Imgenbroich - Bebauungsplan aufgestellt: Im Grünental wieder zu Kräften kommen

Bebauungsplan aufgestellt: Im Grünental wieder zu Kräften kommen

Von: Heiner Schepp
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Seit einigen Tagen ist das sehr beliebte Lokal im Grünental nach der Winterpause wieder geöffnet. Nun laufen auf Hochtouren die Planungen für die gestaltung des weiteren Anwesens an. Auf den Relikten alter Tuchmachergebäude soll eine Kurklinik entstehen. Foto: Heiner Schepp
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Große Pläne hat Walter Brania, Inhaber im Grünental, der von Architektin Ulrike Krings planerisch begleitet wird. Foto: Heiner Schepp

Imgenbroich. Wo einst das Tuchmacherhandwerk blühte und die Dorfjugend tanzte, soll bald Raum sein für Erholung und Gesundung kranker Menschen. Mit der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Imgenbroich „Grünental“ hat der Monschauer Bau- und Planungsausschuss kürzlich den nächsten Schritt bei der Neugestaltung des historischen Ensembles im Tal der Rur zwischen Imgenbroich und Hammer ermöglicht.

Unter Erhaltung der Gebäuderelikte aus der Tuchmacherzeit soll im Grünental eine Kurklinik entstehen, vis-a-vias der Gaststätte, die im vergangenen Jahr nach mehrjähriger Kernsanierung Wiedereröffnung feierte.

„Das Vorhaben ist schon sehr konkret, aber es sind noch einige Dinge zu regeln“, sagte Architektin Ulrike Krings, die die aus Amsterdam kommende Besitzerfamilie Brania bei dem Großvorhaben planerisch begleitet, vor den Mitgliedern des Bauausschusses.

Im Juni 2014 behandelt

Dieser hatte den Aufstellungsbeschluss für das Bauleitplanverfahren und zur Änderung des Flächennutzungsplans für diesen sensiblen Bereich mitten im Grünen bereits im Juni 2014 gefasst. „Im weiteren Verfahren zu dieser ersten Planung zeigte sich innerhalb der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit, dass ein Verfahren dieser Art und Größe den Belangen von Umwelt- und Naturschutz entgegensteht“, blickte die Verwaltung zurück und verwies auf einen nun deutlich reduzierten Planungsbereich.

Dieser umfasst nach der Planänderung nur noch den Bereich, in dem die Kurklinik samt Zufahrt und Parkplätzen entstehen soll, also nicht mehr den Hang unterhalb der Kreisstraße 21 und den westlichen Bereich des früheren Campingplatzes entlang der Rur.

Im neuen Planbereich ist der Bau einer Kurklinik geplant „mit den hierzu notwendigen sportlichen und der Genesung dienenden Einrichtungen sowie einer Betreiberwohnung. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau der Gebäude auf den vorhandenen baulichen Fragmenten der historischen Gebäude aus der Tuchmacherindustrie sollen dabei so geschaffen werden, dass die kulturelle Bedeutung dieses Ortes, den der Rat kürzlich als „Bodendenkmal Grünentaler Walkmühle und Tuchfabrik“ in die Denkmalliste des LVR aufnahm, erhalten bleibt.

„Durch die Entwicklung einer örtlich sinnvollen und zeitgemäßen Nutzung wird ein weiterer historischer Baustein der Stadtgeschichte Monschaus gesichert“, ist die Verwaltung überzeugt. Die künftige Nutzung der Gebäude als Erholungsraum, der Erhalt der vorhandenen und im Jahr 2015 wiedereröffneten Schankwirtschaft sowie der Ausbau des Rur-Ufer-Radweges (RUR) als letztes Verbindungsstück zwischen Rosental und Widdau würden damit die Vernetzung des kulturellen und touristischen Freizeitangebotes im Rurtal komplettieren, heißt es in der positiven Bewertung des Vorhabens.

Die äußere Gestaltung der neuen Gebäude soll dabei einer weitestgehenden Rekonstruktion der historischen Tuchmacherfabrik entsprechen. „Dies geschieht in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege“, kündigte Planerin Ulrike Krings an und konkretisiert: „Da das Areal der alten Tuchfabrik als Bodendenkmal geführt ist, sind alle Erdbewegungen sowie die Errichtung oder Änderung der baulichen Anlagen mit dem Denkmalamt abzustimmen.“

Stand die Monschauer Politik dem Vorhaben vor knapp zwei Jahren vor allem aufgrund seines Umfangs zumindest teilweise noch skeptisch gegenüber, so klang die Bewertung im Bauausschuss nun weitaus positiver. Vor allem die deutliche Verkleinerung des Plangebiets wurde von den Fraktionen honoriert: „Das Vorhaben ist mit einem sehr großen Plangebiet gestartet, aber die kleinere Lösung gefällt auch uns besser“, sagte Hilmar Weber, der festhielt: „Hier entsteht etwas ganz Feines für die Stadt Monschau, eine weitere Einrichtung für Gäste, die hier sicherlich Erholung und Genesung finden werden“, sagte der CDU-Sprecher.

Auch SPD-Fraktonschef Gregor Mathar bewertete das Vorhaben als „grundsätzlich begrüßenswert“, wobei eine derartige Einrichtung zwingend genügend Stellplätze vorweisen müsse. Da der Parkplatz auf der anderen Seite der Grünentalstraße, etwa 100 Meter von der Einfahrt zum eigentlichen Areal entfernt, ebenfalls im Besitz der Eigentümer ist, sei dafür gesorgt, erklärte Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Auf Nachfrage von Brigitte Olschewski (SPD), was sich denn konkrekt hinter dem Begriff „Kurklinik“ verberge, erläuterte die Bürgermeisterin, dass der mögliche Betreiber im Grünental in den Niederlanden bereits ähnliche heilpädagogische Praxen mit Reha- und Erholungszentren betreibe.

Unabhängig von der Kurklinik wird der „Lückenschluss“ des Rur-Ufer-Radweges vorangetrieben, der im Grünental entlang der Rur verläuft. Um die Trasse auf dem Privatgrundstück der Grünental- Eigentümer für die öffentliche Nutzung zu sichern und auszubauen, soll ein Geh- und Fahrrecht zugunsten der Städteregion Aachen im Grundbuch eingetragen werden.

Das gesamte Vorhaben im Grünental wird auch geprägt von den Auflagen, die sich durch Natur- und Umweltschutz ergeben. So kann die zurzeit vorhandene Entwässerung über eine Klärgrube bei der vorliegenden Planung aus Gewässerschutzgründen nicht mehr aufrecht erhalten werden. „Deshalb wird zurzeit im Kontext der Gesamtentwässerungsplanung der Stadt Monschau ein Entwässerungskonzept erarbeitet, das den Anschluss von Grünental an das vorhandene Kanalisationssystem der Stadt Monschau vorsieht“, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt.

In welchem Maße durch die großen Pläne im Grünental der Artenschutz berührt wird, soll eine Artenschutzuntersuchung klären. Diese erfolgt in enger Abstimmung mit dem Umweltamt der Städteregion Aachen. Von Bedeutung bei dieser Untersuchung ist die Lage des Planungsgebietes im europäischen, streng geschützten Naturraum (FFH-Gebiet) und das Vorkommen von Fledermauspopulationen. Dem Bauausschuss werden in Kürze die Untersuchungsergebnisse zur Beratung über den Offenlagebeschluss vorgelegt.

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