Monschau - Barclay James Harvest: Regentanz zu den Riesenhits

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Barclay James Harvest: Regentanz zu den Riesenhits

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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Zugabe im Regen: Die treuesten Fans interessierte nur die Musik, nicht das Wetter. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Zwischen die beiden Klassik-Wochenenden auf der Burg Monschau passt immer noch ein Pop-Konzert. Bei der 10. Open Air Klassik machte die aus England stammende Truppe Barclay James Harvest einen Abstecher in die Eifel. Die Kultband aus den 70iger Jahren hat mit ihrem orchestral geprägten Stil bis Mitte der 80er Jahre einen unverwechselbaren Sound geschaffen.

Danach wurde es ruhig. 1998 zerfiel die Gruppe in zwei Teile. Die Abteilung um Gründungsmitglied Les Holroyd wurde für Monschau verpflichtet, und auch 40 Jahre nach der Gründung spürt man immer noch das Charisma der guten alten Zeit und den Hauch von großer musikalischer Klasse.

Die Ausstrahlung von Barclay James Harvest feat. Les Holroyd ist immer noch so stark, dass das Konzert am Mittwochabend in Monschau restlos ausverkauft war. Mehr als 1400 gut gestimmte Fans schoben sich den Burgberg hinauf, und im Orchesterbereich waren noch zusätzliche Stühle aufgestellt worden.

Unspektakulär betraten die fünf Musiker im Minutenabstand die Bühne, und der erste Song, der vom Regen erzählte, sollte symptomatisch für den ganzen Abend werden. Die ersten Regentropfen fielen aus dem grauen Himmel, der die Zuschauer dann bis ans Ende des Konzertes als Dauerbenieselung begleiten sollte.

Mit Riesenbeifall begrüßten die Zuschauer Les Holroyd auf der Bühne, der mit original 70er-Jahre Blond-Mähne die Zeit ein wenig zurückdrehte.

Sanfter Rock, melodisch umsponnen, mit manchmal fast meditativen Elementen: das ist BJC. Es sei ein großes Vergnügen in Monschau zu sein, meinte der ansonsten wortkarge Holroyd, das „beautiful weather” kenne man bestens aus der Heimat.

Die Fans tauchten gerne ein in den typischen Sound der fünfköpfigen Band. Symphonische und orchestrale Kompositionen, dominiert vom breiten Klangteppich des doppelten Keyboards, überlagert mit dreistimmigen Gesang und dem mildtätigen Bass des Meisters: So klingt die bewährte Mischung.

Die Band kann aber auch anders: Punktgenaue Drums und glasklare Gitarrensoli bringen plötzlich treibenden Rock hervor. Insgesamt aber sind die Arrangements von einem leichten Gleichklang bestimmt, worin auch der Grund dafür liegen mag, dass das Hitpotential von BJH überschaubar geblieben ist.

Als nach knapp zwei Stunden Schluss sein sollte, fehlte das Wichtigste noch, die beiden unsterblichen und ewig jungen Welthits „Hymn” und „Life ist for Living.” Die Band ließ sich nach stürmischen Zugabe-Rufen nicht lange bitten, auch wenn sie nun ein wenig Pech mit dem Timing hatte.

Ausgerechnet beim Konzert-Höhepunkt wurde der Regen kräftiger und es wurde unruhig auf den Rängen, doch die wahren Fans ließen sich dadurch in ihren Tanzübungen vor der Bühne nicht stören, während andere Besucher sich bereits für den Abstieg ins Tal rüsteten. Es hätte wirklich der perfekte Ausklang eines harmonischen Konzertes werden können, doch bei Dauernässe relativieren sich selbst Meilensteine der Popmusik.

Dabei hatten die Veranstalter unter dem Strich noch Riesenglück. Nach dem Konzert setzte heftiger Regen ein, der das Konzert massiv gefährdet hätte. Zu diesem Zeitpunkt aber gab die Band bereits geduldig im Zelt der Monschau-Touristik Autogramme - bis nach Mitternacht.
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