Nordeifel - Barrierefreiheit in Ausstellungen und Infozentren

Barrierefreiheit in Ausstellungen und Infozentren

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Ausgestattet mit Brillen, die eine 90-prozentige Sehbehinderung simulieren, „erfühlten“ die Tagungsteilnehmer die Ausstellung – hier die Tastmodelle unterschiedlicher Lebewesen.
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In die Erfahrungsperspektive eingeschränkter Besucher der Ausstellung begeben: Die Teilnehmer der Fachtagung versetzten sich selbst mit unterschiedlichen Hilfsmitteln in die Rolle von Menschen mit Behinderungen.

Nordeifel. Etwa 40 Leiterinnen und Leiter von Infozentren in Großschutzgebieten aus der ganzen Republik besuchten anlässlich ihrer Jahrestagung die neu eröffnete Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ im Nationalpark Eifel. Einmal im Jahr treffen sich die Experten unter dem Dachverband Europarc Deutschland e.V. zu einem bundesweiten Austauschforum.

Vom Darß (Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft) im äußersten Norden Deutschlands bis zu den Berchtesgadener Alpen reichte das geografische Spektrum der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aber auch der Pfälzer Wald, der Harz, die Insel Rügen, der Schwarzwald, die Schwäbische Alb, die Mittelelbe und die Rhön waren mit ihren Infozentren vertreten.

Zentrales Tagungsthema war die Barrierefreiheit in Ausstellungen und Infozentren. Eine Spezialbesichtigung mit Selbsterfahrungsübungen führte ganz konkret vor Augen, wie sich unterschiedliche Einschränkungen auf die Wahrnehmung auswirken.

Wenn eine Ausstellung wirklich barrierefrei sein soll, gibt es Vieles zu beachten: So sind für sehbehinderte oder blinde Gäste nicht nur spezielle Orientierungshilfen nötig, sondern auch die Informationen der Ausstellung müssen entsprechend aufbereitet werden, um von diesen Gästen wahrgenommen zu werden. Ganz andere Hilfen sind für hörgeschädigte Gäste oder Menschen mit kognitiven Einschränkungen notwendig.

Das erst kürzlich eröffnete Nationalpark-Zentrum Eifel im Forum Vogelsang IP als Gastgeber der Tagung konnte zu diesem Themenkomplex beispielhafte Lösungen in der Ausstellung „Wildnis(t)träume“ zeigen.

Dr. Stefan Büchner, Leiter des Naturschutzzentrums Südschwarzwald und stellvertretender Sprecher der Europarc-AG, würdigte dieses Engagement: „Im Nationalpark-Zentrum Eifel wird wirklich in vorbildlicher Weise auf die Bedürfnisse von behinderten Gästen eingegangen. Dies ist eine wertvolle Hilfe und Vorbild für die Arbeit in allen Infozentren Deutschlands.“

Unter dem Motto „Natur für alle“ wird Barrierefreiheit nicht nur im neuen Zentrum, sondern seit der Gründung von Nordrhein-Westfalens einzigem Nationalpark im Jahr 2004 in den verschiedenen Einrichtungen und Angeboten des Nationalparks Eifel umgesetzt. Neben dem Thema Barrierefreiheit stand ein Blick über die Grenzen auf dem Programm der Jahrestagung: In Fachvorträgen wurde die Situation von Schutzgebieten und Infozentren in den Niederlanden und den USA vorgestellt und mit der Herangehensweise in Deutschland verglichen.

Informationen zu technischen Ausstellungsangeboten wie etwa W-Lan-basierten Audioguides und zu einem neuen Besucherzentrum im Wildnisgebiet Lieberose in Brandenburg ergänzten die Themenpalette.

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