Roetgen - Ausstellung „Europa, was machst du an deinen Grenzen?“

Ausstellung „Europa, was machst du an deinen Grenzen?“

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Die Ausstellung zum Thema Flucht kommt jetzt nach Roetgen.

Roetgen. Im Roetgener Rathaus ist am Samstag, 10., und Sonntag, 11. Dezember, die Ausstellung mit dem Titel „Europa – was machst du an deinen Grenzen?!“ der Amnesty-Gruppe Aachen zu den Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes zu sehen.

Seit Jahren erreichen uns fast täglich Nachrichten, dass Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer oder an anderen Grenzbarrieren sterben. Die genaue Zahl der Toten kann nur geschätzt werden. Was müssen Menschen für Nöte haben, dass sie dieses Risiko auf sich nehmen?

Diese Frage stellte sich auch Inge Heck-Böckler von der Aachener Amnesty-Gruppe. „Ich wollte den Berichten nachgehen und mir selber ein Bild machen. Den erschütternden Meldungen über immer neue Tote wollte ich in Bildern und mit knappen Texten ein Gesicht geben“, so Heck-Böckler über die Entstehung der Ausstellung und den Hintergrund zu ihren Reisen nach Marokko, Sizilien und Italien in den Jahren 2014 und 2015.

An Aktualität haben diese Eindrücke und Bilder nichts verloren. „Die Eindrücke, die uns Heck-Böckler in der Ausstellung vermittelt, gelten auch heute noch. Die Aktualität dieser Ausstellung ist leider nach wie vor gegeben. Täglich ertrinken Menschen im Mittelmeer oder an den Grenzbarrieren, die Staaten aufbauen, um den Hilfesuchenden Hilfe zu verwehren“, sagt Johannes Pössinger vom Roetgener Flüchtlingsrat über die Ausstellung. „Sie führt die Misere der Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU eindrucksvoll vor Augen.“

Und so geht die Beschreibung eines Kommandanten der Küstenwache, der vor Lampedusa Dutzende von Leichen im Wasser schwimmen sah, ebenso unter die Haut wie die Darstellung der hoffnungslosen Situation der Flüchtlinge, die in Nordafrika festsitzen. Sie zeigt, wie verzweifelt Menschen sind und was sie auf sich nehmen, um nach Europa zu gelangen.

„Europa, was machst du an deinen Grenzen?“ – diese Frage stellt die Wanderausstellung, zu der der Roetgener Bürgermeister Jorma Klauss und der Flüchtlingsrat einladen. „Wir haben den Zeitpunkt der Ausstellung bewusst in die Vorweihnachtszeit gelegt, um die Weihnachtsfluchtgeschichte mit der weltenweiten Fluchtbewegung in Verbindung zu setzen“, begründet Klauss die Parallele zum Weihnachtsmarkt. „Wir müssen uns vor Augen führen, dass mehr als 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind. Weit mehr als 20 Millionen Menschen sind als Flüchtlinge oder Asylsuchende außerhalb ihres Heimatlandes.“

„Weihnachten ist nicht Flucht, sondern Hoffnung“, so sieht Ingrid Karst-Feilen, Mitarbeiterin im Flüchtlingsrat, den Zusammenhang, „eine Hoffnung, die wir den Menschen, die verfolgt werden, geben sollten. “

Die Vernissage ist am Freitag, 9. Dezember, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Roetgener Rathauses. Die Ausstellung ist an den beiden darauffolgenden Tagen zu den Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes zu sehen.

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