B258: Anlieger sind strikt gegen eine Wand

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:
11570412.jpg
„Eine Straße entsteht durch ihre Bürger“, informierte Umweltgestalterin Carmen Berck die Interessenten zum geplanten Ausbau der B 258/Monschauer Straße.

Nordeifel. „Eine freundliche Straße ist mein Wunsch“, teilte Umweltgestalterin Carmen Berck den nur 15 interessierten Bürgerinnen und Bürgern mit, die sich im Restaurant „Zur Heide“ in Lichtenbusch zum geplanten Umbau der Bundesstraße 258/Monschauer Straße informieren wollten.

„Es wird schlechter für die Anlieger, ich will aber beweisen, dass es besser werden kann“, so Berck. Sie setzt gezielt auf Farbe, auf eine freundliche Straße, auf optische Veränderungen. Das alles sei möglich. Manches ist für die interessierten Bürgerinnen und Bürger nicht leicht nach zu vollziehen. Warum eine freundliche Straße? Weil die Monschauer Straße Problemstellen habe, argumentiert Carmen Berck.

Durch diese Problemstellen entstünden Gefahren für die Nutzer der Straße. Daher gelte es, Gefahrenstellen rasch zum Besseren hin zu verändern. Eine Möglichkeit sei die optische Veränderung einer Situation, damit sie anders wahrgenommen werde. „Wird etwas als angenehm wahrgenommen, reagiert der Mensch angenehm“, sagt Berck. Werde etwas als freundlich wahrgenommen, reagiere der Mensch freundlicher.

„Wollen wir freundliches Verhalten auf dieser Straße, braucht sie eine freundliche Gestaltung“, glaubt Carmen Berck. Freundliche Gestalt erreiche man durch Farbe, Form, Licht Bewegung. Dazu gehöre auch, in die geplante Lärmschutzwand viel Farbe hineinzubringen. Die Monschauer Straße werde zur freundlichen Straße umgebaut, zu einer Straße, die ihre Anwohner gestalten sollten.

Deren Reaktionen und Wünsche hören sich allerdings weitaus anders an, als die Vorschläge der Umweltgestalterin. Es sei grässlich, aus dem Fenster auf eine Wand zu schauen. Das sei grauenhaft und zudem eine Minderung der Wohnqualität, musste Berck zur Kenntnis nehmen.

„Wir wollen unsere Straße nicht verändert haben. Wenn eine Lärmschutzwand, dann möchten wir diese mitgestalten“, war ein weiteres Argument. Es gebe keine Wand, die nicht „beschmiert worden sei, oftmals gar mit Hakenkreuzen. So etwas dürfe auf keinen Fall geschehen.

„Ich möchte diese Wand ja entsprechend gestalten“, beruhigt Carmen Berck. Sie wünscht sich von den Anliegern Anregungen, diese werde sie an Straßenbau NRW, wo sie demnächst ein Gespräch habe, weiter reichen. Sie habe zwar kein festes Konzept, aber sich viele Gedanken gemacht. „Diese Wand soll transparent sein, darauf werden farbige Bilder angebracht. Das wird gut aussehen“, schwärmt sie.

„Wir wissen genau, was wir wollen und was wir nicht wollen“, kam von den Bürgerinnen und Bürger zurück. Auf keinen Fall eine Wand, auch keine gestaltete. „So’n“ Ding passe einfach nicht dort hin. Das Geld für eine Wand möge man lieber in Flüsterasphalt investieren. Schließlich gehe es darum, was die Bürger wollen und nicht, was die Parteien sich vorstellten. Prognosen auf Mehrverkehr seien bis dato nicht eingetreten. Kreisverkehr und dreispuriger Ausbau hingen daher noch in „weiten Säcken“, so die Anwohnerseite entschieden.

Man rechne nicht damit, dass bald schon „Großes passieren werde.“ Die Planungen würden erst einmal ausgelegt, dann könne man immer noch Anregungen und Einwände vorbringen. Die „Eifeler“ seien sehr an einem Ausbau interessiert, um rascher nach Aachen zu gelangen. Dies dürfe aber nicht auf Kosten der Dorfgemeinschaft Lichtenbusch und Oberforstbachn geschehen, so eine Forderung.

„Sie sollten ihre Bemühungen minimieren, sonst bekommen die Behörden doch alles schon vorgelegt. Wir hier möchten gar nichts“, ließ man Carmen Berck deutlich wissen. Noch sei längst nichts entschieden, nichts geplant. Eine Alternative zur Lärmschutzwand sei eine bessere Gestaltung der Umwelt. Ideen zu sammeln wäre nicht verkehrt, wichtig sei eher eine Verlangsamung des Verkehrs, dann reduziere sich auch der Lärm von selbst.

Carmen Berck möchte, dass jeder Wunsch, jede Anregung, jedes Problem zur B 258 geäußert werde, um auf die weitere Gestaltung Einfluss nehmen zu können. Soviel könne sie schon verraten: „Der KG Grün-Weiß Lichtenbusch ist eine Kreuzung auf der Monschauer Straße gewidmet.“ Weitere besondere Stellen werden nach Vorschlag vorgestellt.

Die Familie Laschet und das „Heide“-Team habe ihr bereits eigene Anregungen zukommen lassen: Man wolle keine vier Meter hohe Mauer zwischen Lichtenbusch und Oberforstbach, auch nicht in Farbe. Wenn überhaupt, dann aus Glas. „Wir hatten bereits über Jahrzehnte eine Grenze in unserem Dorf. Die ist nun fast 25 Jahre weg, wir möchten nicht wieder auf der anderen Seite abgegrenzt werden.,“ hieß es.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert