Aus der Eifel nach Bolivien: Das Abenteuer startet endlich

Letzte Aktualisierung:
6004283.jpg
Birthe Billmeier (rechts) und Janine Lüth haben sich dazu entschieden, sich nach dem Abitur in einem Freiwilligenprojekt zu engagieren. Ende Juli starteten sie ihre weite Reise ins große Abenteuer nach Bolivien. Dort haben sie schon einige Erfahrungen gesammelt. Hier sind sie vor dem Panorama der Kolonialstadt Sucre zu sehen, in der sie derzeit ihre Spanischkenntnisse auffrischen.

Nordeifel. Während andere Freiwillige aus der Region, von denen wir in unserer Zeitung bereits berichtet haben, noch ihre Koffer packen und Abschied nehmen, erfolgt hier schon ein erster Kurzbericht aus Bolivien von den beiden Freiwilligen der Bolivien-Brücke e.V., wo sich zwei Abiturientinnen mit Nordeifeler Wurzeln an verschiedenen Freiwilligen-Projekten beteiligen.

Janine Lüth aus Heimbach, Abiturientin des Clara-Fey Gymnasiums in Schleiden und Birthe Billmeier aus Aachen-Schmidthof, in Roetgen groß geworden und Abiturientin des Einhardt-Gymnasiums in Aachen, sind nach langer Vorbereitung und ängstlichem Warten auf ihr Visum für Bolivien am 24. Juli in Sucre, Bolivien, nach langem Flug gut angekommen.

Sechste „Freiwilligengeneration“

Seit 2008 entsendet die Bolivien-Brücke jährlich zwei oder drei Freiwillige in ihre Partnerprojekte in Bolivien. Birthe und Janine sind sozusagen schon die sechste Generation von Freiwilligen. Die Bolivien-Brücke e.V. ist ein regionaler Zusammenschluss von Gruppen, Schulpartnerschaften und Einzelpersonen in der Städteregion Aachen, der Nordeifel und dem Kreis Düren-Jülich, die in Bolivien Partnerprojekte unterstützen und hier in der Region die bolivianische Kultur und die Geschichte Boliviens mit all ihren interessanten Seiten in Schulprojekten, mit Informationsveranstaltungen und Konzerten bolivianischer Gruppen und Ausstellungen näher bringen wollen.

Die Bolivien-Brücke ist Mitglied im SDFV-Trägerkreis Aachen (Soziale Dienste für Frieden und Versöhnung im Bistum Aachen) und vom BMZ anerkannte Entsendeorganisation für das Programm „weltwärts“.

Die Partnerschaften werden durch die seit 2008 ununterbrochene Kette von Freiwilligen intensiv gestärkt. Birthe und Janine setzen die Kette fort. Drei Wochen werden sie in Sucre (siehe Fotos) einen Sprachkurs absolvieren, in dem nicht nur weiter Spanisch gelernt wird, sondern auch Land und Leute, Gebräuche und kulturelle Unterschiede vertiefend erfahren werden.

Abenteuer gestartet

Nachdem die Beiden am 23. Juli ihr großes Abenteuer starteten, haben sie nun einen ersten Bericht geschickt, in dem sie die ersten Tage in der neuen Heimat beschreiben.

Lange hatten sie sich auf den 23. Juli vorbereitet. In ihrem Terminkalender gab es monatelang schon keine Lücken mehr, denn angefangen mit dem Abitur über die Visabeantragung bis hin zu den Verabschiedungen musste alles gut durchgeplant sein.

Als Weltwärts-Freiwillige der Bolivien-Brücke e.V. werden Birthe Billmeier und Janine Lüth ein Jahr lang in zwei unterschiedlichen Projekten in Bolivien mitarbeiten.

24 Stunden Anreise

„Als wir am Brüsseler Flughafen ankamen, war es endlich so weit: Unser einjähriges Abenteuer sollte beginnen!“, erinnern sie sich an den Moment, in dem ihre Pläne zum ersten Mal zur Realität wurden. „Als wir schließlich im Flugzeug saßen, überstieg allmählich die Vorfreude alle unsere Gefühle des Abschieds, der Ungewissheit und der persönlichen Ängste“, sagen Birthe und Janine.

