Siersdorf/Monschau - Baron von Reuschenberg wandert ein letztes Mal

Baron von Reuschenberg wandert ein letztes Mal

Von: Adi Zantis
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Das Ölgemälde mit dem Landkommandeur Heinrich von Reuschenberg kehrt in die Siersdorfer Ordenskirche zurück. Foto: Zantis

Siersdorf/Monschau. Das Großgemälde mit dem Bildnis des Barons Heinrich von Reuschenberg, Baumeister der Siersdorfer Kommende, kommt zurück in die Ordenskirche St. Johannes. Wie Bau- und Kunstreferent Elmar von Reth vom Bistum Aachen und der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Hans-Josef Thoma von der Siersdorfer Pfarrgemeinde auf Anfrage bestätigten, steht der Rückführung des Gemäldes mit dem bedeutsamen Ordensrepräsentanten Heinrich von Reuschenberg von der Aukirche der Monschauer Pfarre zur Siersdorfer Johannes-Kirche nichts mehr im Wege.

Der Bistumsbeauftragte von Reth unterstrich dabei die „direkte Beziehung des Bildes nach Siersdorf” sowie „die große Bedeutung für den Ort” und äußerte „volles Verständnis für den Wunsch der Johannes-Gemeinde”. „Allerdings”, so bekräftigte von Reth, „das Bild ist nicht Eigentum der Siersdorfer Pfarre”, sondern „es wird der Gemeinde als Dauerleihgabe auf freiwilliger Basis mit einem schriftlichen Vertrag überlassen.” Hierüber haben sich, so der Kunstreferent, das Bistum Aachen, die Pfarrgemeinde in Monschau und der Siersdorfer Kirchenvorstand „gütlich geeinigt”.

In Siersdorf zeigte sich KV-Repräsentant Thoma erfreut über den „zufrieden stellenden Abschluss der langwierigen Verhandlungen” und unterstrich dabei das „freundliche Entgegenkommen” der Monschauer Gemeinde mit Pfarrer Karl-Heinz Stoffels und Kirchenvorstandsmitglied Heinrich Jansen.

Nach Thoma wird das große Gemälde in den nächsten Wochen mit einem gesicherten Transport überführt und soll im Seitenschiff der Ordenskirche an der westlichen Stirnwand einen würdigen Platz erhalten. Im Anschluss an einen Gottesdienst zum Johannesfest am Samstag, 26. Juni, um 17.30 Uhr wird das Bild feierlich eingesegnet.

Auch für den Baesweiler Heimatforscher Hans Kunnes ist die Nachricht von der bevorstehenden Rückführung des Gemäldes mit einer besonderen Freude verbunden. Als versierter Kenner der Ordensgeschichte in seinem Heimatdorf Siersdorf hatte er 1997 in der Monschauer Aukirche das Bild entdeckt und war von der Frage „Wie kommt ein Bild des Baumeisters der Siersdorfer Kommende nach Monschau?” nicht mehr losgekommen.

Die Entdeckung kam für Kunnes fast einer persönlichen Begegnung mit dem legendären Ordensrepräsentanten gleich. Das Chronogramm der Inschrift gibt den Beweis: „Imitatores estote liberi Baronis Heinrich von Reuschenberg (1762).” Das Gemäldemotiv zeigt Heinrich von Reuschenberg in Ordenstracht vor einem großen Kruzifix. Im Hintergrund ist die Stadt Jerusalem sichtbar.

Als nun auf Betreiben von Hans Kunnes 1999 ein Gespräch mit dem Monschauer Pfarrer und Domkapitular Dechant Caspar Seeger stattfand, beharrte dieser eindringlich auf das „liebgewordene Stück” in seiner Kirche. Nach der Grundrestauration hat es auch unter den Kunstwerken der Stadt Monschau einen Stellenwert, so Dechant Seeger. Obwohl auch schon damals der Bistumsbeauftragte von Reth auf die im Leihvertrag festgelegte Klausel verwies, dass das Bild der Pfarre Monschau nicht gehört. Der damalige Siersdorfer Pfarrer Franz-Josef Braun war der Ansicht: „Das Bild hat zur Ordenskirche St. Johannes einen historischen Bezug und hat hier seinen Ursprung gefunden.”

Hans Kunnes ließ aber in seinem Bemühen um das Gemälde nicht nach. Nach dem Tod von Dechant Seeger 2006 hat der eifrige Heimatforscher immer wieder auf das Anliegen hingewiesen. Erfreulicherweise wurde dem Siersdorfer Kirchenvorstand durch eine weitere Initiative und offene Gesprächen mit der Pfarre in Monschau sowie durch Unterstützung von Kunstreferent Elmar von Reth die Rückführung des Gemäldes ermöglicht. Für den verwaisten Platz in der Monschauer Aukirche konnte bereits ein neues Bild gefunden werden.
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