Bei Debatte über Kita-Standort alte Rechnungen beglichen

Von: ess
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Roetgen. Lange bevor der erste Dreikäsehoch sein Schäufelchen in den Sandkasten der neuen AWO-Kita rammt, gibt es mächtig Stunk im Rathaus. Angezettelt hat ihn CDU-Ratsvertreter Wolfgang Schruff.

Der machte den Beschluss über die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Kita auf dem Gelände des alten Bauhofs zu einer Generalabrechnung mit Bürgermeister Manfred Eis. Es ging um kontaminierte Boden, um Sorge um die Gesundheit der Kinder und ein Bodengutachten aus dem Jahr 2006, das angeblich bis vor kurzem kaum ein Politiker kannte.

Empörung schlägt Wellen

Seitdem die Zahlen auf dem Markt sind, schlägt die Empörung bei einigen Politikern hohe Wellen. Es geht um die Wahrheit und das Gegenteil von Wahrheit. Dieses Gegenteil unterstellte Schruff dem Bürgermeister, der den Christdemokraten nachdrücklich aufforderte, die Wahl seiner Worte künftig genauer zu bedenken, und der darauf verzichtete, den Nachweis dieser Anschuldigung erbringen zu lassen.

„Ganzheitliche Betrachtung”

Die leichte Verunreinigung des Bodens unter anderem mit Cadmium und Blei treibt in der Verwaltung auch nach vier Jahren niemandem die Schweißperlen auf die Stirn. „Alles ist heilbar” wiederholte Bürgermeister Eis vor dem Rat, was Dirk Meyer vom Bauamt bereits erklärt hatte. Was das im einzelnen bedeute, müsse noch von Umweltfachleuten ausgeknobelt werden.

Anlass war ein Vorpreschen der UWG, deren Ratsvertreter Günther Severain sich in der Gesellschafterversammlung der Roetgener Gebietsentwicklung-Gesellschaft (RGEG) von der Verwaltung „getäuscht” sah.

Bei „ganzheitlicher Betrachtung” kamen der UWG ohnehin erhebliche Bedenken, ob der alte Bauhof an der Hauptstraße schräg gegenüber der Privatschule Conventz ein geeigneter Standort für einen vierzügigen integrativen Kindergarten sei. Weil es aber kein Alternativgrundstück gibt und bei der Städteregion als Bauherrin und Betreiberin die Zeit drängt, bissen einige Ratsvertreter nur mit Bauchschmerzen in diesen sauren Apfel. Das Abstimmungsergebnis: 16:10.

„Nicht auf einer Müllkippe”

CDU-Fraktionschef Michael Seidel machte das mehrheitliche Ja seiner Riege von der Zusage abhängig, dass schädliche Auswirkungen auf die Kinder ausgeschlossen werden, betonte allerdings auch: „Dieser Kindergarten wird nicht auf einer Müllkippe gebaut.”
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