Auf oft zu dünnem Eis: Warnungen fruchten nicht immer

Von: ess
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Diese drei „Eisläufer” habe
Diese drei „Eisläufer” haben noch einmal Glück gehabt. Sie konnten den zugefrorenen Obersee unversehrt wieder verlassen. Dennoch setzte es eine eindringliche Ermahnung der Polizeibeamten, die den gefährlichen Spaziergang beobachtet hatten. Foto: P. Stollenwerk

Einruhr. Der Obersee ist zugefroren. Das ist verlockend - und lebensgefährlich. „Denn man sieht nicht von oben, wie dick das Eis ist”, weiß Joachim Lange, Abteilungsleiter beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER).

„Mehr als warnen und Schilder aufstellen können wir nicht”, so Lange, „das Risiko können wir ohnehin niemandem nehmen.”

Das wird bisweilen dann doch auf lebensgefährliche Weise unterschätzt. Obwohl es auch in diesem Winter bereits wieder einige fatale Beispiele gibt.

In Nettetal beispielsweise bricht ein 43-jähriger Niederländer beim Schlittschuhlaufen auf einem See ein und wird vermisst.

In Obersontheim in Baden-Württemberg bricht ein 58-jähriger Schlittschuhläufer durchs Eis. Seine Leiche wird einen Tag später im Gewässer in drei bis vier Metern Tiefe von Rettungstauchern gefunden.

Auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat inzwischen davor gewarnt, Eisflächen auf Seen zu betreten, weil die Eisschicht zu dünn sei und von unten „angegriffen” werde. Bei verdächtigem Knacken oder Knistern solle man sich flach auf das Eis legen und in Bauchlage Richtung Ufer robben, rät die DLRG. So werde das Körpergewicht auf eine möglichst große Fläche verteilt. Wer ins Eis eingebrochen sei, dem raten die Lebensretter, sich in Bauch- oder Rückenlage auf festere Eisschichten in Richtung Ufer zu schieben.

Derartiges Überlebenstraining blieb einem Vater mit seinen beiden Kindern am Montag am Obersee erspart, wo sie sich trotz aller Warnungen auf Eis gewagt hatten. Die Polizei, so war zu erfahren, beließ es bei einer Ermahnung.

Doch nicht nur der Sicherrheitsaspekt ist für die Fachleute vom WVER wichtig. Joachim Lange bringt auch den Hygieneaspekt ins Spiel. „Wo verrichten die Leute, die sich auf dem Eis tummeln, ihre kleinen Geschäfte? Schließlich ist der Obersee eine Trinkwassertalsperre . . .”
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