Auf dem Prüfstand: Müssen zwölf Spielplätze verschwinden?

Von: P.St.
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Nicht zur Debatte steht der Spielplatz am Obersee in Einruhr. Die Anlage genießt nicht nur bei den Kindern des Orts sondern auch bei den Gästen einen hohen Stellenwert. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Im schlechtesten Fall wird die Gemeinde Simmerath in Zukunft ein Drittel ihrer Spielplätze aufgeben. Zwölf von 32 Plätzen im gesamten Gemeindegebiet stehen auf dem Prüfstand, deren Erhalt nicht mehr als unbedingt erforderlich erachtet wird.

Die Kommune muss sparen, und bei der Suche nach geeigneten Objekten im Haushaltsplan stellt die im vorigen Jahr aus der Taufe gehobene Projektgruppe Finanzen (sie besteht aus Vertretern der Ratsfraktionen und der Verwaltung) auch die Spielplätze auf den Prüfstand.

Die Beratungen über Einsparmöglichkeiten bei der Bewirtschaftung und Unterhaltung von Kinderspielplätzen haben bereits grundsätzliche Übereinstimmung in der Frage gebracht, dass pro Ortsteil nur ein Spielplatz von der Kommune getragen werden soll. Unabhängig davon werden die Spielplätze an den Grundschulen und Kindergärten betrachtet, deren Schließung nicht geplant ist. Mit den Grundschulen soll noch abgestimmt werden, ob deren Spielplätze auch außerhalb der Unterrichtszeiten von der Allgemeinheit genutzt werden können.

Fast alle Dörfer in der Gemeinde Simmerath verfügen über mehrere kommunale Spielplätze. Dieses komfortable Angebot will die Gemeinde aus Kostengründen nicht länger aufrecht erhalten. Die dann aufgegebenen Flächen sollen veräußert oder anderweitig genutzt werden, um den Pflegeaufwand zu verringern.

Sollte der Erhalt von Spielplätzen, die die Gemeinde aufgeben möchte, dennoch gewünscht werden, dann muss künftig die Bürgerschaft in die Bresche springen und die Pflege der Anlagen ehrenamtlich durch Anwohner, Vereine, Ortskartelle etc. übernommen werden. Die vorgeschriebene Prüfung und Wartung der Spielgeräte würde die Gemeinde allerdings weiterhin gewährleisten.

In der Projektgruppe Finanzen wurde auch die Möglichkeit diskutiert, einen oder zwei große Zentralspielplätze im Gemeindegebiet anzulegen bei gleichzeitiger Schließung aller übrigen kommunalen Spielplätze. Mit diesem Gedanken aber konnte sich die Verwaltung nicht anfreunden, da man im ortsnahen Erhalt der Spielplätze die höhere Bedeutung und Nachfrage sah. Außerdem würde ein Großspielplatz mit der entsprechenden Ausstattung leicht Kosten im sechsstelligen Bereich verursachen.

Für eine intensive Aussprache sorgte der Einsparungsvorschlag der Projektgruppe auch in der zurückliegenden Sitzung des Tiefbau-, Verkehrs- und Denkmalausschusses. Für Heribert Linscheidt (CDU) war der Bedarf an Informationen zu den einzelnen Spielplätzen noch nicht gedeckt. Insbesondere bedürfe es konkreterer Angaben zu den jeweiligen Unterhaltungskosten. Im Falle des Zentralortes Simmerath müsse die Situation anders bewertet werden, da hier eine ganz andere strukturelle Entwicklung stattfinde. Ein zentraler Spielplatz sei keine Lösung. Die Erhaltung der Plätze in den einzelnen Ortsteilen müsse Priorität besitzen.

Auch für Marc Topp (SPD) boten die vorliegenden Infos zu den Spielplätzen noch keine ausreichende Entscheidungsgrundlage. Dazu müsse man jede einzelne Fläche differenziert betrachten. Daher sollte man die Entscheidung über das weitere Vorgehen vertagen. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns betonte, „dass niemand gerne Kinderspielplätze schließt“. Die angespannte Haushaltslage der Gemeinde mit einem Defizit von aktuell 2,2 Millionen Euro zwinge aber zum Handeln.

Der Ausschuss kam schließlich überein, dass die Verwaltung zu den einzelnen Spielplätzen noch nähere Informationen zu Unterhaltungskosten und dem Allgemeinzustand beibringt, ehe man die Entscheidung fällt, welche Spielplätze dann am Ende tatsächlich aufgeben werden. Vorschläge aus den Orten zur weiteren Bewirtschaftung der Spielplätze, hieß es weiter, seien gerne gesehen.

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