Aussichtspunkt am Eifelsteig in Eigenregie gestaltet

Von: P. St.
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Zum Probesitzen am neuen Rastplatz trafen sich Bauherr und Helfer: Christoph Hüpgen, Peter Berners, Herbert und Doris Nießen und Gregor Breuer (v. li.). Foto: P. Stollenwerk
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Am Anfang war die Bruchsteinmauer: Herbert Nießen (li.) und Peter Berners zu Beginn der Arbeiten. Foto: P. Stollenwerk

Einruhr. „Es ist geschafft“, sagt Herbert Nießen, setzt sich zufrieden und erleichtert auf die Holzbank und lässt den Blick vom Schlachteberg über den Obersee bis hinauf zum Aussichtspunkt Schöne Aussicht schweifen. Oberhalb des Friedhofes in Einruhr hat der 68-jährige ebenso erfinderische wie ehrgeizige Rentner einen Rastplatz mit herrlichem Panoramablick über das Dorf am See geschaffen.

Direkt am Eifelsteig liegt das sonnige Plätzchen, das im Endausbau aber fast schon den Eindruck eines kleinen perfekt gestalteten Landschaftsparks macht.

Bei dieser Privatinitiative hat Herbert Nießen nichts dem Zufall überlassen, auch wenn am Ende aus dem Aussichtspunkt ein gärtnerisches Kleinkunstwerk geworden ist und er damit die ursprüngliche Planung weit überholt hat. Entsprechend groß sind Respekt, Anerkennung und Erstaunen in die Bevölkerung beim Anblick des Platzes, in dessen Mittelpunkt eine stattliche Bruchsteinmauer steht. Davor ist eine Sitzgruppe platziert, flankiert von einem selbst gezimmerten Holzkreuz. Ein Stufenweg mit Steinplatten und Edelstahlgeländer bindet den Aussichtspunkt den Eifelsteig an, der oberhalb des Ortes durch die Hangwiesen führt. Eine üppige Bepflanzung rundet die Anlage ab.

Genau zwei Monate, vom 7. März bis 7. Mai 2015, haben die Arbeiten gedauert, und Herbert Nießen ist rundum zufrieden mit seiner Bilanz. Exakt 514 Arbeitsstunden haben er und eine Vielzahl von ehrenamtlichen Helfern investiert; allein 365 Stunden hat Herbert Nießen für sich selbst notiert. Mit seiner Privatinitiative hat er sich einen persönlichen Traum verwirklicht. Wichtig ist für ihn aber auch, dass ein solches Projekt Anreiz für andere Menschen sein könne, „Ideen und Gedanken für die Allgemeinheit in die Tat umzusetzen.“

So ist in Einruhr aus einer Böschung ein einladender Platz für Wanderer und Einheimische geworden. Nachdem Herbert Nießen mit der Gemeinde Simmerath als Grundstückseigentümer und Einruhrs Ortsvorsteher Christoph Poschen die notwendigen klärenden Vorab-Gespräche geführt hatte, startete er sein Projekt. Dank Unterstützung mehrerer Unternehmen aus Simmerath wie auch des Bauhofs der Gemeinde konnte das Projekt dann in die Phase der Umsetzung gehen.

Am Ende wurden nicht weniger als 32 Tonnen Material verbaut, von Fertigbeton über Bruchsteine bis hin zu Natursteinplatten. Dass man nun ohne Übertreibung von einem Highlight in Einruhr und am Eifelsteig sprechen kann, ist auch den verlässlichen und fleißigen Helfern zu verdanken. Peter Berners und sein Minitraktor waren stets startbereit wie auch Nachbar Christoph Hüpgen und Gregor Breuer vom Rösberg. Eine wichtige Stütze und Helferin während des gesamten Projektes war auch Ehefrau Doris.

Herbert Nießen, der detailliert und gewissenhaft den Arbeits- und Kostenaufwand der Maßnahme aufgelistet hat, hat ausgerechnet, dass der Rastplatz einem Unternehmeraufwand von rund 25.000 Euro entsprechen würde.

Nun hat der Bauherr tunlichst darauf geachtet, dass Material so günstig wie möglich zu beschaffen bzw. Sponsoren für sein Projekt zu begeistern. Dieses Unterfangen ist auch im Wesentlichen geglückt, aber unter dem Strich stehen noch knapp 3000 Euro ungedeckter Materialkosten. Herbert Nießen hofft, dass er nicht auf dieser Summe sitzen bleibt. Daher ist für Samstag, 30. Mai, ab 15 Uhr ein kleines Einweihungsfest am neuen Rastplatz geplant. Erste positive Signale für die weitere Unterstützung gibt es bereits, unter anderem vom Ortsvorsteher. Freunde, Bekannte, Bürger und alle Interessierten sind zu der kleinen Feier eingeladen und auch dazu, eine aufgestellte Spendenbox zu füllen. Wer darüber hinaus noch etwas für die Materialkosten spenden möchte, kann sich auch an Herbert Nießen direkt (Telefon 02485-911100) wenden.

Der Bauherr wünscht sich ansonsten nur noch, „dass viele Wanderer, Gäste und Einheimische hier viel Freude und schöne Momente der Entspannung finden und es es schöne Einweihungsfeier mit Namensgebung gibt“.

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