Auf freiwilliger Basis: St. Ursula führt einheitliche Schulkleidung ein

Von: hes
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Stolz präsentieren SV-Lehrerin Claudia Rampazzo (2. v. li.) und die Schülervertreterinnen Nathalie Gerards, Celine Walentowsky und Megan Riley die Muster der neuen Schulkleidung. Nächste Woche soll die Lieferung mit über 400 Bestellungen eintreffen. Foto: Heiner Schepp

Monschau. In Monschau und Umgebung wird man demnächst häufiger junge und jung gebliebene Menschen mit dem Emblem der Mädchenrealschule St. Ursula, einem Schiff unter Segeln, auf illustren Kleidungsstücken sehen können.

In Eigenverantwortung und in Abstimmung mit der Vertrauenslehrerin Claudia Rampazzo haben die Schülerinnen der über 300 Jahre alten Bildungseinrichtung nun einheitliche Schulkleidung initiiert, allerdings auf freiwilliger Basis und in vielen Farben.

Seit sage und schreibe 1710 fühlt sich die Bischöfliche Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau der Erziehung von Mädchen und jungen Damen verpflichtet. Das Bild dieser Erziehung hat sich über die Jahre, Jahrzehnte und gar Jahrhunderte natürlich häufig und nachhaltig verändert. Dazu gehörten zumindest in früheren Zeiten auch „Empfehlungen“, wie sich die Schülerinnen während der Unterrichtszeiten zu kleiden haben – und wie nicht. „Ein Rock oder Kleid war früher hier Pflicht für die Mädchen“, erinnert sich Schulsekretärin Silvia Braun, obwohl sie selbst die Schule nicht besucht hat. „Ich habe damals immer meine Freundinnen bemitleidet, die hier zur Schule gingen, weil sie zwar auch Hosen anziehen durften, darüber aber immer noch einen Rock ziehen mussten“, erzählt Silvia Braun lachend und sagt überzeugend: „Das war für mich damals ein Grund, nicht auf diese Schule zu kommen.“

Der ehemalige Schulleiter Franz-Peter Müsch erinnert sich noch an „zaghafte Versuche“ noch in den 90er- und 2000er-Jahren, das äußere Erscheinungsbild der Schülerinnen zumindest ein wenig zu beeinflussen: „Wir hatten beispielsweise mal die Debatte um bauchfreie Oberteile. Da haben die Mädchen das Shirt dann runtergezogen, und sobald sie einen Fuß vom Schulgelände setzten, war es - schwupps! – wieder oben...“

Eine wirklich einheitliche Schulkleidung ist jedoch in der jüngeren Vergangenheit von St. Ursula nicht zu finden. Auch ob es in ganz alten Zeiten jemals eine regelrechte Schuluniform am „Nonnenbunker“ (wie die Schule etwas despektierlich, aber auch von den Betroffenen selbst hartnäckig genannt wird) gegeben hat, ist nicht überliefert. „Als die Ursulinen 1977 die Schule verließen, haben sie alles an Dokumenten und Fotos aus der Historie der Schule mitgenommen, auf denen man hätte sehen können, ob es hier jemals eine Schuluniform oder -kleidung gegeben hat“, berichtet Müsch, unter dessen Ägide schon einmal versucht wurde, freiwillige, einheitliche Schulkleidung anzuschaffen. „Leider damals ohne durchschlagenden Erfolg“. Das ist heute anders: Bei aktuell 538 Schülerinnen liegen bislang 408 Bestellungen vor – quer durch das gesamte angebotene Sortiment mit T-Shirt und Polo, Sweatshirt und Collegejacke, Turnbeutel und Jogginghose.

Von 8,50 bis 46,50 Euro reichen die Preise für die Schulkleidung, die, das war den Schülerinnen wichtig, unter fairen Arbeitsbedingungen („Fairtrade“) hergestellt werden. Auch die Farbpalette ist bunt gemischt: Blau, grau, grün, bordeaux, schwarz-weiß und rot sind die Textilien mit dem Schiffssymbol der Ursulinen, „nur die typischen Mädchenfarben Lila und Pink haben wir nicht durchsetzen können“, erzählt Celine Walentowsky, eine der Schülersprecherinnen.

Mit der Schulkleidung wolle man ein Gemeinschaftsgefühl schaffen, erzählen die drei Schülervertreterinnen. „Wir sagen damit: Wir sind Fans unserer Schule“, betont Megan Riley, eine der vielen Schülerinnen aus dem Stolberger Raum, und fügt hinzu: „Denn Schülerin an Sankt Ursula zu sein, ist schon etwas Besonderes.“

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