Außer Betrieb: Skilift läuft in diesem Winter nicht in Rohren

Von: Andreas Gabbert
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Den großen Lift in Betrieb zu nehmen rechne sich nicht, sagt Manfred Stein, der Betreiber des Wintersportzentrums in Rohren. Er überlegt jetzt, mehr auf Schlitten- als auf Skifahrer zu setzen. Foto: Andreas Gabbert

Rohren. Egal wie viel Schnee in diesem Winter noch fallen mag, der große Skilift im Wintersportzentrum Rohren wird nicht in Betrieb genommen. Zum ersten Mal seit 40 Jahren wurde der Lift nicht für den Winterbetrieb umgerüstet.

„Das lohnt sich einfach nicht“, sagt der Betreiber des Wintersportzentrums und der Sommerbobbahn, Manfred Stein. Er nennt dafür mehrere Gründe: das Wetter, weniger Skifahrer, die Umbaukosten und den Fremdenverkehrsbeitrag der Stadt Monschau für das gesamte Wintersportzentrum und die Sommerbobbahn.

Im Jahr 2015 sei der große Lift gerademal an einem Tag gelaufen, 2014 gar nicht, 2013 an sechs Tagen und 2012 auch keinen einzigen Tag. „Getragen wird hier alles durch die Sommerbobbahn. Das muss man ganz klar sagen“, erläutert Stein. Eigentlich sei der Winterbetrieb ein Service für Touristen und ein Aushängeschild für den Wintersport in der Stadt Monschau. „Verdienen kann man damit schon lange nichts mehr“. Wenn man die Arbeitsstunden für den Umbau und Inbetriebnahme der beiden Lifte einrechne, „zahlt man am Ende drauf“.

Hinzu komme jetzt, dass die Stadt Monschau beim Fremdenverkehrsbeitrag (s. Box) die Einstufung für das Wintersportzentrum und die Sommerbobbahn geändert hat. Bislang wurden beide Angebote zu den Sportanlagen gezählt. Nun werden sie in einer eigenen neuen Kategorie eingestuft. Diese Höherstufung seitens der Stadt bedeute für ihn als Betreiber, dass er etwa den zwölffachen Betrag pro Jahr entrichten müsse. „Das ist nicht gerade förderlich“, sagt Stein. Er habe ohnehin überlegt, den Lift für diese Saison nicht umzurüsten. Als er dann im November den neuen Bescheid erhalten habe, sei die Entscheidung für ihn klar gewesen. „Ich habe gedacht, die haben sich in der Kommastelle vertan. Dann habe ich die mir die Abgabenverordnung abgerufen und die Änderung gesehen“, sagt Stein. Bislang sei ein knapp dreistelliger Euro-Betrag im Jahr fällig gewesen, nach der neuen Staffelung sei es nun ein vierstelliger Betrag, den er zahlen müsse.

Prinzipiell hat der 53-Jährige Verständnis dafür, dass es auch mal eine Erhöhung gibt. „Wenn man die Hundesteuer erhöht, kann ja auch nicht jeder Hundebesitzer gefragt werden, ob ihm das passt. In dem Fall hätte man aber einfach mit mir sprechen können. Dafür wäre nur ein Anruf nötig gewesen“, sagt Stein. Wenn eigens eine neue Kategorie geschaffen wurde, hätte man aus seiner Sicht den Sommer- und Winterbetrieb auch getrennt voneinander behandeln und einen Kompromiss finden können.

Das Problem sei, dass der Beitrag auf der Grundlage des Umsatzes berechnet werde. Umsatz gebe es zwar auch im Winter, aber durch die Kosten für die Umrüstung eben kaum bis keinen Gewinn. In seinem Fall könne das der Gewinnsatz (siehe Box) auch nicht auffangen, sagt Stein.

Die Stadt Monschau war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bislang sieht sich Manfred Stein in seiner Entscheidung bestätigt. Die Weihnachtssaison ist wegen der milden Witterung ausgefallen und jetzt gibt es auch noch nicht genug Schnee, so dass sich der Liftbetrieb lohnen würde. „Ein klassisches Beispiel war das letzte Wochenende“, erklärt Stein.

Es seien so viele Autos wie zuletzt in den 1980er-Jahren im Ort gewesen. Es habe viel Betrieb geherrscht, rund 1500 Leute seien da gewesen, verdient habe er aber kaum etwas. „Das war gute Werbung, mehr aber auch nicht. Ich habe nur ein paar Schlitten und Langlaufski verliehen. Das war es. Es waren mal wieder zehn Zentimeter Schnee, die gefehlt haben. Dann wäre die Rechnung mit dem kleinen Lift aufgegangen, für den Betrieb des großen Liftes hätte das aber auch noch nicht gereicht“, sagt Stein.

Nun überlegt Stein einen kleinen Lift, den er noch auf Lager hat, zum Schlittenlift umzubauen. Im Gegensatz zum Skifahren reichen zum Schlittenfahren nämlich schon wenige Zentimeter Schnee aus. „Das könnte sich lohnen. Im ersten Jahr ergibt das dann vielleicht ein Geschäft von plus minus null, aber dann hat man ihn da stehen“, sagt Stein.

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