Behördlich geschlossen: Hotel „Eifelgold“ muss Betrieb einstellen

Von: P. St.
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Eine beliebte Adresse in Erkensruhr steht nicht mehr für Gäste zur Verfügung: Die Bauaufsichtbehörde der Städteregion Aachen untersagte dem Hotel Eifelgold Rooding jetzt aus Sicherheitsgründen den weiteren Betrieb. Foto: P. Stollenwerk

Erkensruhr. Auf eine wechselvolle Geschichte kann das Hotel „Eifelgold“ zurückblicken. Jetzt wurde wieder ein neues Kapitel für das Haus im romantischen Eifeldörfchen Erkensruhr aufgeschlagen. Es könnte das vorerst letzte Kapitel gewesen sein: Die Bauaufsichtsbehörde der Städteregion Aachen hat am Montag dem Betreiber des Hotels „Eifelgold Natur & Hotel“ aus Sicherheitsgründen den weiteren Betrieb untersagt.

Zuvor waren im Rahmen von wiederkehrenden Prüfungen brandschutzrechtliche Mängel festgestellt worden, die am Ende ausschlaggebend für das Durchgreifen der Behörde waren.

Betreiber war vorgewarnt

Zuletzt hatte der TÜV Rheinland Ende Juni wesentliche Mängel festgestellt und eine Frist bis zum 15. Oktober gesetzt. „Da der Betreiber den Aufforderungen der Behörde wiederholt nicht nachgekommen ist und im konkreten Fall ausdrücklich mitgeteilt hat, dass er die Mängel nicht beheben wird, blieb der Bauaufsichtsbehörde keine andere Wahl, als den Betrieb zu untersagen“, teilt Detlef Funken von der Städteregion mit. Der Besitzer des Hotel sei vorgewarnt gewesen und im Zuge der Überprüfung unmissverständlich darauf hingewiesen worden, dass das Haus unverzüglich geschlossen werde, wenn er den Brandschutzauflagen nicht nachkomme.

Für Beherbergungsstätten als sogenannte Sonderbauten würden besondere bauordnungsrechtliche Anforderungen gelten. Diese würden im Rahmen von wiederkehrenden Prüfungen durch die Bauaufsichtsbehörde kontrolliert, sagt Funken weiter. Dabei prüfe die Behörde, ob das Gebäude nach den Vorgaben der Baugenehmigung genutzt wird und ob die öffentlich-rechtlichen Vorschriften eingehalten würden. „Immer dann, wenn massiv gegen geltende Rechtsvorschriften verstoßen wird, oder das Leben beziehungsweise die Gesundheit von Menschen bedroht sind, ist von einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit auszugehen“, erläutert Detlef Funken die Vorgehensweise.

Im Hotel Eifelgold Rooding seien in der Vergangenheit wiederholt ungenehmigte Nutzungsänderungen sowie bautechnische Mängel angemahnt worden, heißt es weiter in der Mitteilung der Bauaufsichtsbehörde. Die Untätigkeit des Betreibers habe deshalb schon im Juni 2016 zu einer Nutzungsuntersagung für Teilbereiche des Hotels geführt. Davon betroffen war in erster Linie der neugestaltete Wellness-Bereich.

Da im Zuge der aktuellen Prüfung durch den TÜV Rheinland festgestellt worden sei, dass die Betriebssicherheit der vorhandenen Brandmeldeanlage für das gesamte Hotel nicht mehr gewährleistet werden könne, habe der weitere Betrieb des Hotels komplett untersagt werden müssen. Zum Zeitpunkt der Schließung seien keine Gäste mehr im Hotel gewesen, sagt Funken

Das Hotel „Eifelgold“ besteht aus einem Haupt- und einem Nebengebäude. Beide Gebäudeteile sind von der Schließung betroffen. Im gesamte Komplex sind 80 Betten untergebracht.

Als Hotel „Waldfrieden“ war das Gebäude seinerzeit errichtet worden. Vor allem niederländische Gäste machten hier nach einem Besitzerwechsel zuletzt Station.

Schon einmal geschlossen

Vor zehn Jahren hatte das Hotel schon einmal geschlossen, allerdings aus anderen Gründen. Der damalige Besitzer hatte als Grund angegeben, dass er die plötzlich abgeänderten Forderungen der Bank zur Ablösung seines Kredits nicht habe erfüllen können. Damals verloren auch 18 Angestellte ihre Arbeitsplätze.

Ein Ehepaar aus Wittlich hatte 1999 die Immobilie erworben. Im April 2007 erfolgte die Schließung, doch schon Ende Oktober im gleichen Jahr öffnete das Hotel im Umfeld des Nationalparks Eifel wieder unter dem heutigen Namen. Die Rolle des Vorbesitzers beim Betreiberwechsel blieb diffus: Dieser meldete sich im Laufe des Jahres 2007 aus der Gemeinde Simmerath ab.

Der jetzige Betreiber des Hotels war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mit der jetzt erfolgten Hotelschließung verliert Erkensruhr eine weitere wichtige touristische Einrichtung. Das romantische 200-Seelen-Dorf hatte bereits in den zurückliegenden Jahren spürbar an touristischer Attraktivität eingebüßt, nachdem die historische Postkutsche ihren Betrieb eingestellt und später ein beliebter gastronomischer Betrieb seine Türen geschlossen hatte.

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