Nordeifel - Ausbildungstag der Eifelkommunen: Vom Bürokaufmann bis zum Zöllner

Ausbildungstag der Eifelkommunen: Vom Bürokaufmann bis zum Zöllner

Von: jpm
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Vielleicht ist einer dieser ju
Vielleicht ist einer dieser jungen Herren ja bald Berufssoldat: Über Karrierechancen, Verdienstmöglichkeiten und Voraussetzungen informierte auch die Bundeswehr mit einem Infostand. 20 Studiengängen und 70 Ausbildungsberufen kann man bei den Streitkräften außerdem nachgehen. Foto: J. Mönch

Nordeifel. Eigentlich hat Dario Majewski im Himo nichts verloren. Er weiß das selbst am besten, schließlich hat das Unternehmen, bei dem der 15-Jährige sein Betriebspraktikum gemacht hat, ihm eine Ausbildungsstelle angeboten.

Sobald er seine Laufbahn an der Hauptschule Simmerath abgeschlossen hat, kann Dario sich aussuchen, ob er Industriemechaniker oder doch lieber Mechatroniker werden möchte. Wirklich viel zu entdecken gibt es für ihn am gemeinsamen Ausbildungstag der Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath also nicht, aber weil seine ganze Klasse dort ist, ist Dario natürlich auch mitgegangen.

Ihren Ausbildungstag führten die drei Eifelkommunen am Donnerstag bereits zum zwölften Mal durch, (Motto: „Schule, Ausbildung, Beruf - Nimm deine Zukunft in die Hand!”) dieses Mal im Himo in Imgenbroich. 56 Arbeitgeber hatten sich bei Organisator Andreas Löhner (Stadt Monschau) angemeldet, um mit den Schülern der zehn teilnehmenden Schulen in Kontakt zu kommen.

Umgerechnet bedeutet das laut Löhner eine Besucherzahl von rund 800 bis 850 Schülern. Vom Marmeladenhersteller über das Nahverkehrsunternehmen bis hin zum Krankenhaus war so ziemlich jede Branche vertreten, in der ausgebildet wird, sei es zum Zollbeamten, zum Bürokaufmann oder zum Mediengestalter.

Das mit seiner Ausbildungsstelle findet Dario Majewski natürlich ziemlich klasse: Seine Eltern sind stolz auf ihn und sein Klassenlehrer Erhard Rüttgers darf sich in einem alten Erfahrungswert bestätigt fühlen: „Das Praktikum ist unerlässlich” - denn wer nach der zehnten Klasse in die Ausbildung gehe, habe den Arbeitgeber meist als Praktikant von sich überzeugt.

Dass einer seiner Schüler bereits als Neuntklässler seine nähere berufliche Zukunft gesichert hat, ist allerdings die Ausnahme: Nur zwei bis drei von Erhard Rüttgers Neuntklässlern haben bereits eine genauere Vorstellung davon, was sie beruflich machen wollen, alle anderen seien noch sehr unentschlossen - was natürlich der Grund dafür ist, dass der Ausbildungstag nicht nur bei der Hauptschule Simmerath einen festen Platz im Terminkalender hat. „Wir kümmern uns sehr um die Berufsvorbereitung unserer Schüler”, sagt Erhard Rüttgers, „den Berufseinstieg zu finden, ist einfach schwerer als es früher einmal war.”

Hinsichtlich der Rekrutierung von Nachwuchs sind aber auch die Arbeitgeber nicht mehr auf Rosen gebettet: Stichwort demographischer Wandel. Der lässt sich auch von der Zahl der am Ausbildungstag teilnehmenden Unternehmen ablesen, die sich gegenüber der ersten Auflage der Kontaktbörse nahezu verdoppelt hat. „Was sagt euch das?”, fragte Bürgermeisterin Margarete Ritter rhetorisch ins Rund - um die Antwort gleich selbst zu geben: „Ihr seid gefragt.”

Und zwar nicht nur in den klassischen Ausbildungsberufen. Zu den exotischeren Ausbildungsberufen, über die informiert wurde, zählt etwa der Kunstglaser (Glaserei Sperling), Fischwirt (Landwirtschaftskammer NRW) oder Fachkraft Süßwarentechnik (Zentis).

Über gleich 20 Studiengänge und 70 Ausbildungsberufe unter ihrem Dach informierte die Bundeswehr, „himmlisches Bodenpersonal” suchte das Bistum und bühnenbegeisterten Nachwuchs die Schauspielschule Aachen, die auf ihre anstehenden Aufnahmeprüfungen aufmerksam machte. Auch an deutschen Bühnen erledigt sich die Nachwuchssuche offenbar nicht von selbst.

In anderen Branchen will man dem Fachkräftemangel auch mit neuen Initiativen und Ausbildungsmodellen begegnen. Und zwar mitunter gar auf internationaler Ebene, wie die Initiative Tetrra („Technology Transfer and Recruiting”) beweist. Belgische, deutsche und niederländische Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft gehen in der Euregio den „kampf um die Köpfe” gemeinsam an.

Ebenfalls im Kommen: Das duale Studium, für das die Fachhochschule (FH) Aachen beim Ausbildungstag warb. Für Arbeitgeber seien Absolventen dadurch interessant, dass die praktische wie theoretische Kenntnisse mitbringen, weiß Andreas Beumer, der für die FH acht duale Studiengänge koordiniert.

Und für die Studenten sei ein Plus, dass sie ihren Einsatz - im Gegensatz zu einem herkömmlichen Studium - vergütet bekommen. Allerdings sei ein duales Studium auch „sehr leistungsorientiert”, auch Semesterferien gibt es nicht.

Die beiden großen Aachener Hochschulen sind laut Björn Schmitz von der Monschauer Wirtschaftsförderung auch der Grund dafür, dass die Arbeitgeber der Nordeifel die „sogenannten Landflucht” junger Menschen bislang nicht in bedrohlicher Form zu spüren bekommen. Gleichwohl gelte natürlich auch in Monschau, Roetgen und Simmerath: „Die Zeiten, in denen die Bewerber den Arbeitgebern die Türe einrennen, sind vorbei.”
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