Aachen/Städteregion - Autobesitzer wollen lieber Silber und Grau als kunterbunt

Autobesitzer wollen lieber Silber und Grau als kunterbunt

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
Rekordhalter: Dieser Eschweile
Rekordhalter: Dieser Eschweiler Feuerwehrwagen ist seit 1954 ununterbrochen zugelassen und einsatzbereit. Foto: I. Röhseler

Aachen/Städteregion. Wer den Mut zur (Auto-)Farbe sucht, der muss auf den Straßen in Stadt und Altkreis Aachen ganz schön viel unterwegs sein: Ob Lila oder Orange - solche richtig auffallend bunten Farbtöne sind bei den Autofahrern in Stadt und Altkreis Aachen nicht sonderlich gefragt.

Nur jedes 100. von den rund 280.000 beim Straßenverkehrsamt in Würselen farblich erfassten Autos fällt darunter. Und auch die Ampelfarben Rot, Gelb und Grün schaffen es in der Städteregion nicht unter die Top 3. Vielmehr herrschen Grau, Schwarz und Silber vor - und damit unterscheiden sich die Automobilisten in der Städteregion nicht von denen im restlichen Deutschland. Gedeckte Farben sind nach wie vor en vogue - wobei deren Kurve bei den Neuzulassungen nach unten zeigt.

Dennoch: Nach Angaben von Reinhold Radermacher, der im Straßenverkehrsamt Herr der Daten ist, dominieren in den Garagen zwischen Baesweiler und Monschau ganz klar silbrig-graue Karosserien: So ist statistisch gesehen mehr als jedes dritte Auto in diesem Ton gespritzt. Wobei Grau nicht gleich Grau ist. Unter dieser Farbe fassen die Experten zahlreiche Zwischentöne von Achatgrau und Anthrazit, über Kieselgrau und Mausgrau bis hin zu Staubgrau und Zementgrau zusammen. In den Fahrzeugpapieren sind diese Unterschiede übrigens nicht erfasst. Die Angaben sind auf zehn Grundfarben von 0 für Weiß bis 9 für Schwarz begrenzt.

Farbenfrohe Blechkleider

Während Grau bei den bundesweiten Neuanmeldungen 2011 hinter Schwarz knapp auf dem zweiten Platz lag, sind nach Angaben des Flensburger Kraftfahrzeugbundesamtes derzeit die Farben Weiß und Braun auf der Überholspur. Jedes achte Auto, das 2011 in Deutschland neu zugelassen wurde, war weiß lackiert; der Anteil der braunen Neuzulassungen stieg von 3,6 Prozent im Jahr 2010 auf nun 6,0 Prozent.

Eine Rückkehr der farbenfrohen Blechkleider aus den 70ern und 80ern ist aber wohl eher unwahrscheinlich. Oder? „Bis zur Jahrtausendwende prägten viele bunte Farben das Straßenbild”, meint Friedrich Thordsen von der Flensburger Behörde: „Dabei wurden Rot und Blau in den 90er Jahren bevorzugt. Zum Ende des Jahrzehnts setzten sich Grau und Schwarz zunehmend durch.” Ende der 80er war noch jedes fünfte Auto weiß, vor 20 Jahren jedes vierte Auto rot.

Bei der Farb- und Kaufentscheidung spielen laut Thordsen auch das Geschlecht des Käufers und der Zweck eines Autos eine Rolle. So kaufen mehr Frauen als Männer rote, gelbe, blaue oder weiße Autos, besagt die Statistik. Dezente Farben wie Schwarz und Grau seien in erster Linie auf gewerbliche Zulassungen zurückzuführen, die mit bis zu 62 Prozent pro Jahr einen sehr großen Teil der Neuzulassungen ausmachten.

Trend hin, Farbe her: Auf Feuerrot setzt seit Jahrzehnten die Feuerwehr. Und für Radermacher ist der Daimler-Benz mit dem Kennzeichen AC-2089 ein ganz besonderes Schätzchen. „Es gibt zwar ältere Fahrzeuge. Aber dieses Feuerwehrfahrzeug der Stadt Eschweiler ist das Fahrzeug, das in der Städteregion am längsten ununterbrochen zugelassen ist - seit 1954. Und der Wagen wird noch heute bei Veranstaltungen und Vorführungen genutzt”, sagt Radermacher, der in den zehn regionsangehörigen Kommunen insgesamt knapp 300.000 zugelassene Autos, Lastwagen und Zweiräder zählt.

In absoluten Zahlen sind die meisten (Pkw: 103.980, Lkw: 5258, Motorräder: 8469) in Aachen zugelassen, die wenigsten in Roetgen (Pkw: 5064, Lkw: 180, Motorräder: 538). Doch auf die Einwohnerzahl heruntergebrochen dreht sich der Spieß um, hat die ländliche Eifel die Nase vorn. So kommen etwa in Roetgen als Spitzenreiter 609 Autos auf 1000 Einwohner. Schlusslicht ist Aachen mit 397 Autos auf 1000 Bürger.
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