Banküberfall in der Eifel: Mann an Raststätte niedergeschossen

Von: ag/lbe/heck
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Kampf um das Leben des Schützen: Rettungssanitäter bemühen sich, den von einem Schuss aus einer Polizeipistole getroffenen Motorradfahrer zu retten. Foto: Thomas Van Ass
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Abgesperrt: Nach dem Schusswechsel riegelte ein Großaufgebot der belgischen Polizei den Tatort ab, die Raststätte Barchon an der Autobahn E40 nach Lüttich. Foto: Thomas Van Ass
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Hier begann das Drama: Die Filiale der Sparkasse in Monschau-Höfen wurde am Freitag gegen 10.30 Uhr überfallen. Foto: Andreas Gabbert

Monschau/Lüttich. Die Serie von Banküberfällen in der Eifel hat sich dramatisch zugespitzt. Nachdem die Sparkasse in Monschau-Höfen am Freitagvormittag erneut überfallen wurde, kam es einige Zeit darauf an einer Autobahnraststätte bei Lüttich zu einer Schießerei. Dabei verletzte ein Motorradfahrer einen Polizisten schwer, ehe er selbst getroffen wurde - vermutlich der Bankräuber.

Wie die ostbelgische Zeitung Grenz-Echo berichtet, hatte sich der flüchtige Motorradfahrer zunächst eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, ehe er die Beamten schließlich abschütteln konnte. Der Mann soll dann die Autobahnraststätte Barchon an der E40 zwischen Aachen und Lüttich angesteuert haben.

Dort wurde er im Rahmen der Fahndung von einer Streife der belgischen Polizei gegen 11.50 Uhr kontrolliert, als er angeblich gerade einen Einkauf getätigt hatte. Nach Angaben der Aachener Polizei eröffnete der Zweiradfahrer sofort das Feuer auf die Beamten. Einer der Polizisten wurde zweimal in den Bauch getroffen. Der andere Beamte schoss den Mann daraufhin nieder.

Nach einem Bericht der belgischen Zeitung La Meuse soll der aus Deutschland stammende Motorradfahrer den Beamten genau unterhalb seiner schusssicheren Weste getroffen haben. Der andere Polizist habe den Täter dann in den Kopf getroffen. Der Täter sei mit dem Helikopter ins Lütticher Klinikum geflogen worden. Der verwundete Polizist wurde demnach mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Beide schwebten nun nicht mehr in Lebensgefahr.

Zum Zeitpunkt der Schießerei waren den Angaben nach zahlreiche Kunden in der Raststätte. Als die Schüsse fielen, warfen sie sich auf den Boden. Nach Zeugenangaben sollen vier oder fünf Schüsse gefallen sein. Ein Großaufgebot der Polizei sicherte am Nachmittag den Tatort.

Die Aachener Polizei erklärte am Nachmittag, es sei noch nicht offiziell bestätigt, dass es sich bei dem Schützen tatsächlich um den gesuchten Bankräuber handelte. „Dies steht nach einem ersten Abgleich von Spuren noch nicht zweifelsfrei fest“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. „Ein Zusammenhang ist jedoch wahrscheinlich.“ Die Raststätte liegt knapp 50 Straßenkilometer westlich von Monschau, die Fahrzeit über Eifeler Landstraßen und die Autobahn liegt bei mindestens rund einer knappen Stunde.

Der Überfall auf die Sparkasse Höfen hatte sich gegen 10.30 Uhr ereignet. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei flüchtete der Täter anschließend mit seiner Beute auf einem braunen Motorrad in Richtung Belgien. Er soll zur Tatzeit ein schwarzes T-Shirt mit orangefarbener Schrift und vermutlich eine Jeanshose getragen haben. Zudem trug er einen offenen Helm und eine Sonnenbrille. An dem Motorrad soll ein aufgemaltes Kennzeichen mit den Buchstaben „BO“ angebracht sein.

Zum Zeitpunkt des Überfalls hielten sich mehrere Kunden in der Filiale auf, darunter auch eine Frau mit zwei Kindern. Laut Polizei erlitt ein älteres Ehepaar einen Schock. Von herbeigerufenen Rettungssanitätern wurden die Betroffenen versorgt. Ernsthaft verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen aber niemand.

Der Überfall war der jüngste in einer Serie von ähnlichen Verbrechen in der Eifel. Bereits am 26. Juni war die Sparkassen-Filiale in Kalterherberg von einem schwarz gekleideten Mann überfallen worden. Damals hatte ein Kind beobachtet, wie ein schwarz gekleideter Mann die Bank fluchtartig verließ und mit einer Tüte in der Hand ein Motorrad bestieg.

Weitere Überfälle hatte es Ende 2012/Anfang 2013 gegeben. Damals wurden innerhalb von vier Monaten drei Sparkassen-Filialen beraubt: am 22. November 2012 die in Konzen, am 15. Februar 2013 die in Höfen und am 21. März 2013 die in Kalterherberg.

Hinweise zur Tat und dem Täter nimmt die Polizei unter Telefon 110 entgegen.

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