Bauarbeiten ziehen sich: Fels auf Burgring legt sich quer

Von: P. St.
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Blick in die Tiefe: Die mächtigen Stützwände sichern den Burgring, während oben der Verkehr durch die Baustelle rollt.
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Bei der Errichtung der Stützwände für die Hangsicherung ist handwerkliches Geschick gefragt. Projektleiter Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßenbau (li.) und Vorarbeiter Hansdieter Volland sind mit dem Ergebnis zufrieden.
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Fast wie unter Tage: Tief unter der Fahrbahn wird der Kanalsammler verlegt. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. „Wir bauen für Sie“, steht auf zwei großen Tafeln an der Kalterherberger Kehre und am Kreisverkehr Flora. Auf den 1,9 Kilometern, die dazwischen liegen, wird seit Oktober 2014 gebaut. Die immer noch auf Hochtouren laufende Sanierung des Burgrings ist das mit Abstand umfangreichste Straßenbauprojekt der zurückliegenden Jahre in der Nordeifel.

Doch die beiden Tafeln, die dem Autofahrer auch erläutern, was auf diesem Teilstück der Bundesstraße 258 gerade passiert, müssen wohl in Kürze an neue Gegebenheiten angepasst werden. Die Entwässerungssanierung der Monschauer Umgehungsstraße dauert nicht, wie hier zu lesen, bis Ende 2016, sondern bis Mitte 2017, erläuterte jetzt Projektleiter Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßenbau vor dem Beginn der letzten Bauphase. Die Geduldsprobe für Autofahrer und Anwohner geht also in die Verlängerung.

Eine Besonderheit an der Baustelle Burgring ist die Tatsache, dass die Straße währen der Weihnachtsmarktes, der Ende November beginnt, zumindest an den Wochenenden zweispurig und störungsfrei befahrbar sein muss. So hat es der Bauherr mit der Stadt Monschau vereinbart.

Im kommenden Jahr stehen dann noch 370 Meter Vollausbau der Fahrbahn plus Kanalisierung und Hangsicherung von der Einmündung Bergstraße in Richtung Kreisverkehr Flora an. Die talseitige Hangsicherung mit teilweise bis zu zehn Meter hohen Stützwänden aus Grauwacke war aufwendiger als zunächst gedacht, da die vorhandene Hangsicherung an mehreren nicht einkalkulierten Bereichen erneuert werden musste.

In der scharfen Kurve kurz vor dem Altstadt-Ausblick „Kaiserblick“ sorgte dann eine mächtige Felsnase, die tief in den Boden reichte, für Probleme und Verzögerungen. Das Kanalrohr für die Fahrbahnentwässerung musste quer durch eine ausgedehnte Felsformation gelegt werden, die in diesem Umfang vorher kaum erkennbar war. „Um allen Eventualitäten vorzubeugen, müsste man im Vorfeld alle fünf Meter eine Bodenprobe nehmen“, erläuterte Arnd Meyer. Aus Kostengründen würden solche Proben nur alle 50 Meter entnommen.

Durch diese baustellenbedingten Verzögerungen wird nicht nur der Zeitrahmen gesprengt, auch die angesetzten Kosten von 10,5 Millionen Euro werden überschritten. „Am Ende dürfte das aber keine Riesensumme werden“, hofft Meyer.

Der Projektleiter hofft ebenso, dass auch im letzten Drittel der Maßnahme die Anwohner die Großbaustelle trotz der zeitlichen Verzögerung nun weiterhin mit Geduld ertragen werden. Bislang habe es keine größeren Probleme gegeben, die nicht einvernehmlich im Dialog geklärt hätten werden können.

Das kann auch Bauleiter Helmut Schmitz, der täglich an der Baustelle präsent ist, bestätigen. Die wenigen Konflikte mit den Anwohnern habe man allesamt ausräumen können. Dabei sei es sicherlich von Vorteil gewesen, dass er als Ortskundiger und Einheimischer die Mentalität der Menschen kenne. Viel größere Probleme bereiteten dagegen die Verkehrsteilnehmer in der Baustelle. Hier wünsche er sich mehr Disziplin (s. Box).

Beim näheren Blick auf die Baustelle erkennt man erst, welcher Aufwand hier betrieben wird, damit die Fahrbahn sich nicht mehr hangabwärts bewegt und das Regenwasser den gewünschten Weg nimmt. Die neue Sammelleitung führt zu den beiden ebenfalls neuen Absetzbecken Laufenstraße und Biesweg.

In die Hangsicherung fließen nicht weniger als 2900 Kubikmeter Beton und reiht man alle sogenannten „Verpress-pfähle“, die als Fundament dienen, zusammen, kommt man auf eine Länge von 19 Kilometern. Beim Blick hinter die Kulissen der Baustelle bekommt die Frage vieler Bürger („Was macht Ihr hier eigentlich?“), die auch Arnd Meyer häufiger hört, plötzlich eine ganz neue Bedeutung.

Über allen Maßnahmen schwebt dann auch noch der Denkmalschutz, der auch vor der Monschauer Umgehungsstraße nicht halt machte. Die Bruchsteinmauern werden mit edlen Abdeckplatten abgerundet, auf die am Ende noch ein kleines Geländer kommt – als Absturzsicherung für die Benutzer des Radweges.

Für die gekonnte Verbindung zwischen den neuen und vorhandenen Mauerelementen mit Grauwacke aus der Region Köln sorgt ein Fachunternehmen aus Thüringen. Für Vorarbeiter Hansdieter Volland besteht die Herausforderung darin, „die Struktur der vorhandenen Wände beizubehalten“. Die Stützwand an der oberen Laufenstraße ist bereits fertiggestellt, derzeit bekommt die mächtige Hangsicherung an der Bergstraße ihren letzten Schliff.

Schon jetzt lässt sich erahnen, dass die Burgring-Sanierung am Ende ein straßenbauliches Vorzeigeprojekt werden dürfte. Wenn die Witterung mitspielt, dann ist die Großbaustelle in etwa zehn Monaten Vergangenheit.

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