Roetgen - Ausbildungstag: Firmen wollen junge Leute für sich gewinnen

Ausbildungstag: Firmen wollen junge Leute für sich gewinnen

Von: Andreas Gabbert
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Beispiele aus der Praxis: Am Stand der Firma Dürr gab Ausbildungsleiter Roland Nießen Einblicke in die Arbeit des Unternehmens.
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Reger Andrang: Schüler aller weiterführenden Schulen in der Nordeifel nutzten die Gelegenheit, um mit Firmen in Kontakt zu kommen.

Roetgen. Eins steht für die 15-jährige Sarah Böhm fest: „Ich will später keinen Bürojob haben“, sagt die Schülerin der Privatschule Conventz aus Roetgen. Welcher Beruf für sie in Frage kommen könnte, will sie beim 17. Ausbildungstag der drei Nordeifelkommunen Roetgen, Monschau und Simmerath herausfinden.

Rund 500 Schüler aus acht Schulen sind gekommen, um sich aus erster Hand zu informieren. In der Roetgener Gemeindesporthalle, wo sich an diesem Tag mehr als 50 Ausbildungsbetriebe und örtliche Bildungseinrichtungen präsentieren und über ihre Angebote informieren, zieht die Schülerin mit einer Freundin von Stand zu Stand.

Bei der AOK hat sich Sarah schon mit Broschüren eingedeckt. Jetzt stehen beide junge Frauen am Infostand der Bundeswehr, um zu hören, welche Möglichkeiten jungen Frauen dort offen stehen. Sarah interessiert sich vor allem für den medizinischen Bereich. Dass die Bundeswehr auch in diesem Feld ausbildet, wusste sie schon vorher. Jetzt will sie es genauer wissen.

Nach einem Abstecher in die Altenpflege zieht es die Schülerin zur Landes- und zur Bundespolizei. Dort erhalten die Besucher von Dirk Kohl, Einstellungsberater bei der Bundespolizei, viele Informationen über die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, über Voraussetzungen und die geforderten Zeugnisnoten. „Für uns ist der Ausbildungstag eine gute Möglichkeit, uns darzustellen und uns ins rechte Licht zu rücken“, sagt Kohl.

Die Stände der Bundeswehr, der Polizei und des Zolls gehören bei diesem Ausbildungstag zu den am meisten beachteten. Versicherungen, Kreditinstitute und der Einzelhandel stoßen da auf deutlich weniger Interesse.

Viele Betriebe haben auch ihre Auszubildenden mitgebracht, um mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. Junge Frauen für das Thema Maschinenbau zu begeistern sei eben einfacher, wenn die Schülerinnen die Informationen von einer Auszubildenden erhalten würden, sagt Roland Nießen, Ausbildungsleiter bei der Firma Dürr. Wichtig sei aber auch, die Schüler aktiv anzusprechen und nicht einfach hinter dem Stand stehen zu bleiben.

„Sonst rennen die weiter“, sagt Nießen. Für ihn ist der Ausbildungstag eine „eine gute Basis, um den Betrieb darzustellen und interessierte Bewerber zu gewinnen. Außerdem sei der Ausbildungstag auch eine gute Möglichkeit, das Netzwerk auf lokaler Ebene auszubauen und um die Kontakte zu anderen Ausbildungsbetrieben zu pflegen, sagt Nießen.

Als eine Gruppe Schüler der Förderschule in Eicherscheid vorbeikommt, lädt er sie ein, sich die auf dem Tisch aufgebauten Apparaturen genauer anzusehen. Unter ihnen ist auch der 16-jährige Luca Wenzel aus Steckenborn. „Wir hoffen, hier etwas zu finden, das wir noch nicht kennen. Es gibt viele interessante Angebote zum Beispiel im KFZ-Bereich und im Metallbau“, sagt er.

Der Ausbildungstag dient inzwischen aber nicht mehr nur dazu, den Schülern Einblicke in die Unternehmen und die Berufswelt zu gewähren. „Inzwischen kommen die Unternehmen, um gute Auszubildende zu gewinnen. Die jungen Leute hatten noch nie so gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden“, sagt Roetgens Bürgermeister, Jorma Klauss.

Die Chance für die Betriebe, hier einen jungen Menschen für ihr Unternehmen zu begeistern, ist ebenfalls hoch. Schließlich kommen gestaffelt über den Tag verteilt alle Schulen der Nordeifel mit den Schülern, für die bald eine Entscheidung anstehen dürfte, nach Roetgen in die Gemeindesporthalle. Die Hauptschule Monschau, die Elwin-Christophel-Realschule, die Mädchenrealschule St. Ursula, das Berufskolleg Simmerath, die Förderschule Eifel, die Privatschule Conventz, das Franzikus-Gymnasium Vossenack und das St.-Michael-Gymnasium Monschau sind alle stark vertreten.

Für die Schulen ist der Ausbildungstag ein wichtiger Termin. „Hier werden Berufe vorgestellt, die die Schüler aus dem Alltag so nicht kennen. Das ist näher an der Praxis als am Computer oder bei der Berufsberatung“, sagt der Direktor des St.-Michael-Gymnasiums, Dr. Bernd Gotzen. Im Vordergrund stehe der direkte Kontakt zu den Unternehmen.

„Die Alternative wären Besuche bei jedem einzelnen Betrieb. Das ist gar nicht machbar. Es ist das geballte Angebot, das den Ausbildungstag ausmacht“, sagt der Schulleiter.

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