Roetgen - Aufwertung in Sicht? Neue Pläne für Roetgens alten Bahnhof

Aufwertung in Sicht? Neue Pläne für Roetgens alten Bahnhof

Von: ag
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Verwahrlostes Gelände: Aufwertung und neue Nutzungen am alten Bahnhof stehen auf Bürgermeister Klauss‘ Agenda. Foto: Andreas Gabbert

Roetgen. Das Gelände am ehemaligen Bahnhof wirkt stellenweise verwahrlost. Der Parkplatz sieht aus wie eine Kraterlandschaft, das Gras wächst wie es will und der Stellplatz für Wohnmobile ist nur durch ein verrottetes Schild als solcher zu erkennen. „Für viele Besucher, die von Aachen über den Vennbahnradweg kommen, ist es das Erste, was sie von Roetgen sehen. Das hinterlässt keinen guten Eindruck“, sagt Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss.

Das ehemalige Bahnhofsgelände liegt zwar im Roetgener Gemeindegebiet, es gehört jedoch zum Staatsgebiet des Königreichs Belgien. Die Verwaltung des Geländes erfolgt durch die SNCB-Holding für die belgische Eisenbahn. Aufgrund dieser besonderen Situation wurde das Gelände bisher nicht umfassend in die städtebauliche Entwicklung der Gemeinde einbezogen.

In der Vergangenheit hatten die Versuche der Gemeinde, mit den belgischen Behörden eine langfristige Nutzung des Geländes zu erreichen, lediglich zu bescheidenen Ergebnissen geführt. Der wenig einladende Wohnmobilstellplatz wurde eingerichtet und eine Pflege der Grünflächen vereinbart, die aber offensichtlich nur unzureichend erfolgt.

Seit Anfang 2014 gibt es keine vertraglichen Vereinbarungen mehr zwischen der SNCB-Holding und der Gemeinde Roetgen. Trotz mündlicher Vereinbarungen scheiterte die Verlängerung des Pachtvertrages mit der Gemeinde.

Bürgermeister Jorma Klauss würde das Gelände gerne wieder pachten und die Situation grundlegend ändern. Schon Anfang September 2015 hatte er im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, eingeladen, sich selbst ein Bild von der Situation zu machen.

Der hatte daraufhin angekündigt, Kontakt zur SNCB-Holding aufzunehmen und Gespräche anzustoßen. „Wenn dieser Fall in der Kompetenz der Europäischen Gemeinschaft liegen würde, wäre die Sache längst geregelt“, sagte Schulz im September. Es sei aber eine Angelegenheit souveräner Nationalstaaten. „Wir können nicht vom vereinten Europa sprechen, wenn ein paar Grenzsteine eine Entwicklung verhindern“, erklärte Schulz.

Inzwischen hat Klauss unter der Mitwirkung der Büros von Pascal Arimont, der Ostbelgien im Europäischen Parlament vertritt, und Sabine Verheyen, Mitglied des Europaparlaments aus Aachen, konkrete Verhandlungen mit der belgischen Bahn geführt. „Wir sind einen guten Schritt weitergekommen. Einer Anpachtung steht nicht mehr viel im Wege“, sagt Klauss. Auch einer weitergehenden Entwicklung des Geländes stehe die SNCB nicht im Wege und werde dies positiv begleiten. Kaufen dürfe die Gemeinde das Bahnhofsgelände aber nicht, das verbiete der Versailler Vertrag.

Klauss könnte sich eine deutliche Qualitätssteigerung des Wohnmobilstellplatzes vorstellen. Auch ein Busverknüpfungspunkt mit Park&Ride-Möglichkeit ist für Klauss an dieser Stelle vorstellbar, wenn der Bedarf da sei. Andererseits müsse man mit Investitionen zurückhaltend sein, da es lediglich die Pachtmöglichkeit gebe. Eine langfristige Entwicklung des Geländes sei nur gemeinsam mit der Gemeinde Raeren und der SNCB möglich.

Gerne würde Klauss an dieser Stelle eine Erinnerung an die Befreiung Roetgens sehen. Am ehemaligen Bahnhof in Roetgen sollen amerikanische Truppen im Zweiten Weltkrieg erstmals deutschen Boden betreten haben. Außer einer kleinen Plakette an der Wanderstation gibt es bisher nichts, was auf dieses historische Ereignis hindeuten würde.

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