Nach ihrer fast 24-stündigen und sehr anstrengenden Reise landeten sie in Sucre, auf dem wohl kleinsten Flughafen, den sie je gesehen hatten. Sucre ist nominell die Hauptstadt Boliviens, allerdings befinden sich inzwischen alle Regierungsämter, bis auf den Obersten Gerichtshof, in La Paz, dem höchstgelegenen Regierungssitz der Erde.

Für ihre ersten drei Wochen in Bolivien ist Sucre ihre gemeinsame Heimat. „Wir wohnen in einem Hostal im Zentrum, so dass wir sehr gut zu Fuß die Innenstadt erkunden können“, sind die Beiden glücklich mit der Lage ihrer vorübergehenden Bleibe.

In dieser Zeit vertiefen sie ihre Spanischkenntnisse nicht nur in ihrem Sprachkurs, sondern auch durch alltägliche Begegnungen mit Einheimischen, wie zum Beispiel auf dem Markt in Sucre, wo sie schon einige interessante Dinge beobachten konnten.

„Nach dieser dreiwöchigen Eingewöhnung werden wir dann jeder erst einmal ganz auf uns alleine gestellt sein“, erklären die Beiden den Ablauf des Programms. Denn ab Ende August beginnt die Arbeit in ihren Projekten.

Janines Heimat wird Sucre bleiben, denn dort wird sie in einem Kulturzentrum, dem „Centro Cultural Masis“ arbeiten.

Die Los Masis kommen ungefähr alle vier Jahre nach Deutschland zu einer Konzertreise. Sie waren auch schon in der Grundschule Heimbach, wo Janine die Masis bereits als Grundschulkind kennengelernt hat. Jetzt hilft sie demnächst im Zentrum mit, betreut Kindergruppen und das kleine Musikalien-Geschäft mit Ausstellung.

Für Birthe heißt es jedoch erst einmal Abschied von Sucre zu nehmen, denn sie wird ihren Freiwilligendienst in einer Kindertagesstätte, dem „Kürmi“, in El Alto absolvieren. El Alto ist eine indigene Einwandererstadt rund um den höchsten internationalen Flughafen der Welt La Paz, der auf 4000 Meter Höhe liegt. El Alto ist aber mittlerweile selbstständig und mit fast einer Million Einwohner auch größer als La Paz.

Hausaufgabenbetreuung

Vor beziehungsweise nach der Schule besuchen viele Kinder das Zentrum Kürmi der Stiftung Focapaci. Sie essen dort, spielen, machen Hausaufgaben und werden sozial gefördert, da ihre oft alleinerziehenden Mütter berufstätig sind und sich als eingewanderte indigene Familien vom Land in der Stadt El Alto oder La Paz erst ein Leben und eine Zukunft aufbauen müssen.

„In unseren ersten zwei Wochen hier in Bolivien konnten wir schon einige Einblicke in die neue Kultur gewinnen, wie zum Beispiel Marktbesuche, kulinarische Spezialitäten und die Vorbereitungen auf den bolivianischen Nationalfeiertag am 6. August“, berichten die Beiden.

„Natürlich fallen wir hier als Europäerinnen in gewisser Weise auf, aber dennoch fühlen wir uns schon sehr wohl, da wir sehr nett aufgenommen wurden und die Sucrenser uns an ihrem alltäglichen Leben teilhaben lassen.“ Viele neue Eindrücke warten auf sie, da jeder Tag ein neues kleines Abenteuer für sie bringt.

Weitere Informationen

„Wir sind froh, dass wir einen so guten Einstieg in unseren Freiwilligendienst haben, obwohl wir immer noch nicht realisieren können, dass unser lang ersehntes Jahr in Bolivien nun Wirklichkeit wird.“ Demnächst werden sie auch von ihrer Arbeit berichten.

Wer mehr über die Arbeit der Bolivien-Brücke wissen will, über ihre Projektpartner und deren Arbeit oder sich als Abiturient/in 2014 für ein Jahr in Bolivien bewerben will (bis zum 15. November 2013), kann alles unter www.bolivien-bruecke.de nachsehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert