Auf dem Simmerather Dorfplatz: Party statt Dauerton

Von: Peter Stollenwerk
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Was wäre ein WM-Spiel ohne Vuvuzelas? Beim Public Viewing in Simmerath auf dem Platz vor dem Musikpavillon war das Plastiktröten-Register aber nur dünn besetzt. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. 1:0, 1:1, 0:0 lauteten die Standardergebnisse beim ersten halben Dutzend Spiele zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Dann kam der dritte des Tag des Turniers, und es wurde Zeit, sich von der Sitzgruppe aus dem Wohnzimmer zu erheben, und sich zum Public Viewing zu begeben.

Da wollte man doch einfach mal sehen, wie es sich anfühlt, wenn man in der Gruppe gebannt auf die große Leinwand schaut. Natürlich war man auch ein wenig neugierig, was denn da auf dem Simmerather Dorfplatz zwei Privat-Initiatoren so spontan auf die Beine gestellt hatten. Nicht nur, weil der Sieg und das Wetter so schön waren, mochte man nach dem Schlusspfiff ausrufen: „Mehr davon!”

Bei der bisher größten Public Viewing-Veranstaltung in der Nordeifel war die überwiegende Anzahl der über 500 Besucher sich einig, hier einen perfekten Fußballabend erlebt zu haben. Wesentlich dazu bei trug auch die fast Vuvuzela-freie Zone. Die Instrumente mit dem nervigen Dauerton waren nur vereinzelt zu hören.

Schon 90 Minuten vor dem ersten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft am Sonntagabend gegen Australien fanden sich die ersten Fangrüppchen am Musikpavillon ein. Zum mit Bauzäunen abgetrennten Areal war der Zugang nur vom Rathausplatz aus möglich, wo Sicherheitskräfte das Publikum freundlich begrüßten.

Die Fans mit Schals, Hüten, Trikots oder in Fahnen eingehüllt kamen in friedlicher Absicht - sieht man einmal von einer Handvoll Vuvuzelas ab, die bei diesem Turnier wohl unvermeidlich sind. Hoch über dem Platz mit bester Sicht für alle Beteiligten schwebte die große LED-Leinwand, die auch bei Tageslicht Bilder in bester Qualität lieferte.

Eine halbe Stunde vor dem Anpfiff konnten sich die Organisatoren der Veranstaltung „Public Viewing für die Eifel”, Helmut Schmitz aus Simmerath und Jürgen Johnen aus Strauch trotz noch einer Vielzahl zu klärender organisatorischer Spontanfragen bereits entspannt zurücklehnen und das Experiment mit der 20 Quadratmeter Großleinwand als geglückt bezeichnen.

„Wir wussten nicht, was auf uns zukommt”, sagt Event-Unternehmer Helmut Schmitz, dem es gemeinsam mit Jürgen Johnen von der Firma Eventronic gelang, innerhalb von zwei Wochen eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die bis auf wenige Details professionell und glatt über die Bühne ging - auch dank zahlreicher Helfer und blitzartig akquirierter Sponsoren aus der Region.

Deutlich mehr Zuschauer als erwartet strömten auf den Platz oder nahmen auf der zur Rathausseite hin terrassenförmig aufsteigenden Wiese wie in einer Arena Platz und genossen zunächst einmal die Vorfreude auf das Spiel, während die Helfer im Getränkezelt unter ziemlichen Druck standen, um pünktlich zum Anpfiff alle Wünsche bedienen zu können. Aus diesen kleinen Engpässen heraus entwickelte sich für die Organisatoren umgehend die Notwendigkeit für die nächste Veranstaltung den Personalbestand aufzustocken.

Während noch die letzten Besucher auf den Platz drängten, erklangen auch schon die Hymnen und kaum, dass das Spiel begonnen hatte, gab es auch schon die erste Schrecksekunde durch die Großchance der Australier. Als „Poldi” aber dann wenig später den Ball in die Maschen hämmerte, brach der erste kollektive Jubel aus, und man hatte den Eindruck, dass nun nichts mehr passieren könnte. So kam es auch, sieht man einmal von einem 30-sekündigen Tonausfall Mitte der zweiten Halbzeit ab.

Der Rest des Spiels ist bekannt, und auch die beiden Veranstalter durften nach 90 Minuten für ihre gute Leistung viele Komplimente entgegennehmen. Dies wird sie mit Sicherheit beflügeln, bei der nächsten Public Viewing-Veranstaltung auf dem Dorfplatz ein perfektes Umfeld zu schaffen. Für den Rest sind die anderen in Südafrika zuständig.
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