Monschau - Ausbeute der Monschauer Sternsinger kann sich sehen lassen

Ausbeute der Monschauer Sternsinger kann sich sehen lassen

Von: Julia Bäumler und Daniel Gerhards
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Voller Freude an die frische Luft: Bereits am frühen Morgen trafen die 25 jungen Sternsinger sich mit ihren Betreuern – schließlich sollte möglichst kein Haus in Monschau außen vor bleiben. Foto: J. Bäumler

Monschau. Mit Kreide, dem Stern und einer Sammelbüchse machen sie sich auf den Weg, um für ärmere Kinder zu sammeln und den Segen zu überbringen – die Sternsinger. Unter dem Motto „Segen bringen – Segen sein!“ ziehen auch in diesem Jahr in ganz Deutschland die Sternsinger durch die Straßen, singen und überbringen den Haussegen. Und so war auch Monschau an der Reihe: 25 Sternsinger-Kinder zogen durch die Altstadt und ihre Randbezirke.

In der Frühe trafen sich alle Sternsinger mit ihren Betreuern in der katholischen Kirche in Monschau. Dort legten sie ihre prächtigen Gewänder und Kronen an und ließen von Pastor Karl-Heinz Stoffels vor der Krippe die Kreide segnen. „Ihr müsst den Segen erst selber empfangen, um ihn dann zu überbringen“, erklärt der Pastor den Kindern. Gemeinsam singen sie noch das Lied „Stern über Betlehem“, bevor sie dann in acht Gruppen zu jeweils drei Kindern losziehen.

Voller Freude strömen die Kinder mit ihren bunten Mänteln aus der Kirche an die frische Luft. Die Aufregung ist zu spüren – gleich geht es endlich los! Beate Zehnpfennig, die sich schon seit vielen Jahren um die Organisation der Sternsinger-Aktion in Monschau kümmert, hastet noch eilig zwischen den Kinder hin und her und überprüft, ob auch alle mit Kreide und Zetteln versorgt sind. Johanna Kreitz, Laura Hilgers und Paul Zehnpfennig ziehen heute gemeinsam über die Haag, um dort reichlich Spenden und – das fügen sie lachend hinzu – hoffentlich viele Süßigkeiten zu sammeln.

Gesammelt wird in diesem Jahr für Gesundheitsprojekte in der ganzen Welt. „Beispielland“ ist das ostafrikanische Tansania. „Wir möchten dieses Mal den Blick auf das Thema Gesundheit lenken, da dies für die Zukunft von Kindern besonders wichtig ist“, sagt Wilfried Wunden vom Bund der katholischen Jugend (BDKJ) Aachen. Der BDKJ und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ sind Träger der bundesweiten Aktion.

Gerade mal 100 Kinderärzte

Mit den gesammelten Spenden werden unter anderem Gesundheitsstationen gefördert und medizinische Geräte und Medikamente angeschafft. Denn die medizinische Versorgung ist in ärmeren Ländern häufig mangelhaft. In Tansania sind beispielsweise die Hälfte der 44 Millionen Einwohner jünger als 15 Jahre. Trotzdem gibt es dort gerademal 100 ausgebildete Kinderärzte. „Zu wenige Krankenhäuser, zu weite Wege für die Patienten und schlechte bis gar keine Transportmöglichkeiten für Kranke – das ist die Realität, die wir in Tansania vorfinden“, sagt Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“.

Zurück nach Monschau: Dort dauert es nicht lange und die Beutel sind prall gefüllt. Doch nicht die Süßigkeiten stehen für die drei im Mittelpunkt: „Ich gehe heute mit, weil ich für die Kinder in Tansania Geld sammeln möchte. Es geht den Menschen dort sehr schlecht und da möchte man einfach helfen“, erklärt Johanna. Dann ziehen sie von Haus zu Haus, singen ganz ohne Hemmungen und sagen ihren Segensspruch auf. „20C+M+B+13“, so steht es bald an vielen Türen – das steht nicht, wie häufig angenommen, für die drei heiligen Könige Caspar, Melchior und Balthasar, sondern für den Satz „Christus mansionem benedicat“ – lateinisch für „Christus segne dieses Haus“.

Besonders beeindruckt sind Johanna, Laura und Paul davon, dass im vergangenen Jahr in ganz Deutschland insgesamt 42,4 Millionen Euro gesammelt worden sind. Das finden sie richtig toll. Doch viel Zeit zum Plaudern bleibt nicht, die Sternsinger haben noch einen langen Weg vor sich, wenn sie an jedem Haus klingeln wollen. Mittags erhalten sie dann eine Suppe von Küster Arthur Koch als kleine Stärkung im Pfarrsälchen in der Eschbachstraße.

Auch die Geschwister Eric, Kay und Jana Brandenburg sind unterwegs und sammeln fleißig. Jana ist erst sechs Jahre alt, aber schon zum zweiten Mal dabei. Sie weiß, dass es gut ist, für die armen Kinder zu sammeln und ihnen zu helfen. Ihre Brüder sind der gleichen Meinung. „Ich gehe mit, weil es für einen guten Zweck ist, außerdem macht es mir auch Spaß“, erzählt der neunjährige Kay. Alle Kinder scheinen sich die Worte von Pastor Stoffels zu Herzen genommen zu haben, und wissen, dass durch sie die Kinder in Tansania besser medizinisch versorgt werden können.

Damit scheinen die Kinder einigen Leuten einen Schritt voraus zu sein, denn es gibt auch den ein oder anderen, der nicht die Türe öffnet, obwohl er offensichtlich zu Hause ist. Bei diesen Leuten handelt es sich aber um Ausnahmen. Den Leuten, die tatsächlich nicht daheim sind, werfen die Kinder ein kleines Zettelchen und den Segen in den Briefkasten, damit die Bewohner ihn selber an ihr Haus kleben können.

Insgesamt ziehen die Kinder eine positive Bilanz aus ihrer Aktion: Die meisten Leute öffnen die Tür und werfen oft sehr großzügige Beträge in die Dose ein. Auch Beate Zehnpfennig freut sich über eine „gelungene Aktion“, erinnert sich aber auch an die viele Arbeit, die notwendig war, all die Kinder zu mobilisieren. Dadurch, dass es in Monschau keine eigene Schule gibt, sei es viel schwieriger, alle Kinder zu informieren. Am besten ablesen lässt sich das natürlich an den Einnahmen: Die liegen am Ende des Tages bei 2335 Euro. Die Monschauer Sternsinger können stolz auf sich sein.

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