Höfen - Authentischer Einblick in ein Stück industriegeschichtlicher Kultur

Authentischer Einblick in ein Stück industriegeschichtlicher Kultur

Von: P. St.
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So wurde einst in Höfen gearbeitet: Der Kulturwart des Heimat- und Eifelvereins Höfen, Dr. Bernd Jansen, kann das alte Handwerk anschaulich vermitteln. Foto: P. Stollenwerk

Höfen. Wenn Dr. Bernd Jansen den rund 80 Jahre alten Webstuhl in Betrieb nimmt, dann ist der Raum erfüllt mit einem lauten Schlagen und Scheppern. Die Kommunikation wird schwierig, aber dafür kann man voller Faszination die Arbeitsweise eines traditionellen Webstuhls bestaunen und rasch einen Eindruck davon gewinnen, wie die Kleinstwebereien in der Eifel einst funktionierten.

Allein zwölf solcher Kleinbetriebe, die allesamt für größere Webereien vor allem im Raum Aachen Aufträge abwickelten, gab es um 1950 noch in Höfen. Im Jahr 1975 schloss Höfens letzte Weberei. Es war der Betrieb von Hermann Jansen auf dem Heidgen. Aber auch nach der Schließung fühlte sich der Besitzer dem Weberhandwerk eng verbunden, 27 Jahre lang bis zu seinem Tode im Jahre 2002 hielt er die Werkstatt voll instand so dass er voll funktionsfähige Maschinen zurückließ. Hermann Jansen legte stets Wert auf die Feststellung, dass seine Webstühle innerhalb von Minuten voll einsatzbereit seien.

Das kleine Fabrikgebäude steht heute noch, aber die Webstühle sind umgezogen und stehen seit 2010 im neu erbauten Webereimuseum, das an das Haus Seebend angebaut wurde und vom Heimat- und Eifelverein unterhalten wird.

Das kleine Museum mit vier Webstühlen, von denen zwei voll funktionsfähig sind, sowie einem kompletten Ersatzteillager ist eine große Erfolgsgeschichte und bietet einen authentischen Einblick in die industriegeschichtliche Kultur der Region.

Diesen Einblick vor Ort verschafften sich jetzt auch der Präsident der NRW-Stiftung, Staatsminister a. D. Harry Kurt Voigtsberger mit Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Schumacher, denn sowohl beim Naturhaus Seebend wie auch beim Webereimuseum sorgte die NRW-Stiftung für maßgebliche Unterstützung bei Bau und Einrichtung.

Der Kulturwart des Heimat- und Eifelvereins Höfen, Dr. Bernd Jansen, im übrigen der Neffe des einstigen Kleinstwebereibesitzers, sorgte in Anwesenheit von Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter sowie Regina Scholl und Wolfgang Läufer vom Vereinsvorstand mit einer anschaulichen Führung dafür, dass die Webertradition noch einmal mit Leben erfüllt wurde.

Beim Umzug in das Museumsgebäude wurde peinlichst genau darauf geachtet, dass das Flair der einstigen Fabrikationsstätte möglichst erhalten bleibt. So musste selbst die über Jahrzehnte angesammelte Staubschicht auf den Neon-Leuchstoffröhren verbleiben.

Viele Schulklassen sind zu Gast im Webereimuseum, das jeden ersten Sonntag im Monat (April bis Oktober) von 14 bis 17 Uhr geöffnet hat. Die Kinder, die hier altersgerechte Aktivitäten rund um das Thema Wolle ausüben können, machen einen Großteil der bis zu 700 Besucher im Jahr aus. Gruppen können nach Vereinbarung das Museum besuchen. Mehr Informationen gibt es unter www.webereimuseum-hoefen.de.

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