Auwälder statt Fichtenforsten im Kalltal

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Über einen Zeitraum von fünf Jahren entstehen im Zuge eines Life+ Projekts an Kall (Bild) und Rur helle Fluss- und Bachauen auch dort, wo bislang Fichten sich bis an die Ufer vorgearbeitet haben. Foto: K. Enting

Simmerath. Die Biologischen Stationen des Kreises Düren und der Städteregion Aachen zeigen von Freitag, 16. Oktober, bis Mittwoch, 4. November, ihre Wanderausstellung zum Life+ Projekt „Rur & Kall – Lebensräume im Fluss“ in der Gemeindeverwaltung in Simmerath.

Die Ausstellungstafeln erläutern das Projekt und zeigen beeindruckende Bilder der Leitarten des Projektgebietes „Kalltal und Nebentäler“, das europaweit besonders geschützt ist und den Status FFH-Gebiet trägt.

Während der fünfjährigen Projektlaufzeit sollen Bäche des Kalltals für Fische und andere Wassertiere wieder durchgängig gestaltet werden. Verrohrungen werden entfernt und durch kleine Brücken mit unten offener Sohle ersetzt. Wehre und Staustufen sollen keine Hindernisse mehr für wandernde Arten sein. Aus Fichtenforsten werden naturnahe Auwälder und eine extensive Landwirtschaft fördert artenreiches Feuchtgrünland, den Lebensraum für den seltenen Blauschillernden Feuerfalter.

Das Roll-up „Life+ Bauen für den Naturschutz“ zeigt unter anderem die in 2014 durchgeführten Bauarbeiten. Betonrohre wurden aus dem Gewässer entfernt und gegen Durchlässe mit unten offener Sohle ersetzt. Nun können Bachforelle und Koppe wieder ungehindert aufsteigen. Des Weiteren wurden standortfremde Fichten gefällt. An dieser Stelle kann sich wieder natürlicher Auwald entwickeln.

Das von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen geförderte Life+ Projekt liegt im FFH-Gebiet „Kalltal und Nebentäler“ und wird von der Biologischen Station Düren gemeinsam mit der Nachbarstation in der Städteregion Aachen in einem Zeitraum von fünf Jahren (2012 bis 2016) durchgeführt. Es ist neben „Wald – Wasser – Wildnis“ und „Allianz für Borstgrasrasen“ derzeit das dritte Life+ Projekt in der Eifel und eines von 15 Life-Projekten in NRW.

Ziel des Projektes ist es, die Durchgängigkeit der Kall und ihrer Nebenbäche für wandernde Fischarten wieder herzustellen. Aber auch die Entfernung von Fichten aus dem Talraum und die Anpflanzung von Laubbäumen sowie die Entwicklung von artenreichen Wiesen sind vorgesehen. Naturferne Fichtenforste sollen zu naturnahen Moor- und Auenwäldern werden. Brachgefallene Wiesen sollen durch die Wiederaufnahme einer extensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung in artenreiche Feuchtwiesen überführt werden.

Blauschillernder Feuerfalter

Ein besonderer Augenmerk liegt dabei auf dem Blauschillernden Feuerfalter, einem kleinen Tagfalter, der auf feuchte Hochstaudenfluren und Nasswiesen mit Schlangenknöterich angewiesen ist. Dieser, von der EU als besonders schützenswert anerkannter Schmetterling, lebt noch auf einzelnen Wiesen im oberen Kalltal. Ziel ist es, seinen Lebensraum zu erhalten und wo immer möglich zu optimieren und neu zu schaffen.

Auf der Projekt-Homepage www.rurundkall.de findet man laufend weitere und aktuelle Informationen. Auch sind dort Links zu interessanten Videobeiträgen zu finden. So kann man auf dem Videoportal youtube.de im Zeitraffer verfolgen, wie die Entfichtung am Hexenplatz bei Simmerath vonstatten gegangen ist. Auch Filme über den Naturschutz an der Kall und Biber in der Eifel sind auf der Internetseite zu finden.

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