Nordeifel - Baulandpreise in der Eifel: Lammersdorf ist stark gefragt

Baulandpreise in der Eifel: Lammersdorf ist stark gefragt

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
5066136.jpg
So stellt „Boris“ die Preise dar: Blau steht für bebaute grundstücke, schwarz für Gewerbeflächen und orange für Wiesenland.

Nordeifel. In der Nordeifel ein Grundstück zu kaufen, ist auch weiterhin eine vergleichsweise preiswerte Angelegenheit. Der Quadratmeter unbebautes, aber baureifes Land ist in aller Regel für einen zweistelligen Betrag zu haben, sieht man einmal von den Ortschaften der Gemeinde Roetgen ab.

Dort drückt sich die Nähe zum Oberzentrum Aachen dadurch aus, dass die Preise um 30 bis 50 Euro je Quadratmeter höher liegen als in den Nordeifeler Nachbarkommunen Simmerath und Monschau.

Wer bei der Wahl seines Wohnortes auf die Nähe zur Stadt und auch auf kurze Wege zu den Einkaufsmöglichkeiten keinen so großen Wert legt, der bezahlt für eine 1000-Quadratmeter-Fläche in Höfen-Alzen, Dedenborn oder Hammer gerade mal 35.000 Euro. Für das gleiche Geld bekommt man in Walheim oder Kornelimünster lediglich ein „Handtuch“ von rund 140 Quadratmetern, auf dem der gemeine Eifeler Häuslebauer so gerade seine Garage unterbringt...

Der Bodenrichtwert ist laut Definition des Gutachterausschusses, der die Werte alljährlich zu Jahresbeginn festlegt, „ein aus Kaufpreisen ermittelter durchschnittlicher Bodenwert für ein Gebiet mit im wesentlichen gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen“.

Der angegebene Wert ist bezogen auf ein Grundstück, dessen Eigenschaften für dieses Gebiet typisch sind (sogenanntes Richtwertgrundstück). Weiter heißt es in der Erklärung: „Die Bodenrichtwerte sind in bebauten Gebieten mit dem Wert zu ermitteln, der sich ergeben würde, wenn die Grundstücke unbebaut wären.“

Bodenrichtwerte gelten grundsätzlich für Wohngrundstücke mit ein- und mit zweigeschossiger Bebauung in offener Bauweise in reinen und in allgemeinen Wohngebieten sowie in Dorfgebieten bei 15 Meter Grundstücksbreite und der zum Bodenrichtwert angegebenen Tiefe (in der Nordeifel meist 40 Meter).

Die Bodenrichtwerte 2013 für die Nordeifel haben sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert. Neu ist, dass mit der offenbar sehr gefragten Wohnlage Lammersdorf erstmals ein Ort außerhalb der Gemeinde Roetgen den dreistelligen Bereich erreicht hat, 100 Euro wurden 2012 im Durchschnitt für das Bauland in Lammersdorf gezahlt. Im Zentralort Simmerath, wo auf dem ehemaligen Sportplatzgelände demnächst reichlich Bauland entsteht, waren die Grundstücke im letzten jahr rund zehn Euro billiger zu haben.

Noch günstiger ist es für Grundstückskäufer in der Stadt Monschau, wo der Quadratmeter in der beliebtesten Wohnlage Imgenbroich sogar noch fünf Euro preiswerter geworden ist (85) und wo in den Baugebieten Konzen und Monschau-Haag im Durchschnitt gar nur 70 Euro bezahlt wurden.

Der auf den ersten Blick stolze Preis von 145 Euro für den Quadratmeter Bauland in Roetgen und Rott relativiert sich, wenn man auf der virtuellen Landkarte der Bodenrichtwerte ein wenig Richtung Aachen fährt: In Friesenrath oder Hahn sind 180 Euro für den Quadratmeter fällig, in Schmithof 210 Euro, und in Kornelimünster oder Walheim ging das baureife grundstück 2012 für 220 bis 250 Euro über den Tisch.

Eine Veränderung der Preise in der Gemeinde Simmerath ergab sich außer der leichten Verteuerung in Lammersdorf lediglich am Rursee: Der Bodenrichtwert für Woffelsbach kletterte um fünf Euro, der Wert für Rurberg sank um den gleichen betrag, so dass die Nachbarn nun einheitlich bei 70 Euro Richtwert liegen.

Noch höher als die beiden Seeorte liegen Kesternich und Eicherscheid, wohl auch aufgrund ihrer Nähe zu den Einkaufsmöglichkeiten in Simmerath bzw. im Falle Eicherscheid auch Imgenbroich.

Zu unterscheiden ist zwischen dem Bodenrichtwert und dem Verkehrswert eines einzelnen Grundstücks die wegen unterschiedlicher wertbestimmender Eigenschaften, wie Art und Maß der zulässigen baulichen Nutzung, Erschließungszustand, Bodenbeschaffenheit, Lagebesonderheiten und Grundstücksgestaltung (insbesondere Grundstückstiefe) sowie wegen eines Unterschiedes in der Höhe des zu erwartenden Erschließungsbeitrages voneinander abweichen können. Daher kann der Verkehrswert jeweils nur durch Einzelbegutachtung festgestellt werden.

Ähnlich spannend wie die alljährlichen Bodenrichtwerte dürfte der Grundstücksmarktbericht werden, den den Gutachterausschuss zu einem späteren Zeitpunkt vorlegt. Dieser zeigt noch deutlicher auf, wo aktuell Immobilien am meisten gefragt sind, ob das ländliche Wohnen in der Gunst der Käufer und Bauherren gerade steigt oder fällt und ob eine bevölkerungsärmere region wie die Eifel über Zuzug dem demografischen Wandel entgegenwirkt.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert