Bauausschuss spricht sich gegen Pläne für Zahnarztpraxis aus

Von: olk
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Wo heute noch die Spielwiese der Familie Schlösser ist, soll bald ein großes Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Der Bauausschuss der Gemeinde Roetgen hat am Donnerstag dem geplanten Neubau einer Arztpraxis einstimmig eine Absage erteilt. Der Antrag sah vor, an der Rosentalstraße ein großes Gebäude mit einer Firsthöhe von zehn Metern zu errichten, in dem Zahnarztpraxis, Zahntechniklabor und drei Wohnungen Platz finden sollen.

Den Ausschussmitgliedern missfiel insbesondere, dass die auf der letzten Sitzung geforderten Gespräche zwischen Planer, Bauherrn und Anliegern ergebnislos verliefen. Der Anregung des Ausschusses, sich mit den Nachbarn zu verständigen, die erhebliche Einwände gegen das Bauvorhaben vorbringen, kam der Investor also nicht nach. So wurde in der Bauausschusssitzung über einen unveränderten Antrag entschieden.

Alle Fraktionen übten deutliche Kritik an dem Vorhaben: Der Bau sei „überdimensioniert“, das „Maß der Nutzung nicht verhältnismäßig“. Zudem verschlechtere sich die ohnehin unzureichende Parkplatzsituation durch die geplante Arztpraxis weiter, monierte die UWG. „Wir empfinden es als Respektlosigkeit gegenüber Ausschuss und Bürgern, dass die geforderte Verständigung mit der Nachbarschaft anscheinend nicht ernst genommen wurde“, sagte Frank Martin von der SPD.

Keine Handhabe für Gemeinde

Die Nachbarn können also aufatmen – vorerst. Denn die Städteregion Aachen könnte den Neubau schlussendlich doch genehmigen. „Auch wenn es uns nicht gefällt: Solange sich der Bauherr im rechtlichen Rahmen bewegt – und das ist hier der Fall – haben wir als Gemeinde keine Handhabe“, sagte Dirk Meyer, Leiter des Roetgener Bauamtes. „Ich gehe davon aus, dass die Bauaufsichtsbehörde das Einvernehmen ersetzen wird und das Vorhaben genehmigt. Dann bleibt der Gemeinde oder den Nachbarn nur noch der Klageweg.“

Alle Fraktionen folgten der Anregung, grundsätzliche Regelungen für Großbauten zu erarbeiten und zukünftig nicht mehr nach Einzelfall zu entscheiden. Denn Bauvorhaben dieser Größenordnung will die Gemeinde keine grundsätzliche Absage erteilen: „Roetgen kann sich nicht nur mit Ein- und Zweifamilienhäusern entwickeln“, bekräftigte Gerd Pagnia von den Grünen. Die Nachfrage nach Geschosswohnungsbau nehme auch in Roetgen zu. Deshalb regte Bauamtsleiter Meyer an, die vereinzelten Flächen, auf denen eine Bebauung dieser Art noch möglich ist, zu erhalten.

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