Ausstellung mit Werken von Otto Pankok in Vogelsang und Schleiden

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Vogelsang. Otto Pankok ist einer der bedeutendsten Vertreter des expressiven Realismus in der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts.

Etliche Kunstwerke entstanden in den entscheidenden Jahren seines inneren Exils in der Nähe der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang. Seit Donnerstag, 29. September, wird er im Rahmen eines Ausstellungsprojekts „Von der Bruderschaft mit aller Kreatur - Otto Pankok (1893-1966) und sein künstlerisches Werk” im Forum Vogelsang und im Bischöflichen Clara-Fey-Gymnasium Schleiden präsentiert.

In einem Eröffnungsvortrag im Forum Vogelsang wandte sich die Tochter des Künstlers, Eva Pankok, an die 100 Gäste: „Mein Vater hat die Menschen geliebt. Die Schöpfung war für ihn das Wichtigste, daher hat er sie immer wieder gemalt. Und immer hat er sich gegen Ungerechtigkeit und gegen Machtgehabe eingesetzt, sowohl in der schlimmen Zeit des Nationalsozialismus als auch später”. Der Mensch sei für ihn nicht „Herrenmensch” sondern „Bruder”, auf Augenhöhe mit Tieren und Pflanzen, vor allem jedoch mit Menschen, die in der rassistischen Ideologie des NS als „minderwertig” aus der „Volksgemeinschaft” ausgeschlossen wurden. Mit dieser Haltung habe Otto Pankok anderen Menschen Hoffnung geben können.

Für die Kooperationspartner der Doppel-Ausstellung definierte anlässlich der Vernissage Manfred Poth, Aufsichtsratsvorsitzender der Vogelsang ip gemeinnützige GmbH, ihr gemeinsames Anliegen: „Wir wollen nachhaltige Akzente in der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und in der Verantwortung für die Zukunft zu setzen”. Dabei seien die Ausstellungsorte wohl gewählt: Etliche der gezeigten Kohlezeichnungen und Holzschnitte von Otto Pankok entstanden in den entscheidenden Jahren seines inneren Exils in der Nähe der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang.

Helmut Schuster, CFG-Schulleiter, betonte: „Für uns ist es ein Glücksfall, diese Ausstellung zeigen zu können. Die Kunst Otto Pankoks ist ein herausragendes Zeugnis der Menschlichkeit, das eine beispiellose Nähe aufweist zu dem, was wir als Pädagogen tun sollten”. Damit füge sich die Ausstellung in das pädagogische Selbstverständnis der Schule.

Vorbild an Gradlinigkeit

Zufrieden mit den Ausstellungen zeigte sich auch Initiator Georg Toporowsky, Pastoralreferent von der Seelsorge in Nationalpark Eifel und Vogelsang. Er verbindet das kirchliche Engagement in Vogelsang ip damit, sich aktiv an der Konversion der ehemaligen NS-Formierungsstätte zu beteiligen: „Otto Pankok hat diese auch christlichen Werte der Würde des Menschen und der Schöpfung überzeugend gelebt und in seinen Werken eindringlich dargestellt. In seiner Geradlinigkeit ist er für mich ein Vorbild, das anregt, Mensch und Schöpfung achtsam und mitfühlend zu betrachten”.

Für den Landschaftsverband Rheinland, Hauptgesellschafter der Vogelsang ip gemeinnützige GmbH, sprach Thomas Böll: „Der Landschaftsverband engagiert sich aus voller Überzeugung an diesem Ort der Bildung und der politischen Aufklärung. Er unterstützt daher alle Aktivitäten, die Vogelsang ip zu einem Zentrum des menschlichen Miteinander und der kritischen Auseinandersetzung machen”.

Die Teilausstellung im Forum Vogelsang zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch das Gesamtwerk von Otto Pankok und insbesondere neben den Kohlegemälden die Holzschnitte mit seinen Menschen- und Landschaftsdarstellungen. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten, die 1942-1946 in der Eifel entstanden sind. Die Teilausstellung im CFG konzentriert sich auf die großformativen, eindrucksvollen Kohlegemälde. In diesen hielt Pankok zwischen 1942 und 1946 die Landschaften der Eifel fest.

Die Doppelausstellung ist vom 30. September 2011 bis zum 15. März 2012 im Forum Vogelsang und vom 30. September bis zum 23. November 2011 im CFG zu sehen. Die Ausstellung in Vogelsang ip ist täglich von 10-17 Uhr geöffnet.

Der Eintritt zu beiden Ausstellungen ist kostenlos.
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