Auf der „Sehnsucht“ die Landschaft der Eifel genießen

Von: Franz Sistemich
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Ihre letzte Saison: Nur noch in diesem Jahr ist die „St. Nikolaus“ auf dem Obersee im Einsatz. Sie wird durch ein größeres Schiff ersetzt. Foto: P. Stollenwerk.

Schwammenauel. Seit 53 Jahren hat sie immer eine Hand breit Wasser unter ihrem Kiel. Doch ihre Tage sind nun gezählt: Ab dem Wochenende 23./24. März wird die „St. Nikolaus“ ihre letzten Fahrten auf dem Obersee zwischen Einruhr und Rurberg bestreiten. Denn: Die Rursee-Schifffahrt wird sie durch ein neues, größeres und modernes Schiff ersetzen.

Waltraud Heuken, die Geschäftsführerin, sagte: „Die kleine ‚St. Nikolaus‘ entspricht nicht mehr den Anforderungen.“ Das größte Manko des Ausflugsschiffs: Wie die sechs Jahre ältere „Eifel“ hat sie keine Toiletten an Bord. Nun investieren Waltraud Heuken und ihr Mann Franz-Josef rund eine Million Euro in das neue Schiff.

Die „St. Nikolaus“ ist das kleinste der vier Schiffe, mit denen die Rursee-Schifffahrt jährlich rund 200 000 Passagiere über die beiden Seen befördert. Sie ist nur 19,90 Meter lang und 4,50 Meter breit. 176 Passagiere finden auf den beiden Decks Platz. Zum Vergleich: Die „Eifel“ ist 22,35 Meter lang und 4,60 Meter breit. Und sie kann 250 Passagiere über den Obersee schippern.

Die beiden 34 Jahre alten Ausflugsschiffe „Stella Maris“ und „Aachen“, die auf dem Rursee zwischen Schwammenauel und Rurberg pendeln, sind viel größer: 37,65 beziehungsweise 37,45 Meter lang, 7,10 Meter beziehungsweise 6,38 Meter breit. 492 Passagiere kann die „Stella Maris“ befördern, 472 Gäste können von der „Aachen“ aus die Schönheit des Rursees und der Landschaft bewundern. Ab den Osterferien heißt es eine Saison lang Abschied nehmen von der „St. Nikolaus“. In einer Werft in Königswinter haben die Arbeiten am Nachfolgeschiff bereits begonnen. Sein Name steht schon fest: „Sehnsucht“ wird es heißen. Allerdings: Die genaue Schreibweise – im Gespräch ist „Seehnsucht“ – ist noch nicht festgelegt. Der neue Ausflugsdampfer – 25 Meter lang, 7,45 Meter breit, 250 Passagiere – wird barrierefrei sein und über Toiletten auch für Menschen mit Handicap verfügen. Angetrieben wird das Schiff wieder mit einer Batterie, da der Obersee als Trinkwasserreservoir dient. Auch die „St. Nikolaus“ und die „Eifel“ haben Batterien als Energiequelle, während die beiden Ausflugsschiffe auf dem Rursee mit Diesel betankt werden.

Eigentlich wollten Waltraud und Franz-Josef Heuken die „Sehnsucht“ solarbetrieben über den Obersee fahren lassen. Aber: „Unsere Passagiere auf dem Oberdeck hätten dann nur seitwärts unter dem Solardach auf die Landschaft schauen können und nicht hoch auf die Hügel rund um den See“, erklärte Franz-Josef Heuken.

Im Oktober soll der „Rohbau“ des Bootes nach Rurberg transportiert werden. In der Nähe des Antoniushofes erfolgt dann der Innenausbau. „Wir werden dabei auf den kostengünstigeren und pflegeleichteren Kunststoff verzichten und naturbelassene Materialien beispielsweise für Bänke, Tische und die Innenverkleidung verwenden.“ Der Urlauber soll sich wohlfühlen.

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