Auf die Plätze, fertig, Fastelovend los!

Von: Karl-heinz Hoffmann
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Volle Zelte sind zum Auftakt des Straßenkarnevals an den „Brennpunkten“ in der Eifel garantiert – ob in Imgenbroich (Bild) oder Roetgen, Lammersdorf oder Kesternich.
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So manchem Schlips wird es am Weiberdonnerstag an den Kragen gehen – so wie hier im Monschauer Rathaus, pardon: in der Villa Kunterbunt...

Nordeifel. Einer der höchsten Feiertage steht für die Fastelovendsjecken unmittelbar bevor. Der 7. Februar ist im Terminkalender der Narren als „Fettdonnerstag“ besonders gekennzeichnet, da dann mit dem Altweiberkarneval der Höhepunkt der fünften Jahreszeit naht.

Da heißt es gut vorbereitet sein und falls noch nicht geschehen, vorab den Kostümkoffer vom Speicher einer genauen Inspektion zu unterziehen. Zudem stellt sich dann auch noch die Frage, wo man hingeht und wie man das terminlich alles auf die Reihe kriegt. Wer nun nicht in die überfüllten Hochburgen nach Aachen oder Köln reist, hat auch in der Region reichlich Gelegenheit, sich ins karnevalistische Getümmel zu stürzen.

Der Startschuss hierzu fällt mit den traditionellen Schlüsselübergaben wie immer am Fettdonnerstag um 11.11 Uhr in den Rathäusern, wo die Bediensteten ihren Chefs eventuell schon vorher die Schlipse abgeschnitten haben.

Am Simmerather Amtssitz von Bürgermeister Hermanns dürfte wieder der größte Auflauf uniformierter Karnevalisten stattfinden. Karl-Heinz Hermanns muss sich gegen die Übermacht von sechs Karnevalsvereinen aus dem Gemeindegebiet (Einruhr, Kesternich, Lammersdorf, Simmerath, Rollesbroich und Rurberg-Woffelsbach) zur Wehr setzen, die ihm ohne Anwendung von Gewalt den Schlüssel entreißen werden. Anschließend kehren die Aufgebote zu ihren Ursprungsorten zurück bzw. wechseln zum Weiterfeiern in den Saal „Wilden“.

Da hat es Margareta Ritter im Sitzungssaal des Monschauer Rathauses auf den ersten Blick schon wesentlich einfacher. Sie hat es „nur“ mit den Jecken der KG Biebesse aus Höfen zu tun, die dort auf die Ausübung der Schlüsselgewalt im Stadtgebiet pochen.

„One Way“ spielt im Ömscher Zelt

In Roetgen wechselt man nach dieser Zeremonie nahtlos ins nahe gelegene Zelt am Werwicp-Platz über, wo in diesem Jahr die Aachener Band „Elan“ aufspielt.

Für das nicht uniformierte jüngere und jung gebliebene Volk dürfte tagsüber das Imgenbroicher Zelt am Casino wieder ein großer Anziehungspunkt sein. Der Altweiberball der Ömscher Jonge (ab 11.11 Uhr) erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, und am Abend sind dort auch Narren jeden Alters anzutreffen, zumal in Imgenbroich nach einigen Jahren „Abstinenz“ endlich auch wieder Live-Musik geboten wird – und wie! Die junge Eifeler Band „One Way“ ist Garant für Stimmung und Party.

Beim Jugendball in der Eicherscheider Tenne (18 Uhr) werden sich wohl auch zunächst eher die jungen Jecken treffen.

Zwischen diesen beiden Veranstaltungsorten wird es wie jedes Jahr einen regen Pendelbusverkehr (Discobusse) geben.

Voll sollte es auch sicher wieder in Lammersdorf werden, wo ab 14 Uhr die Altweiberfete der Karnevalsfreunde beginnt und die belgischen Musiker von „Silvermoon“ für Stimmung sorgen. Im Zelt der „Kester Lehmschwalbe“ dürfte gleichfalls ab 14 Uhr die Post abgehen. Beim Weiberfest im Schwalbennest spielt dort die sechsköpfige Tanzkapelle „Melano“ auf, eine der letzten Bands, die noch Karnevalsklassiker wie auch aktuelle „jecke Tön“ und Rockmusik „drauf haben“.

