Begrüßungsküsschen streng verboten

Von: Sarah Siemons
Letzte Aktualisierung:
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Schutzmaßnahmen gegen die Schweinegrippe: Statt Seifenstücken soll es an allen Schulen flüssige Waschlotion geben. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Miriam und Katharina haben die Sommerferien wirklich genossen, sind mit ihren Eltern sogar ans Meer nach Spanien gefahren. Doch so langsam neigt sich die freie Zeit dem Ende, bald beginnt das nächste Schuljahr.

Darauf freuen sich die Mädchen auch schon sehr, denn dann sehen sie alle Klassenkameraden endlich wieder. Wenn Miriam und Katharina nämlich morgens auf den Schulhof kommen, werden sie von ihren Freundinnen meist bereits freudig erwartet.

Das Begrüßungsszenario endet dann immer wieder in einem wilden Durcheinander: Da werden Hände geschüttelt, auf die Schulter geklopft, in die Seite gepufft und mit ihren besten Freundinnen gibt sich Katharina auch Begrüßungsküsschen, einmal links, einmal rechts.

All das hat der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, nun untersagt. Denn genau diese Begrüßungsrituale tragen dazu bei, dass die Neue Grippe Influenza A H1N1 - auch Schweinegrippe genannt - sich schnell verbreitet.

Nachdem die Kinder ihre Ferien auch in Risikogebieten wie Spanien verbracht haben, befürchten viele eine ungehemmte Ausbreitung nach Schulbeginn. Laumann hat daher eine schriftliche Empfehlung an die Schulleitungen und Schulträger aller Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen geschickt. Und darin eben auch die Begrüßungsküsschen verboten.

„Man muss aber die Kirche im Dorf lassen”, findet Andrea Compes von der Schulverwaltung in Monschau. „Natürlich kommen wir den Empfehlungen aus Düsseldorf nach, aber das betrifft vor allem die hygienischen Maßnahmen.” Gemeint ist der Rat des Ministers, statt Seifenstücken lieber flüssige Waschlotion und statt Stoffhandtüchern eher Wegwerftücher aus Papier auf den Toiletten anzubieten. Vorausgegangen war eine Forderung der Grünen nach konkreten Schutzmaßnahmen im sanitären Bereich.

„Doch mit Seife allein ist es nicht getan”, erklärt Manfred Eis, Bürgermeister von Roetgen. „Die Kinder müssen sich auch die Hände waschen.” Seiner Meinung nach sei bereits genügend Seife in den Schultoiletten vorhanden.

„Gut, es kann immer mal vorkommen, dass ein Behälter gerade leer ist, das kann Zuhause genauso passieren. Doch, wenn wir das merken, wird sofort wieder aufgefüllt.” Um die hygienischen Bedingungen an den Schulen macht er sich keine Sorgen. Das entsprechende Personal arbeite sehr gewissenhaft.

Das sieht auch Simmeraths Beigeordneter Karl-Heinz Hermanns so. Obwohl die einzigen bekannten Fälle der „Schweinegrippe” in der Eifel alle in der Gemeinde Simmerath aufgetreten sind. Bisher liegen dem Kreisgesundheitsamt fünf bestätigte Fälle vor. „Ich denke dennoch nicht, dass in Simmerath eine besondere Gefahr für die Schulkinder besteht, bisher sind die Krankheitsfälle alle milde verlaufen.”

Und trotzdem werden die Empfehlungen aus Düsseldorf befolgt. „Einmalseifenspender haben wir schon installiert und es wird mit besonderem Augenmerk darauf geachtet, dass die Kinder sich auch regelmäßig die Hände waschen.” Auch in Monschau und Roetgen wurden Maßnahmen ergriffen.

„Die Hausmeister sind bereits informiert, wir stehen in engem Kontakt. Wollen nicht nur informieren, sondern auch sensibilisieren”, erklärt Compes. „Allerdings stehen wir immer in engem Kontakt, vor allen so kurz vor dem Schulbeginn - ob mit oder ohne Schweinegrippe.” Monschau und Roetgen sind die beiden Kommunen im Kreis Aachen, in denen bisher noch keine Krankheitsfälle aufgetreten sind.
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