Bauernmuseum Lammersdorf blickt auf 30-jähriges Bestehen zurück

Von: Karl Heinz-Hoffmann
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Auch ein Stück der 30-jährigen Geschichte des Bauernmuseums: Der aktuelle und die ehemaligen Vorsitzenden des betreibenden Heimatvereins Georg Schruff, H. Jürgen Siebertz, Lothar Berger und Peter Krings. Es fehlt Hajo Fiebig. Foto: Hoffmann

Eifel. Das schmucke Fachwerkhaus gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten Gebäuden der Eifel, wobei sich dessen Bekanntheitsgrad weit über die Grenzen der Städteregion erstreckt. Das Eifeler Kleinod ist ein beliebtes Ziel für Touristen und Schulklassen.

Unzählige Busladungen von Touristen und Schulklassen haben an dem über 130 Jahre alten Bauernhaus an der Bahnhofstraße 3 in Lammersdorf in den letzten drei Jahrzehnten Station gemacht, um das bäuerliche Eifeler Kleinod zu besichtigen. Die Rede ist vom Lammersdorfer Bauernmuseum, das vor 30 Jahren eröffnet wurde.

Betrieben wird das Museum vom „Verein für Heimatgeschichte und Dorfkultur e.V. „ (Heimatverein) , der 1983 aus einem davor bestehenden Arbeitskreis hervorging. Dieser Arbeitskreis hatte sich bereits 1982 zusammen gefunden und bestand neben dem Heimatforscher H. Jürgen Siebertz aus sieben weiteren alteingesessenen Lammersdorfern. Ihr Anliegen war es, die Sensibilität der Bevölkerung für das alte Kulturgut des hiesigen Raumes wiederzubeleben.

Der Arbeitskreis machte schon kurz danach durch eine historische Fotoausstellung im Simmerather Rathaus und die Beschilderung der alten Wirtschafts- und Wanderwege auf sich aufmerksam, bevor man im Juni 1983 den Heimatverein gründete.

In diesem Jahr entstand dann auch die damals von vielen belächelte Idee, sich ein Heimatmuseum zuzulegen. Initiator war wiederum H. Jürgen Siebertz, der auf den Gedanken kam, möglichst viele noch erhaltene bäuerliche Gegenstände zusammenzutragen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Von diesen Exponaten hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon viele angesammelt, die provisorisch in einem Keller und Lagerschuppen untergebracht waren.

Diese Lagerstätten platzten aber bald aus allen Nähten. Daher habe man sich auf die Suche nach einem geeigneten Haus in Lammersdorf gemacht. „Dabei sind wir dann auf das Haus von Bienchen und Tonchen Läufer, zwei ledigen Schwestern, in der Bahnhofstraße 3 gestoßen“, erinnert sich H. Jürgen Siebertz. Es handelte sich um ein 100 Jahre altes, typisches Eifeler Bauerngehöft mit acht Räumen und einer Grundstücksgröße von 600 Quadratmetern.

Nach überaus zähen Verhandlungen sei es dann zum Kauf des Hauses gekommen. Von der Firma Junker wurde zusätzlich die hinter dem Gebäude befindliche Wiese erworben. Die Gemeinde Simmerath und das Rheinische Museumsamt leisteten einen Zuschuss, „und ansonsten bin ich dann im Dorf quasi mit dem Hut rundgegangen“, erzähltSiebertz. 22.000 Euro bekam der emsige Heimatforscher und Museumsgründer auf diese Weise im Dorf der Bessemsbenger zusammen.

Nach dem Kauf ging es dann in zügigem Tempo an das Renovieren der Immobilie, die sich insgesamt in einem schlechten und maroden Zustand befand. Nach nur fünfmonatiger Restaurations- und Gestaltungsarbeit mit 10 bis 20 freiwilligen Kräften und rund 30.000 Arbeitstunden nahm die Sache dann in Rekordzeit Gestalt an.

Um die vorhandenen Exponate zu ergänzen, sei man zudem mit einem Anhänger viel unterwegs gewesen und habe Scheunen und Bauernhöfe durchstöbert. Zudem steuerte die Bevölkerung zahlreiche Exponate bei. Am 23. September 1984 wurde das Bauernmuseum mit mehr als 2000 Exponaten im Rahmen eines Dorffestes eröffnet.

Heute präsentiert sich das Bauernmuseum dank der ehrenamtlichen Arbeit vieler engagierter Vereinsmitglieder in nie gewesenem Glanz. Alle Räume sind noch oder wurden so eingerichtet, als sei das Museum noch bewohnt und die Bewohner befänden sich nur mal eben außer Haus. Das Museum zeichnet sich dadurch aus, dass nichts in Vitrinen verschlossen oder durch Seile versperrt ist.

Den Kindern wird im Bauernmuseum die Lebensweise ihrer Vorfahren um die Jahrhundertwende näher gebracht. Sie erhalten einen Eindruck von den Beschwerlichkeiten des damaligen Lebens, wenn nur ein einziger Ofen in der Küche als Heizquelle für das gesamte Haus diente, die Toilette aus einem („Herz-“) Häuschen draußen stand, sich bis zu vier Kinder ein Bett teilen mussten oder die Freizeitgestaltung der Kinder aus der harten Mitarbeit in der Landwirtschaft bestand. Mit zahlreichen Exponaten wird die damalige Lebensweise anschaulich und begreifbar dargestellt. Der Eintritt ins Bauernmuseum ist frei.

Weitere Informationen: www.bauermuseum-lammersdorf.de.

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