Begeisterndes Konzert in der Monschauer Aukirche

Von: js
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Die Kammerphilharmonie St. Petersburg unter Juri Gilbo (l.) und Yury Revich als Solist überzeugten. Foto: Josef Schreier

Monschau. Im Rahmen des Zyklus Montjoie Musicale war am Sonntag zum wiederholten Male die Aukirche Schauplatz eines musikalisch interessanten und überzeugenden Konzerts. Eingeladen war die in Monschau bereits bestens bekannte Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg unter Leitung von Juri Gilbo.

Als Solisten kamen dazu die chinesische Pianistin Xin Wang und der russische Geiger Yury Revich. Auch diese beiden sind in Monschau gut bekannt. Xin Wang ist Mitorganisatorin von Montjoie Musicale zusammen mit ihrem Mann Florian Koltun; sie ist im Rahmen der Monschauer Konzerte bereits mehrfach solistisch aufgetreten. Yury Revich war im letzten Jahr bei einem Kammerkonzert im Aukloster sehr erfolgreich. Diesmal hatten sich die beiden Künstler jeweils ein solistisches Großprojekt vorgenommen.

Da war einmal das hochromantische erste Klavierkonzert in e-Moll von Frédéric Chopin, dann nach der Pause der berühmte Zyklus von Violinkonzerten „Die vier Jahreszeiten“ des Barockkomponisten Antonio Vivaldi. Eine so vitale, impulsive, lebensprühende vielleicht „romantische“ Interpretation des Vivaldischen Werks hatte man wohl noch selten erlebt. Nicht umsonst brach das Publikum nach dem letzten Ton in Begeisterungsstürme aus.

Natürlich war die Virtuosität und die Musikalität des romantischen Werks auf eine andere Weise tiefgründiger, melancholischer und weniger von äußeren, unmittelbaren Effekten geprägt. Dass die Deutung der Vier Jahreszeiten durch die russischen Musiker diesen sehr wirksamen Effekten vielleicht etwas zu sehr Raum ließ, war auch an der Tatsache abzulesen, dass man für das Barockwerk eigens ein von Florian Koltun gespieltes Cembalo einsetzte, das sich in seinem filigranen Klang kaum gegen die markanten Akzente des Orchesters und des Solisten durchsetzen konnte.

Zukunft als Kulturstadt

Aber das ist nur ein unmaßgeblicher Einwand gegen das musikalisch und emotional tiefgehende Erlebnis dieses Abends, das schon bei dem einleitenden Werk, der Serenade e-moll des englischen Komponisten Edward Elgar begann. Hier konnte man bereits die klare und volle Akustik in der Aukirche bewundern, die dann bei dem Chopin-Konzert besonders dem Flügel und der feinsinnigen Interpretation von Xin Wang zugute kam. Einen so warmen und innigen Klang eines Klaviers hatte man auch selten zuvor erlebt.

Das Zusammenspiel zwischen Orchester und Solisten war hier schon auf hohem Niveau, steigerte sich aber noch bei dem Werk von Vivaldi. Das innere Verständnis zwischen allen Beteiligten erschien bei dieser bemerkenswerten Darbietung besonders hoch. Juri Gilbos Dirigat war ohne Fehl und Tadel. Und der junge, bereits sehr erfolgreiche Geiger Yury Revich scheint sich in der Tat zu so etwas wie einem „Stargeiger“ zu entwickeln.

Am Schluss ist hervorzuheben, dass der zahlreiche Besuch auch dieses Konzerts – die Aukirche war nahezu voll besetzt – den Bedarf an solchen Angeboten in Monschau, sowie die besondere Eignung der Aukirche als Konzertsaal, zum wiederholten Male belegt. Monschau als Kulturstadt hat daher noch eine Zukunft vor sich.

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