Roetgen - Bedarf nach schnellem Netz in Roetgen

Bedarf nach schnellem Netz in Roetgen

Von: ag
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Bedarf nach schnellem Netz in Roetgen: Die Gemeinde hat Fragebögen verteilt. Die Ergebnisse liegen vor. Sie dienen als Grundlage für den Ausbau der unterversorgten Gebiete. Symbolfoto: dpa

Roetgen. Wie hoch der Bedarf an schnellen Internetzugängen ist, hat die Gemeinde Roetgen jetzt versucht anhand einer Befragung herauszufinden. Der Bedarf ist hoch. Allerdings hat nicht mal jeder Zweite den Fragebogen wieder zurück geschickt.

Die Gemeinde hatte im Sommer an alle Haushalte und Betriebe Fragebögen verteilt. Besonders interessiert war sie an den Ergebnissen der bislang unterversorgten Gebiete. Dabei handelt es sich um das sogenannte „Schachbrett“-Gebiet im südöstlichen Teil von Roetgen, das von Wilhelm-, Grüneplei- und Bundesstraße umschlossen wird, sowie den gesamten Ortsteil Mulartshütte.

Förderung unwahrscheinlich

Hintergrund der Befragung ist, dass die Gemeinde trotz klammer Kassen selbst Geld in die Hand nehmen will, um den Ausbau voran zu treiben. Eine Förderung durch das Land NRW wird es wohl nicht geben, weil die Versorgung gemessen an den Förderbedingungen „zu gut“ ist, außerdem wird wohl auch kein Anbieter von sich aus tätig werden, weil sich niemand eine angemessene Rendite auf seine Investition verspricht.

Die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke würde nach Recherche der Verwaltung zwischen rund 300.000 und rund 2,5 Millionen Euro liegen. Diese Kosten müsste dann die Gemeinde übernehmen. Im kommenden Jahr will die Kommune 300.000 Euro für den Breitbandausbau zur Verfügung stellen. Gleichzeitig hofft man doch noch auf eine Förderung durch das Land NRW in Höhe von 75 Prozent der Ausbaukosten.

Potenzial von 246 Anschlüssen

In Mulartshütte haben 30 Prozent der rund 115 Haushalte und 17 Betriebe den Fragebogen ausgefüllt zurückgeschickt. Aus dem „Schachbrett“-Gebiet haben 44 Prozent von 346 Haushalten und 61 Betrieben geantwortet. In Mulartshütte geben die Befragten im Durchschnitt mehr als 15 Mbit/s als Wunschbandbreite an, im „Schachbrett“-Gebiet 22 Mbit/s. Damit sieht die Gemeinde die schlechte Versorgung bestätigt.

Auf der Grundlage der Befragungsergebnisse ergibt sich so ein Kundenpotenzial von 246 Anschlüssen. Für deren Versorgung soll nun über eine Ausschreibung ein Anbieter gefunden werden. Ziel ist es, konkrete Aussagen, Preise und Bedingungen für eine mögliche Lösung zu erhalten.

Für die Erschließung müsste ein Betreiber zunächst die nötige Infrastruktur bereitstellen, da in den unterversorgten Bereichen keine Leerrohre verlegt sind, die für den Breitbandausbau verwendet werden können. Mit der Ausnahme von einigen Richtfunkstrecken gibt es bislang auch keine andere geeignete Infrastruktur.

Außerdem stellt die Gemeinde eine Reihe weiterer Anforderungen an mögliche Anbieter. Dazu gehört u.a. die Garantie einer Breitbandgeschwindigkeit von mindestens 2 Mbit/s für mindestens 95 Prozent der Anschlüsse. Für die Mehrzahl der Anschlüsse sei aber aufgrund der Befragung eine höhere Geschwindigkeit von mindestens 16 Mbit/s ausdrücklich wünschenswert.

Dieses Kriterium werde bei der Auftragsvergabe positiv berücksichtigt, heißt es von Seiten der Gemeinde. Sollte die Versorgung mit den geforderten Mindestwerten nicht möglich sein, so müsse der Anbieter bei der Ausschreibung darlegen, wie hoch die Kosten für eine flächendeckende Versorgung sind und welche Kosten bei einer Aussparung dieser Haushalte entstehen würden, schreibt die Gemeinde weiter.

In keinem Fall dürften aber mehr als fünf Prozent der Haushalte unter den geforderten Mindestwerten liegen. Der flächendeckende Ausbau soll, sofern mit Blick auf erforderliche Baumaßnahmen möglich, innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen sein. Der Zugang der neuen Infrastruktur muss offen sein. Das heißt, die zu schaffende Infrastruktur darf bei entsprechender Bezahlung anschließend auch von anderen Anbietern genutzt werden.

Die Konditionen für die Breitbandzugänge und Dienste sollen dem marktüblichen Durchschnitt in Ballungsgebieten möglichst weitgehend entsprechen. Weder seien deutlich höhere Preise akzeptabel, noch werde angestrebt, über eine höhere Deckungslücke Preise zu erzielen, die den Marktdurchschnitt unterbieten.

Die entscheidenden Kriterien für die Auftragsvergabe sind der Beihilfebetrag beziehungsweise die sogenannte Wirtschaftslichkeitslücke (45 Prozent Gewichtung), die Bandbreite (15 Prozent), der Preis für die Endabnehmer (15 Prozent) und die Ausbaufähigkeit der Infrastruktur (25 Prozent). Unternehmen haben nun bis zum 17. Oktober Zeit, ihr Angebot einzureichen.

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