Barrierefrei an den Vennrand

Von: P. St.
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Barrierefreiheit wie sie sein
Barrierefreiheit wie sie sein muss: Besucher mit Mobilitätseinschränkung können problemlos den großen Palsen erreichen und Natur aus nächster Nähe erleben. Foto: P. Stollenwerk

Mützenich. Es ist nicht leicht für Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder anderweitig in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, in die Natur zu gelangen. Selten sind die Wege so gestaltet, dass man ohne Hindernisse ans Ziel kommt.

Eine Ausnahme bildet da das Mützenicher Venn. Hier können ältere Menschen und Menschen mit Behinderung geradewegs in die Natur gelangen.

Klein und effektiv

Dank der Initiative „Eifel barrierefrei” - Natur für alle” des Naturparks Nordeifel ist das Naturerlebnisangebot hier erheblich verbessert worden. Dies geschah an an acht Punkten im Bereich des Naturparks - das Projekt im Mützenicher Venn ist vergleichsweise klein, aber eher effektiv. Die Projektbeteiligten stellten das Ergebnis jetzt vor Ort vor.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz am ehemaligen Zollamt Mützenich, direkt an der Staatsgrenze zu Belgien. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt der Weg geradeaus und flach durch eine renaturierte Fläche (hier standen einst mächtige Fichten) zum „Großen Palsen”, der in kaum 500 Meter Entfernung liegt. Ein Bohlenweg ist leicht zu erreichen und in einem sanften Schwung geht es zum Ufer des Palsens. Das kreisförmige Gewässer ist noch ein Relikt aus der letzten Eiszeit, und mit etwas Glück trifft man hier verschiedene Libellenarten, das Schwarzkehlchen oder den Hochmoor-Perlmuttfalter.

Die Informationstafeln ist so angebracht, dass Rollstuhl die unterfahren können und die Informationen direkt vor Augen. Dies gilt auch für das wenige hundert Meter weiter liegende Gelände am Aussichtsturm. Den Turm selbst können Rollstuhlfahrer zwar nicht nutzen, aber das abwechslungsreich gestaltete Umfeld lädt zum Besuch ein.

Weiter führt der Weg dann, wenn auch mit einer leichten Steigung zur Kaiser Karls-Bettstatt oder zum Eifel auf dem Steling. Auf 659 Meter und bei guter Sicht kann man hinaus in die Südeifel oder bis zum Siebengebirge schauen.

1,3 Millionen Euro investiert

Rund 1,3 Millionen wurden in die acht Projekte von „Natur für alle” investiert. EU und Land NRW förderten mit Maßnahmen zu 80 Prozent (rund eine Million Euro). Das Mützenicher Projekt, das in einem Zeitraum von drei Jahren fertiggestellt wurde, kostete 21.000 Euro.

„Mit diesem Projekt im Mützenicher Venn haben wir ein weiteres touristisches Highlight geschaffen, das aus eigener Kraft für die Stadt Monschau kaum möglich gewesen wäre”, lobte Hermann Mertens als Vertreter der Stadt Monschau diese Initiative. Noch vor wenigen Jahren habe man hier ein „wenig schöne Situation” vorgefunden, erinnert sich Projektbetreuer Björn Schmitz von der Stadt zurück. „Jetzt können hier alle Menschen ohne Mobilitätseinschränkungen direkt in die Natur.” Die rege Nutzung des Gebietes zeige den großen Bedarf an solchen Angeboten.

Auch Mützenichs Ortsvorsteherin Jacqueline Huppertz freute sich über die neue Errungenschaft. Zudem solle das Platz des ehemaligen Zollamtes im Frühjahr noch aufgewertet werden, wenn hier eine von Bildhauer Klaus Gehlen gestaltete lebensgroße Bronzefigur eines Schmugglers aufgestellt werden soll.

Auch Naturpark-Geschäftsführer Jan Lembach blickte zufrieden auf die Ergebnisse des Projektes, das nicht nur Land als im Rahmen eines Wettbewerbs als förderungswürdig ausgewählt wurde sondern auch dazu geführt habe, dass für die Eifel neue Besuchergruppen gewonnen worden sein.
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