Ausbau der B258: Was denken die Belgier darüber?

Von: Andreas Gabbert
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Die B 258 in Oberforstbach am frühen Morgen: Der Ausbau der Straße wird zurzeit wieder heiß diskutiert, die Zukunftsinitiative Nordeifel hat bei der DG nach der Position der Belgier gefragt. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Eine ganze Reihe von Fragen, Anregungen und Wünschen hatte die Zukunftsinitiative Nordeifel mitgebracht, und Karl-Heinz Lambertz, der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) in Belgien, hatte sich für den Gesprächstermin in Eupen viel Zeit genommen.

Den Sprecher der Zukunftsinitiative Nordeifel, Berthold Thoma aus Kalterherberg, interessierte vor allem die Meinung der belgischen Nachbarn zum Ausbau der B258 und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit. „Wenn es zum Beispiel um Ortsumgehungen auf belgischem Gebiet geht, heißt es von deutscher Seite immer, die Belgier würden nicht mitspielen. Bei der Städteregion wird in solchen Fragen auch gerne darauf verwiesen, dass sich ein grenzüberschreitender Ausschuss mit dieser Sache befasse. Wir wollten uns jetzt selbst mal ein Bild machen und einfach mal nachfragen, wie die belgischen Nachbarn die Dinge wirklich sehen“, sagte Thoma.

Zunächst erklärte Lambertz auf welchen Ebenen bereits eine Zusammenarbeit besteht. „Wenn es etwas zu klären gibt, ist die Landesregierung in Düsseldorf der erste Ansprechpartner für die DG“, sagte Lambertz. Es gebe aber auch zahlreiche Verflechtungen in der Region. In der Zukunftsinitiative Eifel arbeite man auf verschiedenen Ebenen zusammen, unter anderem ginge es um die Folgen des demografischen Wandels und um die Ansiedlung von Betrieben.

In der Euregio Maas-Rhein arbeite man seit 1976 zusammen und über die AG Charlemagne kooperiere die DG mit der Städteregion. Außerdem gebe es bilaterale Kooperationen zwischen den Gemeinden. In einem grenzüberschreitenden Ausschuss der Städteregion sei die DG aber nicht vertreten. „Von einem grenzüberschreitenden Ausschuss weiß ich nichts. Wir haben mit der Städteregion auf bilateraler Ebene zu tun oder im Rahmen der AG Charlemagne“, stellte Lambertz fest. „Mit der Ausrede, dieser Ausschuss befasse sich mit dem Thema kann man uns in Zukunft also nicht mehr kommen“, sagte Thoma.

Zum Ausbau der B258 sagte Lambertz, ihm sei nicht bekannt, dass mit der belgischen Seite Gespräche auf entscheidender Ebene geführt worden seien. Es sei aber auch nicht seine Zuständigkeit, diese liege bei der Wallonischen Region in Namur. „Wenn man glaubt, der Ausbau der B258 hinge in erster Linie von Belgien ab, dann erliegt man einer Illusion“, betonte der Ministerpräsident.

Eine völlige Illusion sei es, zu glauben, dass die Belgier in einen solchen Straßenumbau investieren würden. „Welches Problem löst eine Straße für wen in Belgien“, fragte Lambertz. Wenn ein Ausbau erwünscht sei, müsse es außerdem erst eine klare deutsche Position geben. Die B258 sei auf deutscher Seite ein zentrales Problem, aus seiner Sicht müsse die Straße entweder anders geführt oder ausgebaut werden, „da reicht auch kein Hinweis auf den ÖPNV“, sagte Lambertz.

Auch die Straße zwischen Mützenich und Eupen, die im Volksmund gerne als „Highway to hell“ bezeichnet wird, war ein Thema. Thoma fragte, wie die DG dazu stehe, wenn die Eifeler über Eupen auf die Autobahn auffahren würden. „Das werden wir zu verhindern wissen“, stellte Lambertz entschlossen fest.

Schon jetzt habe die Stadt Eupen Verkehrsprobleme zu bewältigen. „Was glauben Sie, warum die Sanierung dieser Straße so lange dauert?“, fragte der Ministerpräsident mit Blick auf deutsche Lkw, die dann zusätzlich durch Eupen rollen würden. Nichtsdestotrotz sei die weitere Sanierung für die nächsten Jahre eingeplant.

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