Aus Niederschlag kann Abwasser werden

Von: P. St.
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Alle Einleitungsstellen von Oberflächenwasser im Stadtgebiet Monschau, wie hier im Laufenbach, müssen dokumentiert und untersucht werden. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Wie komplex das Thema Abwasserbeseitigung ist, erfährt derzeit die Stadt Monschau bei der Fortschreibung ihres Abwasserbeseitigungskonzeptes (ABK). Der Gesetzgeber, in diesem Falle die Obere Wasserbehörde bei der Bezirksregierung, interessiert sich nicht nur für die korrekte Entsorgung und Behandlung des häuslichen Abwassers sondern auch für das Wasser, das vom Himmel fällt.

Denn auch aus Niederschlag kann Abwasser werden, das nicht ohne Vorbehandlung in Gewässer eingeleitet werden darf - und schon gar nicht im Trinkwassereinzugsgebiet. Mit anderen Worten: Alle Einleitungsstellen von Oberflächenwasser im Stadtgebiet Monschau, die letztlich in der Rur oder im Laufenbach enden, müssen umfänglich dokumentiert und untersucht werden.

Wie das in der Praxis aussieht, erläuterte jetzt im Bauausschuss Geschäftsführerin Petra Heinrichs-Stalitza vom Ingenieurbüro Berg & Partner aus Aachen, das für Stadt Monschau die Fortschreibung des ABK vornimmt.

Die Erlaubnis fehlt häufig

Demnach wurden im Stadtgebiet nicht weniger als 60 Niederschlagswasser-Einleitungsstellen ausgemacht, allein 29 davon in Monschau, doch nur für 55 Einleitungsstellen gibt es eine wasserrechtliche Erlaubnis. Die Obere Wasserbehörde fordert nun nicht nur, dass Erlaubnisanträge gestellt werden, sondern es muss für jede Einleitungsstelle ein detaillierter Erläuterungsbericht verfasst werden mit Belastungskategorie und den beabsichtigten Maßnahmen.

Zur Bestandsaufnahme, erläuterte die Referentin, gehöre es zunächst einmal, das eingeleitete Niederschlagswasser in drei Kategorien (unbelastet, schwach belastet, stark belastet) einzuteilen. Sämtliche Einleitungsstellen wurden per Luftaufnahme erfasst. So spielt es eine entscheidende Rolle, ob das Wasser von einem Spazierweg oder einer stark frequentierten Hauptverkehrsstraße abfließt.

Entsprechend der Belastung erfolgt dann die Behandlung; dies geht über unterschiedliche Formen der Filterung, aber auch eine Flächenversickerung kann ausreichend sein. Das Ingenieurbüro hat jetzt jeder Einleitungsstelle eine entsprechende Behandlungsmethode zugeteilt. Petra Heinrichs-Stalitza: „Wir hoffen, dass wir damit durchkommen.”

Es zeichnet sich ab, dass in der Oberen Laufenstraße in der St. Vither Straße aber auch im Hengstbrüchelchen größerer Aufwand erforderlich ist, um das eingeleitete Wasser zu behandeln. Viel Arbeit gibt es auch in Mützenich, wo man sich mit 13 Einleitungsstellen befassen muss. Filtereinsätze oder Querriegel in den Straßengräben sind hier als Maßnahmen ins Auge gefasst.

Der Zeitplan des Ingenieurbüros sieht vor, dass bis Ende Februar 2011 die Abstimmung mit den Behörden erfolgen soll; anschließend sollen dann für alle 545 Einleitungsstellen separate Erlaubnisanträge gestellt werden.

„Vorteilshabende” einbeziehen

Als „nicht so erfreulich” bewertete Gregor Mathar (SPD) das Untersuchungsergebnis. Auf die Stadt komme jede Menge Arbeit zu, und die erforderlichen Investitionen wurden sich auf die Höhe der Abwassergebühren niederschlagen. Zu klären sei auch, ob bei Maßnahmen an klassifizierten Straßen nicht auch „die Vorteilshabenden” an den Kosten zu beteiligen seien, in diesem Falle der Landesbetrieb Straßenbau.

„So schlecht sieht es gar nicht aus”, relativierte Bürgermeisterin Margareta Ritter die Aussage. An vielen Einleitungsstellen seien überhaupt keine Veränderungen erforderlich; letztlich gehe es um 15 Maßnahmen.

Ein entscheidendere Frage für die Bürgermeisterin ist hingegen, ob Wegeseitegräben Bestandteil des städtischen Abwasserbeseitigungssystems werden. Dies hänge unter anderem anderem davon ab, ob die Obere Wasserbehörde Wegeseitengräben als Gewässer einstufe. Sollte dies der Fall sein, käme auf die Bürger eine Niederschlagsgebühr zu. Eine Entscheidung gebe es noch nicht, „aber über dieses Thema wird im nächsten Jahr zu reden sein.” Betroffen wären hier vor allem die Bürger in Mützenich.
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