Vogelsang - Ausstellung „Ferien im Dritten Reich” ist ein Erfolg

Ausstellung „Ferien im Dritten Reich” ist ein Erfolg

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Vogelsang. Die Wechselausstellung „Ferien im Dritten Reich” im Forum Vogelsang geht am Sonntag, 11. September, zu Ende. Die Vitrinen mit zahlreichen regionalen Objekten aus der NS-Zeit und Schautafeln waren 16 Monate präsent. Mehr als 150.000 Gäste zählte der Veranstalter vogelsang ip gemeinnützige GmbH.

„Das ist ein schöner Erfolg für unsere erste Ausstellung mit eigenproduziertem regionalhistorischen Teil”, bilanzierte Albert Moritz, Geschäftsführer der vogelsang ip, für sein Ausstellungsteam um Vogelsang-Historiker Klaus Ring und die Kulturwissenschaftlerin Gabriele Harzheim.

„Mit der Wechselausstellung konnten wir einmal mehr zeigen, wie wir unsere Arbeit mit der Geschichte der NS-Ordensburg hier verstehen. Im Fokus unserer Vermittlungsarbeit steht die Frage: Was hat das mit mir zu tun?”, erläuterte Klaus Ring. Das zunächst positiv besetzte Thema „Ferien” habe einen persönlichen Zugang der Gäste zur propagandistischen Intention der NS-Ferienkultur sehr erleichtert.

„Eine alte Dame aus der Region sah ein Liederbuch in einer Vitrine und stimmte mit fröhlichem Gesicht sofort ein Lied daraus an”, wusste Uwe Breda, Leiter der Besucherinformation, über eine von vielen Situationen zu berichten. Dann habe sie erschrocken innegehalten. Klaus Ring: „Das Mittel der NS-Propaganda war, die Menschen mit positiven Erlebnissen für die NS-Ziele zu vereinnahmen”.

Wenn es Besuchern gelinge, diese Mechanismen zu erkennen und sich kritisch damit auseinanderzusetzen, habe die Ausstellung ihr Hauptziel erreicht.

Die zahlreichen regionalen Objekte, Fotos und Dokumente der NS-Zeit trug Gabriele Harzheim zusammen. Darunter befinden sich neben den Liederbüchern komplette Wanderausrüstungen, Wintersportgeräte, Fotoalben, Musikinstrumente und touristisches Werbematerial. Harzheim bekam Unterstützung von Sammlern und Privatpersonen aus der Eifel.

Viele Objekte werden nach Ende der Ausstellung ihren festen Platz in der historischen Sammlung von vogelsang ip finden, die Ring als „Grundstock zu einem regionalen Gedächtnis der NS-Zeit” bezeichnet. „Uns traut man einen adäquaten Umgang mit dieser Zeit zu”, das erfahre er bei vielen Gesprächen mit Gästen oder Anrufern, die noch Materialien aus der NS-Zeit besitzen und bereit seien, sie in öffentlichen Besitz abzugeben (02444/91579-0).

„Präsentationen wie diese sind wichtig, um unseren Gästen neben den Geländeführungen eine weitere Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte Vogelsangs zu ermöglichen”, sagte Albert Moritz.

„Die überregionale thematische Einbindung war ebenfalls wichtig”, so Moritz und hebt hervor, dass die Dokumentation Prora auf Rügen einen wesentlichen Bestandteil ihrer eigenen Wanderausstellung zur „Ferien”-Ausstellung beigesteuert habe. Clemens Klotz war sowohl Architekt des geplanten NS-„Kraft durch Freude”-Hotels Prora als auch der NS-Ordensburg Vogelsang.

Auch künftig soll es thematisch passende Wechselausstellungen in vogelsang ip geben. Im Zuge des Umbaus erhält das Forum Vogelsang einen Raum für Wechselausstellungen. „Wir müssen und wollen neben unserer sich zurzeit in Arbeit befindlichen NS-Dokumentation auch immer wieder mit neuen Themenausstellungen locken”, betonte Albert Moritz.

Wer sich die Ausstellung „Ferien im Dritten Reich” noch einmal kurz vor Torschluss anschauen möchte, hat noch bis zum 11. September täglich zwischen 10 Uhr und 17 Uhr im Forum Vogelsang Gelegenheit. Der Eintritt ist kostenfrei, Parken 3 Euro.
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