Aufmerksamer Schäferhund spürt vermisste Frau auf

Von: Max Stollenwerk
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Ein glückliches Ende nahm die Suche nach einer vermissten Frau aus Kesternich. An dieser Stelle im Weidenbachtal zwischen Steckenborn und Kesternich fanden Matthias Krüttgen, sein Vater Paul und Schäferhund Barry die 53-Jährige Frau. Foto: Max Stollenwerk

Kesternich/Steckenborn. Ein aufmerksamer Schäferhund ist am Sonntagmorgen zum Helden geworden, weil er eine seit dem Vortag vermisste Frau aus Kesternich im Weidenbachtal zwischen Kesternich und Steckenborn ausfindig gemacht hat.

Am späten Samstagabend erhielt die Polizei um 21.50 Uhr eine Vermisstenmeldung der Familie. Man fürchtete Schlimmes. Daraufhin wurde die 53-Jährige mit mehreren Suchhunden sowie dem Polizeihubschrauber „Hummel“ in einer aufwendigen Polizeiaktion gesucht. Nach mehreren Stunden musste die Fahndung gegen 2.30 Uhr in der Nacht zum Sonntag jedoch abgebrochen werden.

Eine glückliche und unerwartete Wendung nahm die Geschichte dann am Sonntagmorgen. Wie es Matthias Krüttgen aus Steckenborn regelmäßig macht, war er auch an diesem Sonntag gemeinsam mit Schäferhund Barry und seinem Vater Paul zu einem Waldspaziergang aufgebrochen. Sie hatten sich die Strecke von Kesternich nach Steckenborn durch das Weidenbachtal für ihre Wanderung ausgesucht, als Schäferhund Barry plötzlich am Wegesrand Halt machte. „Barry ist stehen geblieben und wir dachten zuerst, dass er ein Reh gesehen hat und haben ihn dann erst einmal an die Leine genommen“, erzählt Matthias Krüttgen.

Doch der Hund hatte etwas anderes gewittert. „Als er dann noch mehrmals gestockt hat, sind wir auch stehen geblieben und haben einen Blick in den Wald geworfen“, so der 31-Jährige Ofen- und Luftheizungstechniker aus Steckenborn. Bei genauerem Hinsehen entdeckten er und sein Vater dann eine Person im Wald. „Wir haben zuerst die Kleider gesehen und sind dann zusammen mit dem Hund in den Wald gegangen“, sagt Krüttgen.

Sie hätten die Person ohne den Hund vermutlich gar nicht bemerkt. „Die Frau saß tief im Wald im Dickicht auf einem Baumstumpf und hat zunächst überhaupt nicht reagiert. Erst beim vierten energischen Ansprechen habe sie aufgeschaut und nur gesagt ‚Mir geht es nicht gut.‘“ Er habe umgehend einen Notruf abgesetzt, um einen Krankenwagen für die stark unterkühlte Frau anzufordern.

Da der Fundort ziemlich tief im Wald gewesen sei, habe er den Krankenwagen zu sich nach Hause bestellt und seine Mutter den Wagen dann zur richtigen Stelle gelotst. Dieser hat die 53-Jährige dann vom Fundort abtransportiert und zur weiteren Versorgung in eine umliegende psychiatrische Einrichtung gebracht.

Im Nachhinein erzählt Matthias Krüttgen, dass man den glücklichen Ausgang einem großen Zufall verdanke. „Wir haben uns spontan für den Weg entschieden und dann hat Barry die Frau auch noch aufgespürt.“ Der Notarzt habe sich herzlich bei ihm bedankt und gesagt, dass es ein paar Stunden später vermutlich bereits zu spät für die Frau gewesen wäre.

Kurios an dem Vorfall sei auch, dass seine Ehefrau, die aus Kesternich stammt, ihn noch kurz vor dem Spaziergang gefragt habe, „ob ich nicht von der vermissten Frau aus Kesternich gehört hätte“.

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