Kommern - Ausstellung „KinderTräume“: Batman und Spiderman im Freilichtmuseum

Ausstellung „KinderTräume“: Batman und Spiderman im Freilichtmuseum

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Die Veränderungen des Spielzeugs und auch des Spielens im 20. Jahrhundert stehen in der neuen Ausstellung im Mittelpunkt: das Gesellschaftsspiel „Risiko“ ist ein gutes Beispiel dafür.

Kommern. Das LVR-Freilichtmuseum Kommern hat in den vergangenen Jahren seinen weltweit bedeutsamen Bestand an historischem Spielzeug um einige umfangreiche Sammlungen erweitern können. Unter anderem vermachte die Kölner Kunsthändlerin Inamarie Klein dem Museum eine wertvolle Sammlung von Puppen, Baukästen und vielem mehr.

Mit der Ausstellung „KinderTräume“ gibt das Museum ab dem 14. Juni einen repräsentativen Überblick über seine Neuerwerbungen. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am kommenden Sonntag um 11 Uhr wird der Kinderliedermacher Uwe Reetz für Unterhaltung der jungen und älteren Museumsgäste sorgen. Alle sind herzlich eingeladen.

Die Veränderungen des Spielzeugs und auch des Spielens im 20. Jahrhundert stehen in der neuen Ausstellung im Mittelpunkt. So zeigt sie, wie die beiden Weltkriege, aber auch der Kalte Krieg und die Friedensbewegung zu diesen Veränderungen beigetragen haben. „Beispiel ist das Gesellschaftsspiel ‚Risiko‘, dessen Spielaufgaben seit seinem Erscheinen in den 1960er Jahren immer wieder verändert wurden“, erklärt Ausstellungskuratorin Sabine Thomas-Ziegler: „In den frühen Risiko-Editionen während des Kalten Krieges galt es, Feinde zu vernichten. Später, während der Ölkrise, galt es, Ölfelder zu erobern.“ Neben „Risiko“ sind in der Ausstellung viele weitere Strategiespiele zu sehen, die das politisch-gesellschaftliche Klima in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachzeichnen.

Micky Maus und Janosh-Figuren

Neu im Spielzeugfundus des LVR-Freilichtmuseums Kommern ist eine Kollektion von „Merchandising-Figuren“: Micky Maus und Janosh-Figuren, Speedy Gonzales, Haribo-Fingerpuppen, Batman und Spiderman geben sich in der Ausstellung ein Stelldichein. Aber auch „Mario“ ist dabei: Mobil, laut und blinkend hielten die ersten elektromechanischen Handspielgeräte, die sogenannten Handhelds, in den 1970er Jahren Einzug in die Spielwelt. „Waren die Batterien leer, war das Spiel plötzlich zu Ende“, schmunzelt Raphael Thörmer vom Freilichtmuseum, der die Handhelds dokumentiert hat: „In den 1980er Jahren wurden diese Strategie-, Geschicklichkeits-, Sport- und Kriegsspiele durch Computerchip und LCD-Anzeige ergänzt. 1989 gelang Nintendo mit dem ‚Game Boy‘ der Durchbruch auf dem neuen Spielemarkt.“

Derweil tüftelt Thörmers Kollege Nico Wiethof noch an einer Miniatur-Drechselbank, inspiriert von einem großen Vorbild, das in der Werkstatt eines Museums-Fachwerkhauses steht. Der wissenschaftliche Museumsvolontär schraubt das Modell aus kleinen durchlöcherten Metallstreifen und –rädern zusammen, die aus einem alten Technik-Baukasten stammen. Die Drechselbank wird in der Ausstellung inmitten vieler Baukästen zu sehen sein.

Veränderungen in der Puppenwelt

Weibliche Museumsgäste werden vielleicht eher an Puppen und ihren Stuben Freude finden. Nie zuvor hat sich die Puppenwelt so stark verändert wie im 20. Jahrhundert. Schließlich musste die kindliche Puppe, die von ihrer Puppenmutter versorgt wird, in den 1960er Jahren mit der Modepuppe Barbie ihre erste große Konkurrenz erfahren.

„KinderTräume“ ist keine Ausstellung nur zum Ansehen. Denn hier darf auch munter gespielt werden. Bei manch erwachsenem Besucher wird dabei vielleicht ein Kindheitstraum endlich war. Und das bis einschließlich 17. April 2016.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Museumseintritt kostenlos.

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