Monschau/Beringen-Mijn - Aus dem Regen gerettet: Dankeschön nach mehr als 50 Jahren

Aus dem Regen gerettet: Dankeschön nach mehr als 50 Jahren

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Ein Dankeschön für die Rettung am Zeltplatz vor 56 Jahren: Die belgischen Pfadfinder Kamiel Vanwonterghem, Naeten Jean, Jozef Verniers, Maurice Maesen, Greta Wellens und Elza Stevens (v.l.) besuchten Ingo Mertens (4. v.r.) und Christoph Breuer (3. v.l.) von der Monschauer Feuerwehr. Foto: S.M. Berners

Monschau/Beringen-Mijn. „Es hat geregnet, geregnet und geregnet.” Das Zeltlager an Dreistegen im Jahr 1954 wird Maurice Maesen nie vergessen. Vor allem nicht die Nacht vom 14. auf den 15. August. Gemeinsam mit 69 anderen Pfadfindern hatte er damals ein großes Zeltlager an Dreistegen aufgebaut.

In die Rur hatte Maesen Wasserräder eingebaut, und mit seiner Tüftelei in alle Zelte elektrisches Licht gebracht. „Davon ist aber nichts mehr übrig geblieben.”

Eine damalige Leiterin der Wölflinge hielt im Reisetagebuch fest, wie sie um 20.30 Uhr die 18 jüngsten Pfadfinder zu Bett gebracht hatten. Um 23.30 Uhr dann der Anruf: „Schnell, nehmen Sie ihre Decken, sie werden sofort evakuiert. Das Zeltlager hier ist überschwemmt. Wir fahren nach Monschau.” Noch bevor sie ihre Taschenlampe und den Regenmantel gefunden hatte, war der erste Wagen der Monschauer Feuerwehr vor Ort. Den Einsatzbericht haben die Feuerwehrleute bis heute verwahrt.

„Die Kinder konnten unmöglich in den Zelten bleiben”, erzählt Maesen, der damals 18 Jahre alt war. Also wurde der Zeltplatz evakuiert. Mit dem Löschzug ging es in die Altstadt. „Wir wurden im Feuerwehrgerätehaus, in der Schule und im Rathaus untergebracht”, erzählt Maurice Maesen. „Und einige haben sogar im Gefängnis übernachtet”, fügt Jozef Verniers, damals 16 Jahre alt, hinzu.

„Im Haus von Doktor Jouck wurde am nächsten Morgen die Feldküche installiert, und ganz schnell war das Butterbrot für 70 Personen angerichtet”, erzählt Maesen. Butter und Brot hatte Doktor Jouck vorher aus dem Lager geholt. Und dann kamen auch schon die Busse aus Belgien. „Ich bin mit einigen anderen noch eine Woche dort geblieben. Wir mussten ja warten, bis alles wieder trocken war. Erst dann konnten wir einpacken.”

Mit Baumstämmen hatten die Pfadfinder Stege gelegt, damit wir überhaupt über die sumpfigen Wiesen gehen konnten. Bei seinem letzten Besuch in Monschau hat Maesen das Feuerwehrgerätehaus in der Altstadt entdeckt. Erinnerungen wurden wach. Also suchte er Kontakt zum Löschgruppenführer. Jetzt statteten Maurice Maesen und die anderen Pfadfinder den Feuerwehrleuten Ingo Mertens und Christoph Breuer einen Besuch ab.

Als Dankeschön für die Hilfe vor 56 Jahren gab es einen Karton voll „Löschmittel”. Auch bei der Feuerwehr ist der Einsatz unvergessen. Die Pfadfinder-Evakuierung ist in den Chroniken nachzulesen. Und den Einsatzbericht von damals können die Pfadfinder nun mit in ihre Heimat nehmen. Noch heute reisen die Pfadfinder gemeinsam durch die Welt.

„Heute schlafen wir aber nicht mehr im Zelt”, sagt Kamiel Vanwonterghem lachend. Sechs von ihnen waren schon damals, an Dreistegen dabei. Greta Wellens, Elza Stevens, Naeten Jean, Kamiel Vanwonterghem, Maurice Maesen und Jozef Verniers: „Wir haben danach noch viele andere schöne Fahrten gemacht, aber an diese kann ich mich am besten erinnern.”
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