Ausbildungstag: „Eifeler Azubis sind etwas Besonderes”

Von: Peter Stollenwerk
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Der 10. Nordeifeler Ausbildungstag, den die Gemeinde Simmerath im Berufskolleg ausrichtete, bot viele unverstellte Einblick in das Berufsleben. Eifeler Auszubildende sieht man auch bei der Stolberger Firma Leoni (Kerpen Kabel) ganz besonders gern. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. „Voll cool”, meinte ein Schüler nach seinem Rundgang durch Flure und Räume des Berufskollegs Simmerath. Es musste also schon etwas Besonderes an diesem April-Sommertag hier stattfinden, um das höchstmögliche Lob junger Leute hervorzubringen.

Das Tagesgeschäft am Berufskolleg wurde am Donnerstag zugunsten des zehnten gemeinsamen Ausbildungstages der drei Nordeifel-Kommunen unterbrochen. 53 Firmen, Betriebe und Dienstleister präsentierten auf Fluren und in Klassenräumen ihr Ausbildungsangebot, die einen strategisch günstig an den Haupt-Durchgangsstrecken positioniert, die anderen etwas peripherer in höher gelegenen Bereichen.

800 Schüler von insgesamt zehn weiterführenden Schulen der Region hatten sich zum fünfstündigen Messetag in Simmerath angemeldet.

Der Ausbildungstag ist zwar auch der Tag der Displays, Stehtische, Flyer und kleinen Werbeartikel, aber für die Betriebe längst keine Pflichtveranstaltung mehr. Das kann auch Norbert Steinwede von der Firma Weiss Druck Imgenbroich als Teilnehmer seit der ersten Stunde bestätigen. Aus den Kontakten des Ausbildungstages hätten sich bereits mehrere Ausbildungsverträge ergeben. Durch die Kommunikation ergebe sich die Möglichkeit, die unterschiedlichen Berufsbilder exakt darzustellen.

Beste Erfahrungen mit den Ausbildungstagen in der Nordeifel hat auch die Firmengruppe Leoni (Kerpen Kabel) aus Stolberg gemacht, die mit acht Mitarbeitern am Stand vertreten ist. „Die Eifeler Auszubildenden sind etwas ganz Besonders”, weiß Hubert Brock, zuständig für die derzeit 23 Auszubildenden im Unternehmen. Die Einstellung, Motivation und Zuverlässigkeit der jungen Leute aus ländlichen Gebieten sei einfach ausgeprägter gegenüber Bewerbern aus der Stadt: „Das sieht man schon an den Bewerbungsschreiben.” So ist es auch kein Wunder, dass bei den bisherigen Ausbildungstagen bereits mehrfach Kontakte geknüpft wurden, die später in einer Anstellung mündeten.

Seit 1999 ist auch die Lammersdorfer Firma Junker Stammgast beim Ausbildungstag. 24 Lehrlinge sind derzeit hier beschäftigt und sowohl Ausbildungsverträge wie auch zahlreiche Praktika seien aufgrund des Ausbildungstages zustandegekommen, erzählt Carsten Görner. Vielen Auszubildenden empfehle man nach der Lehre ein Fachstudium in der Hoffnung, dass diese Leute dann als qualifizierte Ingenieure wieder in das Unternehmen zurückkämen.

Einen „Versuchsballon” lässt man beim Wasserwerk Perlenbach steigen. Trotz des Sparkonzeptes, erläutert Werkleiter Derk Buchsteiner, biete der neu angebotene Ausbildungsberuf des Mechatronikers eine Zukunft.

Fast im ganzen Dutzend ist der Aachener Süßwarenhersteller Zentis erschienen. Zehn der insgesamt 40 Auszubildenden haben den Auftritt in Eigenregie geplant. Klaus Maassen, zuständig für den Lehrbetrieb, sagt, wie im übrigen auch viele seiner Kollegen, dass regionale Börsen, so auch der Nordeifeler Ausbildungstag, viel effektiver seien als die größeren Messen. Gute Erfahrungen habe auch die Firma Zentis mit Eifeler Lehrlingen gemacht, denen in der Tat ein guter Ruf vorauseile: „Da ist schon etwas dran.”

Am Infostand des Stadttheaters Aachen staunt man nicht schlecht, dass die Bühne rund 300 Mitarbeiter, davon allein 66 im Orchester, beschäftigt. Die Ausbildung am Theater, die zahlreiche handwerkliche Berufe umfasst, kann auch als Sprungbrett dienen, weiß Mitarbeiter Stefan Jansen. Der frühere Bühnenmaler Kai Savelsberg hat sich als Galerist und Künstler in Monschau und darüber hinaus einen Namen gemacht.
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