In Monschau findet an diesem Tag im Kolpinghaus das Altweibertreiben statt, und im Schmidter „Schützenhof“ wird ab 15 Uhr der Weiberdonnerstag gefeiert.

Und so geht es nach dem jecken Weiberdonnerstag in der Nordeifel weiter... Am Karnevalsfreitag genießt der Möhneball des Musikvereins in Mützenich (20 Uhr) einen gewissen Kultstatus. Im „Nassenhof“ wird es wieder zu einem Auflauf von vielen „alten Weibern“ kommen, welche die Dielen im Saal zum Beben bringen. Es ist fast schon der letzte echte Möhneball mit noch vielen vollverkleideten „alten Wievern“.

Wem es dorthin zu weit ist, geht ins Zelt nach Imgenbroich, wo ab 17 Uhr eine Teenie-Disco stattfindet und ab 21 Uhr bei der beliebten Dance-Night abgetanzt werden kann. Ein karnevalistischer Abend findet an diesem Tag im Bürgerhaus in Mulartshütte statt (19 Uhr). Am Karnevalssamstag beginnt das närrische Treiben auf der windigen Höhe von Schmidt, wo ab 14 Uhr der Zug durch den Ort zieht.

Am Abend stehen dann in allen Narrenhochburgen ab 20 Uhr die Prinzen- und Kostümbälle an. Von Rott bis Rohren werden sich die Narren hierbei in Getümmel stürzen, was sicher auch auf der Lumpensitzung in Imgenbroich der Fall sein wird, wo es auch ohne organisierten Karnevalsverein ein kurzweiliges Programm mit Tanz, Musik und viel Witz geben wird. Der Tulpensonntagszug in Simmerath (14 Uhr) ist ohne Zweifel die größte Veranstaltung, die am Karnevalssonntag über die Bühne geht. Je nach Wetterlage prognostiziert Torsten Gerards von den Sonnenfunken hierzu 450 Teilnehmer und eine Zuglänge von 7 Kilometern.

In den Zelten in Lammersdorf und Kesternich wird an diesem Tag ab 11 Uhr zum karnevalistischen Frühschoppen geladen, woran sich in Lammersdorf um 14.30 Uhr die beliebte Familiensitzung anschließt. Der Karnevalsumzug in Imgenbroich startet um 15 Uhr, und in Einruhr setzt sich der „Zoch“ der Ruscher Breybrobbele um 14.11 Uhr in Erkensruhr in Bewegung. Ein karnevalistischer Umzug mit kleinerem Ausmaß findet auch in Monschau statt, wo die Narren von der Sparkasse in Richtung Kolpinghaus ziehen.

Wer an diesem Tag am Abend in Roetgen noch nichts vorhat, sollte sich die Mini-Sitzung im Festzelt (20 Uhr) nicht entgehen lassen. Rosenmontag lautet die Parole: „Der Zoch kütt!“ Die Züge starten in Lammersdorf um 14.30 Uhr sowie in Kesternich, Roetgen und Höfen um 14 Uhr. Die Sonnenfunken aus Simmerath haben an diesem Tag ab 16 Uhr ihre sogenannte Kneipentour auf dem Programmzettel, und die Kiescheflitscher aus Rurberg-Woffelsbach schlagen am Abend (20.11 Uhr) nochmals bei ihrem Prinzen- und Kostümball im Antoniushof zu.

Zum Ausklang am Veilchendienstag werden nochmals viele Kamellen unter das Volk geworfen. Beim Zug der Klev Botze aus Rollesbroich (Start 11.11 Uhr) werden 13 Wagen durch den Ort ziehen, und die Trevvelhochburg wird vermutlich wieder in einen Begeisterungstaumel verfallen. Der Veilchendienstagzug der Kiescheflitscher (Start 14 Uhr), zu dem rund 200 Teilnehmer erwartet werden, sollte ähnliche Begeisterungsstürme auslösen.

Die Höfener Biebesse setzen dann an diesem Tag mit ihrem Ordensfest im KG-Heim (17 Uhr) den karnevalistischen Schlusspunkt. Am Folgetag (Aschermittwoch) ist für die Jecken dann alles vorbei, und sie können sich gegebenenfalls bußwillig für ihr „ausschweifendes Treiben“ ein Aschenkreuz auf die Stirn malen lassen. (ho)

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