Beeindruckende Ausstellung im KuK Monschau

Letzte Aktualisierung:

Monschau. „Wo ist hier” heißt die Gemeinschaftsausstellung von Dieter Call, Anja Voigt und Steffi Westermayer mit der am morgigen Samstag, 29. Januar, eine neue Ära im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) des Kreises Aachen in Monschau eingeleitet wird.

Nach fünf Jahren hat das KuK ein neues Konzept erhalten und neue Mieter (Designer, Fotografen, Musiker) ziehen ein.

Im Jahr 2009 will die Leiterin des KuK, Dr. Nina Mika-Helfmeier, sechs Ausstellungen drei Tanzprojekte, zwei euregionale Projekte sowie ein umfangreiches Kulturfestival präsentieren. Den Anfang macht am Samstag nun die Ausstellung „Wo ist hier”.

Dieter Call, Anja Voigt und Steffi Westermayer haben an der Kunsthochschule Saarbrücken bei Prof. Wolfgang Nestler aus Kalterherberg studiert. In Saarbrücken arbeiten sie in der Völklinger Hütte, „einem besonderer Ort wie Monschau”, der mit seiner Industriekultur aber einen gewissen Gegensatz zum eher ländlich geprägten Monschau bildet.

„„Es ist eine Herausforderung aus der Hütte in dieses Umfeld zu kommen und hier Arbeiten zu präsentieren”, sagt Steffi Westermeyer.

„Die unterschiedlichen Räume regen zum Weiterdenken an, auf der einen Seite der harte Stahlbeton der Hütte, auf der anderen Seite das idyllische Monschauer Fachwerk”, pflichtet Anja Voigt ihr bei.

Dieter Call lebt in Konzen und war bereits an mehreren Ausstellungen im KuK beteiligt, dazu gehören „100 Bilder für Monschau” und zuletzt das Land-Art-Festival „Monschau Plätze”. „Es ist spannend, bekannte Orte neu begreifen zu können”, findet Call.

Ein festes Konzept für die Ausstellung haben die drei Künstler im Vorfeld nicht entwickelt. Im Gegenteil, das eigentliche Konzept entwickelt sich erst vor Ort als Auseinandersetzung ihrer Werke mit der vorgefundenen Umgebung.

„Die Arbeiten können sich noch ändern, sie müssen sich noch finden”, erklärt Westermeyer. Für Dieter Call ist es „interessant, wie die einzelnen Arbeiten zusammen finden”.

„Es geht darum, verschiedene Materialien zusammen zu bringen und ein Spannungsverhältnis aufzubauen”, erklärt Voigt. Die Arbeiten stehen dabei nicht im Gegensatz zu einander, vielmehr scheinen sie sich zu ergänzen.

Verwunderlich ist das nicht, verbinden die Künstler durch das Studium bei Prof. Wolfgang Nestler und die Arbeit in der Völklinger Hütte doch viele Gemeinsamkeiten. Dennoch ist es für die Künstler stets eine Abwägung, was zusammen gehören kann - ein zeitaufwendiger Prozess.

Innere Reise

So finden sich dann Scherenschnitte als Skizzen einer „inneren Reise” neben Objekten aus Holz und Gips oder aus Beton und Karton. Dazwischen finden sich klein und großformatige Zeichnungen, Plastiken, Fotos und (Video)Installationen. Der Boden und die Gegebenheiten der Räume werden in die Ausstellung integriert. „In anderen Räumen sähe das alles anders aus”, erläutern die Künstler das Zusammenspiel ihrer Werke mit der Umgebung.

„Es geht um das Wesen der Dinge, nicht darum sie auf einen Sockel zu stellen und sie damit zur Kunst zu erklären. Es geht darum einen Raum als Raum oder einen Fluss als Fluss zu begreifen”, erläutert Dieter Call. Er spricht von einem forschenden Aspekt der Arbeiten - mit Raum, Material und Gewichtungen.

„Die Frage Wo ist hier eint und befreit gleichermaßen, befragt und beantwortet, erklärt und verklärt - um zwischen diesen Kontrasten, in dieser Bewegung neue Räume, Zwischenräume aufzuspannen”, schreibt die Kunsthistorikerin Katharina Kreß.

Die Künstler sind sich durchaus bewusst, dass ihre Ausstellung zunächst verwirrend wirken kann. Es lässt sich nicht immer gleich eine Aussage hinter den Werken erkennen, zumal bewusst auf Titel verzichtet wurde. Um die Intention der Künstler zu entdecken ist es wichtig sich mit den Werken auseinander zusetzen und sich dabei Zeit zu nehmen. Gleichzeitig ist den Künstlern wichtig, die Betrachter einzubeziehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Deshalb wollen sie in unregelmäßigen Abständen, meist am Wochenende, selbst vor Ort sein und mit den Besuchern ihrer Ausstellung in Kontakt kommen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Es ist die erste Ausstellung dieser Art im KuK. Sie soll ein Experiment und zugleich ein Neuanfang sein. „Das wird eine Herausforderung für alle, für die Künstler und die Besucher”, verspricht Mika-Helfmeier.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert