Nordeifel - Aufmerksamkeit für besondere Menschen: Welttag des Down-Syndroms

Aufmerksamkeit für besondere Menschen: Welttag des Down-Syndroms

Von: breu
Letzte Aktualisierung:
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Ob behindert oder nicht behindert, alle Kinder müssen gleich behandelt werden: Das fordern Eltern von Kindern mit dem Downsyndrom. Foto: Kornelia Breuer

Nordeifel. Als Down-Syndrom bezeichnet man eine spezielle Genveränderung beim Menschen, bei der das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorliegen. Daher lautet eine weitere übliche Bezeichnung Trisomie 21. Angelehnt an diese Zahl findet alljährlich am 21. März der Weltdownsyndromtag statt.

Seit August 2006 treffen sich auch etwa 20 betroffene Familien der Nord- und Rureifel regelmäßig, um in der Familiengruppe Erfahrungen auszutauschen. Die Gruppe hat sich den Namen „Die Kleeblätter” gegeben. Bei diesen Treffen geht es immer bunt und fröhlich zu, die Kinder und ihre Geschwister spielen und turnen, und auf den ersten Blick sind die behinderten Kinder nicht von ihren Geschwistern zu unterscheiden.

Die Eltern haben bei den Treffen die Möglichkeit, sich auszutauschen. Sie berichten von ihren Erfahrungen im Umgang mit den Behörden, über Fördermöglichkeiten und die Probleme mit der Integration ihrer Kinder. Allerdings stoßen Eltern, die die bestmögliche Förderung für ihr Kind wünschen, immer wieder auf Unverständnis und Ablehnung.

Für gewöhnlich erfolgt die Entwicklung von Kindern mit Downsyndrom im Vergleich zu der von Regelkindern bis zum fünften Lebensjahr etwa im halben Tempo. Dabei schreitet die Entwicklung (zum Beispiel rezeptive Sprache/Sprachverständnis) in der Regel schneller voran als die motorische (etwa krabbeln, sitzen, laufen). Danach erfolgt meist eine Umkehrung.

Regelschulabschlüsse

Die Eltern wünschen sich für ihre Kinder, dass sie mit nicht behinderten Kindern gemeinsam aufwachsen, den gleichen Kindergarten besuchen und unter Umständen eine Regelschule besuchen. Wenn das gelungen ist, so berichtet eine Mutter, „gibt es in den Einrichtungen keine Probleme, die Kinder werden akzeptiert, finden Freunde und bereichern das Sozialverhalten in der Gruppe.”

Bis heute besuchen Kinder mit Downsyndrom meistens eine Schule für geistig Behinderte, aber auch Lernbehindertenschulen, andere Förderschulen und Integrationsklassen an Regelschulen können Schüler mit Down-Syndrom aufnehmen. Die meisten Kinder können heutzutage mit den nötigen Hilfen Lesen und Schreiben erlernen und erwerben zumindest Grundkenntnisse im Rechnen. Teilweise erwerben Menschen mit Trisomie 21 Regelschulabschlüsse, in zunehmendem Maße ergreifen sie Regelberufe in der freien Wirtschaft.

Defizitorientiertes System

Die UN-Behindertenkonvention begründet keine Sonderrechte für Menschen mit Behinderungen, sondern stellt klar, dass sie die gleichen Rechte haben wie alle anderen auch. Um ihren Kindern alle Möglichkeiten zu eröffnen, müssen die Eltern immer wieder kämpfen. „Um Pflegegeld, Behindertenausweis und individuelle Förderung zu erhalten, müssen wir zunächst beweisen, was unser Kind nicht kann”, bedauert eine Mutter das defizitorientierte System.

Der Weltdownsyndromtag will aufmerksam machen auf diese besonderen Menschen. Auffallend viele Menschen mit Downsyndrom haben besondere Fähigkeiten im Bereich des Sozialverhaltens und der Emotionalität, die bereits im Kleinkindalter beobachtet werden können.
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