiet längst alte Hasen sind: Die Euregio ist für das Ehepaar und ihre ganz und gar nicht alltäglichen Lichtspender eine echte Premiere. „Die Leute sind begeistert”, sagt Bozena Madrzyk ein wenig stolz.

Die 24. Euregio Wirtschaftsschau mit insgesamt 500 Ausstellern aus Deutschland und dem benachbarten Ausland ist seit Sonntag Geschichte. Für Organisatorin Gabriele Kramer geht die Bilanz trotz eines „verlorenen Tages” durch Sturmtief „Xynthia”, bei dem der Bendplatz bereits am frühen Nachmittag geschlossen werden musste (siehe auch „Zwei Fragen an”), in Ordnung: „Leider ist es aber deswegen ein Tick weniger an Besuchern als im letzten Jahr.”

2009 besuchten rund 200.000 Menschen die zehntägige Veranstaltung. Kramer hebt besonders das Zusammenspiel von Messeleitung und Ausstellern hervor: „Alle haben an einem Strang gezogen, um den Verlust einigermaßen auszugleichen.” Mit ihrem ersten Besuch in Aachen sind auch die Madrzyks äußerst zufrieden. „Wir sehen, wie gut unsere Produkte ankommen”, sagt Andrzej Madzryk.

Ebenfalls sichtlich zufrieden schlendert nur ein paar Meter weiter Marcel Jowat entspannt am „Pro Baby”-Stand vorbei. Gut, entspannt wäre ein wenig übertrieben. Schließlich muss der Familienvater ständig seine beiden Jüngsten mit im Auge behalten. „Hier ist einfach für alle was dabei”, sagt Jowat begeistert. „Ich werde im nächsten Jahr sicher wiederkommen.”

Die Zeit wird knapp, „es gibt noch so viel zu besichtigen”. Mit der ganzen Familie im Schlepptau. Ein leichtes Unterfangen ist das allerdings nicht, der Besucheransturm auf den Bendplatz gleicht am letzten Euregio-Wochenende einem kleinen Volksfest - sehr zur Freude von Messeorganisatorin Gabriele Kramer. „Das ist ein schöner Abschluss”, sagt sie und startet ihren Rundgang durch die Hallen.

Gehen, das kann Matthias Engel noch nicht. Im Gegenteil: Mit seinen luxuriösen Whirlpools und Infrarotkabinen lädt er eher zum Bleiben ein. Kostenpunkt? „Rund 18.000 Euro”, sagt der Gebietsvertriebsleiter in aller Bescheidenheit. So viel müsse man hinlegen für ein Entspannungsbecken im heimischen Garten - inklusive Unterwasser-Stereoanlage natürlich.

„Wir sind zufrieden”, sagt Engels. „Auch wenn es im vergangenen Jahr noch ein Tick mehr war.” Aber das sei kein Problem, findet Engels. „Wir haben grundsätzlich einen großen Nachlauf, nicht alle Leute kaufen bei der Euregio sofort einen Whirlpool oder eine Sauna.” Auch er will im nächsten Jahr samt seinen Whirlpools wiederkommen. „Für uns ist das hier immer eine runde Veranstaltung.”

Der Tag neigt sich langsam dem Ende entgegen. Die letzten Kerzen von Bozena und Andrzej Madrzyk brennen immer noch. Viele sind es allerdings nicht mehr. „Im Dunkeln haben sie natürlich noch eine ganz andere Wirkung”, erklärt Bozena Madrzyk einem interessierten Besucher. Im nächsten Jahr wollen sie die Fahrt von Hamburg nach Aachen wieder antreten. Die Euregio Wirtschaftsschau - für manche war sie eine echte Premiere. Eine gelungene.
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